Politik

Selbst an Infektion schuld? Trumps Umfragewerte brechen ein

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Vor dem Militärkrankenhaus, in den der Präsident behandelt wird, versammeln sich Trumps Anhänger.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach der umstrittenen TV-Debatte mit seinem Herausforderer Biden war sich US-Präsident Trump sicher, dass er das Duell für sich entschieden habe. Umfragen zeigen nun das Gegenteil. Auch seine Covid-19-Erkrankung hilft ihm offenbar nicht in der Wählergunst.

Die Zustimmung der US-Wähler für Donald Trumps ist Umfragen zufolge eingebrochen. Laut einer Befragung für das "Wall Street Journal" und den TV-Sender NBC liegt Herausforderer Joe Biden mit 53 zu 39 Prozent Zustimmung vor dem amtierenden US-Präsidenten. Bidens Vorsprung hat sich damit auf 14 Prozentpunkte ausgeweitet, verglichen zu 8 im vergangenen Monat und 11 Punkten im Juli - es war damals der größte Abstand in der laufenden Wahlkampagne. Bislang war der Anteil der Trump-Befürworter gegenüber Biden nie unter 40 Prozent gesunken.

Die "Wall Street Journal"/NBC-Umfrage wurde unter registrierten Wählern zwei Tage nach dem TV-Duell durchgeführt, aber noch bevor bekannt wurde, dass Trump positiv auf Covid-19 getestet wurde. Das umstrittene Verhalten des Präsidenten in der Fernsehdebatte dürfte damit der entscheidende Grund für den Einbruch bei Trumps Zustimmungswert sein.

Wie eine Reuters/Ipsos-Erhebung vom 2. bis 3. Oktober und damit nach der Nachricht von Trumps positivem Corona-Test zeigt, hat aber wohl auch die Infektion negativen Einfluss auf die Unterstützung für den Präsidenten. Biden liegt demzufolge zehn Prozentpunkte vor Trump. Das ist eine Zunahme von ein bis zwei Punkten zu den Erhebungen der Vorwoche. Die Befragten machen Trump dabei zum Großteil selbst für seine Erkrankung verantwortlich. 65 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Trump vermutlich nicht erkrankt wäre, wenn er "das Coronavirus ernster genommen hätte".

Die Umfrage zeigt eine zunehmende Unzufriedenheit der Amerikaner über die Maßnahmen des Präsidenten gegen die Pandemie. Dieser Anteil stieg um 3 Punkte auf 57 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Etwa ein Drittel - 34 Prozent - der Befragten geht davon aus, dass Trump zum Coronavirus die Wahrheit sagt, 55 Prozent sind nicht dieser Meinung, 11 Prozent sind sich unsicher.

Die Präsidenten- und Kongresswahl findet am 3. November statt. In einigen Bundesstaaten läuft die Abstimmung schon: Der University of Florida zufolge haben bereits 3,1 Millionen US-Bürger per Briefwahl oder an der Urne ihre Stimmen abgegeben.

Quelle: ntv.de, mbo/DJ/rts