Politik

Aus Sorge vor der RAF Genscher hatte immer eine Pistole dabei

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Ohne dass ein Schuss fiel: Hans-Dietrich Genscher 2009 im Garten der deutschen Botschaft in Prag. Hier verkündete er im Herbst 1989 die Ausreisegenehmigung für tausende DDR-Bürger.

(Foto: picture alliance / dpa)

23 Jahre lang ist Hans-Dietrich Genscher Bundesminister. In seiner Amtszeit liegt Aufstieg und Fall der RAF. Um für einen Anschlag gewappnet zu sein, befindet sich in seiner Hosentasche stets eine Pistole. Zum Verdruss der Sicherheitsbeamten.

Hans-Dietrich Genscher hatte während seiner Amtszeit als Innen- und als Außenminister stets eine Pistole bei sich. "Ja, das hat mich beruhigt", sagte der 88-jährige FDP-Politiker dem Magazin der "Süddeutschen Zeitung". "Hundertprozentige Sicherheit gibt es nie, ich hatte durchaus Grund zur Sorge." Es habe sich aber nur um eine kleine Waffe gehandelt, "sie musste ja in meine Hosentasche passen".

Als Innenminister (1969-1974) befand sich Genscher wie viele andere Politiker in den 70er-Jahren im Visier der Terroristen der Rote Armee Fraktion (RAF). In einer konspirativen Wohnung der RAF hätten Ermittler eine Zufahrtsskizze seines Hauses gefunden, sagte er. Auch eine Skizze für den Beschuss seines Dienstwagens auf der Fahrt zum Ministerium sei damals entdeckt worden. 

Er habe die Waffe auch als Außenminister (1974-1992) dabei gehabt und sei deshalb 1990 bei der Anreise zur Nato-Frühjahrstagung nach Schottland in Konflikt mit dem Sicherheitspersonal geraten. Die Beamten fanden die Waffe in Genschers Gepäck und wollten ihn erst einreisen lassen, wenn er sie abgibt. Daraufhin habe er geantwortet: "Dann reise ich halt wieder ab." Schließlich habe der verantwortliche Beamte sein Gepäck freigegeben.

Quelle: ntv.de, dka/dpa