Politik
Die Räume von Anwalt Michael Cohen wurden bei einer Razzia des FBI untersucht.
Die Räume von Anwalt Michael Cohen wurden bei einer Razzia des FBI untersucht.(Foto: dpa)
Sonntag, 15. April 2018

Schweigegeld für "Playboy"-Model: Trump-Anwalt veranlasste Millionenzahlung

Anwalt Michael Cohen soll erneut in eine Schweigevereinbarung involviert sein. Sein Klient heißt dieses Mal aber nicht Donald Trump, sondern Elliot Broidy. Der Vize-Schatzmeister der Republikaner gilt als wichtiger Wahlkampfspender des Präsidenten.

Der persönliche Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, soll eine weitere Schweigevereinbarung organisiert haben. Das "Wall Street Journal" berichtet, Cohen habe den Vertrag für den Vize-Schatzmeister der US-Republikaner mit einem "Playboy"-Model aufgesetzt. Der Republikaner Elliott Broidy habe die Vereinbarung mit der namentlich nicht genannten Frau Ende 2017 im Anschluss an eine Affäre geschlossen. Im Gegenzug für die Zahlung von 1,6 Millionen Dollar habe das Model zugesagt, nicht öffentlich über die Affäre zu sprechen - und darüber, dass sie ein Kind von Broidy abgetrieben habe.

Cohen soll für Donald Trump auch die Schweigevereinbarung mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels ausgehandelt haben. Cohen gab zu, Daniels im November 2016 rund eine Woche vor der Präsidentschaftswahl 130.000 Dollar aus eigener Tasche gezahlt zu haben.

Wegen seiner Verwicklung in der Daniels-Affäre hatte das FBI Anfang der Woche die Räume von Cohen durchsucht. Der Tipp zur Razzia kam nach Angaben von Cohens Anwalt von Robert Mueller, dem Sonderermittler in der Russlandaffäre. Bei der Durchsuchung ging es neben der Schweigegeldzahlung auch um die Frage, was Trump davon wusste. Der Präsident dementiert die Affäre mit Daniels, die mit wirklichem Namen Stephanie Clifford heißt.

Elliott Briody war am Freitag von seinem Amt als Vize-Schatzmeister der Republikaner zurückgetreten. Er habe seinen Rücktritt damit begründet, dass er nicht von den Vorbereitungen der Republikaner für die US-Parlamentswahlen im November ablenken wolle, sagte die Vorsitzende des Republican National Committee, der Parteiorganisation der Republikaner, Ronna McDaniel, im Fernsehsender CNN.

Der 60-jährige Broidy bekannte sich in einer Mitteilung gegenüber dem "Wall Street Journal" zu der Beziehung. Nach deren Beendigung habe ihm das Model eröffnet, dass sie schwanger sei. Sie habe jedoch allein entschieden, das Kind abzutreiben. Broidy war im Präsidentschaftswahlkampf 2016 ein wichtiger Spender für Trumps Kampagne.

Quelle: n-tv.de