Politik

Reaktion auf ukrainische Siege Putins "Bluthund" Kadyrow droht Moskaus Militärplanern

Innerhalb weniger Tage erobern Kiews Truppen riesige Gebietsabschnitte zurück. Putins "Bluthund" Ramsan Kadyrow beschwert sich daraufhin auf Telegram über die russische Strategie des Verteidigungsministeriums. Sollte diese sich nicht ändern, droht er zur Staatsführung zu gehen.

Ramsan Kadyrow nimmt im Krieg in der Ukraine eine prominente Rolle an der Seite der russischen Invasoren ein. Der Chef der russischen Teilrepublik Tschetschenien inszeniert sich dabei gerne als "Bluthund" von Präsident Wladimir Putin. Als Reaktion auf die Gegenoffensive der ukrainischen Armee kritisiert Kadyrow jetzt allerdings russische Verantwortliche für militärische Fehlschläge in der Ukraine. "Wenn nicht heute oder morgen Änderungen an der Durchführung der militärischen Spezialoperation vorgenommen werden, bin ich gezwungen, zur Staatsführung zu gehen, um ihr die Lage vor Ort zu erklären", sagt Kadyrow auf Telegram.

In einer Audionachricht spricht der 45-Jährige zuvor davon, dass Fehler gemacht worden sind und er nicht verstehe, welche Strategie das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation ausgearbeitet habe. Im Anschluss zählt er eine Reihe von Ortschaften auf, die von den Russen kampflos an die Ukrainer übergeben wurden.

Innerhalb weniger Tage haben Kiewer Truppen riesige Gebietsabschnitte zurückerobert. Der ukrainische Generalstab sprach von mehr als 3000 Quadratkilometern. Im Gebiet Charkiw kommt die Armee nicht nur in südlicher und östlicher Richtung voran, sondern auch nach Norden in Richtung Staatsgrenze. Im Laufe des Sonntags zogen sich die russischen Truppen aus weiteren Grenzorten zurück.

Der Einschätzung der US-amerikanischen Militärexperten vom Institute for the Study of War nach übersteigen die ukrainischen Geländegewinne binnen weniger als einer Woche diejenigen der Russen seit April. "Die Befreiung von Isjum wäre der bedeutendste militärische Erfolg der Ukraine seit dem Sieg in der Schlacht um Kiew im März", schrieben die Experten.

Kadyrow, der im Auftrag der russischen Regierung Tschetschenien mit harter Hand regiert, gilt als Mann fürs Grobe, seine Privatarmee hat sich den Ruf äußerster Brutalität erarbeitet, geht unter anderem in der Heimat gnadenlos gegen Aufständische, Andersdenkende und auch gegen Homosexuelle vor. Seine Söldner werden verdächtigt, mehrere Auftragsmorde begangen zu haben, etwa gegen russische Oppositionelle.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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