Politik

Was ist los mit der Kanzlerin? Psyche ließ Merkel erneut zittern

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Erneut zitterte die Kanzlerin - diesmal bei einem Termin beim Bundespräsidenten.

(Foto: dpa)

Erneut wird Bundeskanzlerin Merkel öffentlich von einer Zitterattacke heimgesucht. Medien wollen aus ihrem Umfeld die Gründe erfahren haben - so soll es vor allem eine "Kopfsache" gewesen sein. Hinweise auf eine Parkinson-Erkrankung gibt es demnach nicht.

Nach einem weiteren Zitteranfall sorgt sich Deutschland um die Gesundheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nur Stunden vor ihrem Abflug nach Japan konnten Millionen Menschen sehen, wie die Kanzlerin, deren Konstitution eigentlich legendär ist, während der Ernennung der neuen Justizministerin ihren geschüttelten Körper nur schwer unter Kontrolle brachte.

Schon am Dienstag vergangener Woche hatte Merkel in einer ähnlichen Situation einen krampfartigen Zitteranfall erlitten. Doch damals stand sie mit dem neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei großer Hitze in gleißender Sonne. Die Kanzlerin erklärte ihre gesundheitlichen Probleme damit, dass sie zu wenig getrunken habe. Das kann beim jüngsten Vorfall im Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, kaum gelten: In Berlin war es da recht kühl. Was ist also los mit Merkel?

"Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" zitieren Regierungskreise, nach denen Merkels neuerliches Zittern psychologisch bedingt gewesen sei. Es sei kein gesundheitliches Problem, sondern Kopfsache. Die Erinnerung an den Vorfall in der vergangenen Woche habe zu der Situation geführt. Es sei also "ein psychologisch-verarbeitender Prozess", zitierten die Zeitungen Regierungskreise.

Auch der "Tagesspiegel" erfuhr von Menschen, die mit Merkel Kontakt hatten, dass es sich definitiv nicht um eine Krankheit handele. Die zweite Zitterattacke sei - im Unterschied zur ersten - auch nicht von Wassermangel hervorgerufen worden. Vielmehr sei es reine Psychologie gewesen.

Keine Hinweise auf Parkinson gefunden

Heinz-Wilhelm Esser, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Pneumologie sagte gegenüber der "Bild"-Zeitung, dass das Zittern durchaus "harmlose Auslöser" haben könne, wie etwa Dehydrierung, Unterzuckerung, Diabetes oder Erschöpfung. Allerdings schließt der Mediziner auch Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung nicht aus wie "Multiple Sklerose oder Parkinson". Gegen Parkinson spricht jedoch, dass sich die Kanzlerin nach dem Vorfall gründlich medizinisch untersuchen ließ - die Ärzte hätten jedoch nichts gefunden, auch keine Hinweise auf Parkinson, wie die "Stuttgarter Zeitung" mit Verweis auf Regierungskreise berichtet.

Laut "Bild" heißt es aus dem Umfeld der Kanzlerin jedoch, dass auch ein sogenannter hypoglykämischer Schock aufgrund einer Diabetes als Ursache für die Attacke infrage käme. Das Zittern sei demzufolge eine Folge von Unterzuckerung, Hypoglykämie genannt. Dies könne dann auftreten, wenn Diabetes-Medikamente eingenommen würden, die den Blutzuckerspiegel senken, gleichzeitig aber Mahlzeiten weggelassen würden.

Was es auch war: Merkel scheint es bereits wieder besser zu gehen: Auf dem Flug zum G20-Gipfel nach Osaka erleben Mitreisende eine Kanzlerin, die sich nicht anders als sonst bei solchen Gelegenheiten gibt - inklusive kleiner Scherze mit ihrem mitreisenden Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz. "Der Kanzlerin geht es gut", versicherte auch Regierungssprecher Steffen Seibert. Mit Blick auf das umfangreiche Programm des Gipfels fügte er hinzu: "Es findet alles statt wie geplant."

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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