Politik

Abschied fällt Kanzlerin schwer Obama würde Merkel wählen

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Kein Abschied für immer. Obama sei ja auch nach dem Ende der Amtszeit "nicht aus der Welt", sagte Merkel.

(Foto: REUTERS)

Angela Merkel und Barack Obama geben ihre wohl letzte gemeinsame Pressekonferenz. Sie blicken wehmütig zurück, planen aber auch für die Zukunft mit einem neuen US-Präsidenten Trump. Ihre Ziele, etwa beim Freihandel, wollen die beiden nicht aufgeben.

Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat sich bei seinem letzten Staatsbesuch für eine Wiederwahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel im kommenden Jahr geworben. Er wolle sich prinzipiell nicht in die Politik anderer Länder einmischen, sagte Obama bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Merkel. Aber, "wenn ich hier wäre, und Deutscher wäre, und wählen dürfte, würde ich sie unterstützen". Allerdings müsse Merkel selbst entscheiden, ob sie noch einmal antreten wolle, und die Deutschen, ob sie sie erneute wählen wollten. Erneut überschüttete Obama Merkel mit Lob und bezeichnete sie als herausragende "Freundin und Verbündete".

Merkel selbst beantwortete die Frage, ob sie 2017 erneut als Spitzenkandidatin der Union zur Bundestag antreten werde, mit dem Hinweis, derzeit sei nicht der geeignete Zeitpunkt dazu Stellung zu nehmen. Auch Merkel würdigte die Zusammenarbeit mit Obama in den vergangenen acht Jahren als "eng, freundschaftlich und vertrauensvoll". Der Abschied falle ihr "schwer", bekundete Merkel. "Wir sind aber Politiker und die Demokratie lebt vom Wechsel."

Beide betonten, dass die enge Kooperation zwischen den USA und Deutschland fortgesetzt werden solle - auch in den Bereichen, in denen der gewählte nächste US-Präsident Donald Trump entgegengesetzte Position zu denen Obamas vertritt - etwa beim Klimaschutz, im Verhältnis zu Russland und dem angestrebten Freihandelsabkommen TTIP. Beim Klimaschutz, so Obama, sollten die USA auch weiter eine führende Rolle spielen. Und er hoffe auch, dass Trump, im Verhältnis zu Russland "nicht irgendwelche Deals auf Kosten anderer Völker" machen werde, etwa im Syrienkonflikt.

Merkel und Obama räumten ein, dass TTIP vorerst nicht abgeschlossen werden könne. Die Verhandlungen seien ein gutes Stück voran gekommen, könnten aber "jetzt nicht beendet werden", sagte Merkel. Die bisherigen Verhandlungsergebnisse sollten festgehalten werden. Sie sei "ganz sicher, wir werden eines Tages auch darauf zurückkommen", fügte sie hinzu.

Merkel sagte weiter, Deutschland und die USA verbinde die Überzeugung, dass die Globalisierung "menschlich" gestaltet werden müsse. Es gebe keinen Weg zurück in die Zeit vor der Globalisierung. Trump hatte im Wahlkampf Freihandelsverträge kritisiert und für die Vernichtung von Arbeitsplätzen in der US-Industrie verantwortlich gemacht.

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP

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