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Abgeschossen über den Golanhöhen IS-Anhänger zeigen toten Jet-Piloten

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Bilder aus dem Grenzgebiet: Dünne Rauchschleier zeigen die Spur der beiden israelischen Abwehrraketen an.

(Foto: REUTERS)

Mit dem Abschuss eines syrischen Kampfjets über den Golanhöhen könnte Israel dem IS womöglich ungewollt Schützenhilfe gegeben haben. Syrischen Angaben zufolge flog der Pilot Einsätze gegen den IS. Das Wrack liegt auf dem Gebiet der Islamisten.

Am Tag nach dem Abschuss eines syrischen Jets durch das israelische Militär hat die IS-Terrormiliz Bilder verbreitet, die einen getöteten Piloten und das Wrack der Maschine zeigen sollen. Das Flugzeug sei im Jarmuk-Tal zu Boden gegangen, teilte der IS über seine üblichen Kanäle im Internet mit.

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Betagter Jagdbomber aus russischer Produktion: Die syrische Luftwaffe bestäigt den Verlust eines Kampfjets vom Typ Suchoi Su-22 (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Auf den Bildern sind Wrackteile und ein bis zur Unkenntlichkeit verbrannter Körper zu sehen. Experten prüfen noch, ob die Aufnahmen tatsächlich die Überreste des abgeschossenen Kampfjets zeigen. Das Jarmuk-Tal liegt auf syrischer Seite in unmittelbarer Nähe zu den von Israel besetzten Golanhöhen. Die Region wird von einem IS-Ableger kontrolliert. Syrische Regierungstruppen gehen dort seit Tagen gegen die Dschihadisten vor.

Israels Armee hatte am Vortag in der Region zwei Abwehrraketen vom Typ "Patriot" auf das syrische Flugzeug abgefeuert. Ein israelischer Militärsprecher erklärte, die Suchoi-Maschine sei zuvor in Israels Luftraum eingedrungen. Nähere Angaben zum Flugzeugtyp gab es von israelischer Seite nicht. Militärmaschinen des russischen Flugzeugherstellers Suchoi sind nicht nur bei der syrischen Luftwaffe, sondern auch beim russischen Einsatzkontingent in Syrien im Einsatz.

Befürchtungen, die Israelis könnten versehentlich einen russischen Jet abgefangen haben, bestätigten sich nicht. Die syrische Armee räumte der russischen Agentur Interfax zufolge den Verlust einer Maschine ein. Bei dem abgeschossenen Kampfjet soll es sich demnach um einen Jagdbomber vom Typ Suchoi Su-22 gehandelt haben.

Der Jet flog demnach im Süden Syriens in der Umgebung von Kuneitra Einsätze gegen Stellungen der IS-Milizen. Die Stadt liegt inmitten des zwischen Syrien und Israel vereinbarten Pufferzone im Osten der Golanhöhen. Syrische Quellen gaben den Namen des getöteten Piloten mit Kolonel Omran Marrae an.

Der Pilot sei durch den Abschuss seiner Maschine ums Leben gekommen, hieß es aus Damaskus. "Wie üblich in solchen Situationen, wenn der Pilot bei Bewusstsein ist, katapultiert er sich nicht (mit dem Schleudersitz), um nicht in Gefangenschaft zu geraten", erklärte ein Sprecher des syrischen Militärs. "So war es auch diesmal."

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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