Politik

Kreisrunde Fingerbewegung Lauterbach zeigt von Storch wegen Beleidigung an

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Gestikuliert gerne: Beatrix von Storch.

(Foto: IMAGO/Revierfoto)

Karl Lauterbach zählt zu den am meisten bedrohten Politikern in Deutschland. Anfeindungen muss er auch im Bundestag ertragen. Eine Aktion der AfD-Politikerin von Storch bei einer Sitzung geht dem Gesundheitsminister zu weit. Er erstattet Anzeige.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist immer wieder Beleidigungen und Anfeindungen ausgesetzt - auch im Bundestag. Der SPD-Politiker hat infolge einer Rede im Bundestag die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch wegen Beleidigung angezeigt. Von Storch soll bewusst Augenkontakt zu Lauterbach gesucht und ihn anschließend als "irre" bezeichnet haben. Dazu habe die Politikerin eine Handbewegung gemacht, die Lauterbach als "Vogel zeigen" interpretiert hatte. Das berichtete der "Spiegel". Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte später die Anzeige.

Die Anzeige sei demnach bei der Polizei in Berlin eingegangen. Als Zeugen werden Bundesverkehrsminister Volker Wissing und die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Soziales, Annette Kramme, angegeben. In der fraglichen Sitzung waren die neuesten Änderungen des Infektionsschutzgesetzes beschlossen worden, die ab dem 1. Oktober gelten sollen.

Lauterbach selbst twitterte: "Immer wieder Beleidigungen und Bedrohungen durch Mitglieder und Abgeordnete der #NoAfD. Beides gehört zum Politikstil der Partei. Nur konsequentes Anzeigen kann hier helfen", und verlinkte den "Spiegel"-Bericht unter seinem Tweet.

Beatrix von Storch sagte: "Lauterbach hat jeden Bezug zur Realität verloren. Das bekräftige ich gern auch nochmal. Seine Corona-Panik ist irrational und zeigt Züge von Besessenheit. Dass er den Meinungsstreit um seine Politik jetzt mit Anzeigen austragen will, zeigt, dass er die Nerven verliert."

Lauterbach gehört zu den am meisten bedrohten Politikern in Deutschland und wird in die höchste Sicherheitsstufe eingeordnet. Entsprechend konsequent geht er mit Anzeigen um."Alleine in Köln gibt es aktuell 98 eingeleitete und laufende Ermittlungsverfahren, in 65 Fällen wurde die Identität der Täter ermittelt", berichtete Lauterbach im April. "Ich mache das so konsequent, weil ein Impfgegner, der mir Gewalt androht, wahrscheinlich auch seinen Bürgermeister oder Stadtrat bedroht. Eine erfolgreiche Anzeige von mir kann auch andere schützen."

Ohne Personenschutz kann Lauterbach nach eigenen Angaben weder einen Spaziergang machen noch Essen gehen: "Ich würde mich selbst gefährden, aber auch andere, mit denen ich essen gehe oder die zufällig in meiner Nähe sind."

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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