Politik

Auf Staatskosten nach Schweden Reporter düpiert den Iran mit Asylantrag

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Irans Außenminister Sarif befindet sich derzeit auf einer Reise durch Skandinavien.

(Foto: picture alliance/dpa)

Als Teil der offiziellen Delegation des iranischen Außenministers reist ein Reporter aus Teheran nach Schweden. Dabei ist die Reise wohl nur ein Vorwand. Denn von einer Zigarettenpause kehrt der Mann nicht mehr zurück.

Ein iranischer Journalist hat während der Dienstreise von Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in Stockholm die Delegation verlassen und politisches Asyl in Schweden beantragt. Das berichtete das Nachrichtenportal "Rouydad-24". Dem Bericht zufolge verließ der Reporter der halbamtlichen Nachrichtenagentur Modsch (Welle) unter dem Vorwand, eine Zigarette rauchen zu wollen, die iranische Delegation in Stockholm. Danach sei er nicht mehr zurückgekehrt.

Seine Agentur in Teheran konnte oder wollte den Asylantrag ihres Angestellten weder bestätigen noch dementieren. "Wir wissen auch nur, dass er nicht mit der Delegation des Außenministeriums in den Iran zurückgeflogen ist", sagte Modsch-Chefredakteur Amir Mortasawi "Rouydad-24".

Der Reporter selbst meldete sich auf Twitter und schrieb dort: "Jeder Mensch hat das Recht, selbst über sein Leben zu entscheiden." Den Asylantrag in Schweden bestätigte er zwar nicht, seine Worte wurden aber von vielen als Hinweis darauf verstanden, dass er nicht in den Iran zurückzukehren gedenkt.

In sozialen Medien löste die Kunde von seinem angeblichen Asylantrag einen Proteststurm aus. Im Tross des Außenministers mitzufliegen und dann im Westen Asyl zu beantragen, sei einfach nur schäbig, meinten viele Iraner. Harsche Kritik gab es auch von Branchenkollegen im Iran. Der Reporter habe die Arbeit der Journalisten im Land zusätzlich erschwert und für noch mehr Misstrauen der Regierung gegenüber den Medien gesorgt.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa