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Süssmuth im "Frühstart" "Von Merkels Erbe bleibt eine Menge"

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Im exklusiven ntv-Interview spricht Rita Süssmuth über ihr aktuelles Buch "Parität Jetzt!". Die ehemalige Bundestagspräsidentin warnt zudem vor einer Eskalation des Krieges in der Ukraine.

Die ehemalige Bundesfamilienministerin und Präsidentin des Deutschen Bundestages, Rita Süssmuth (CDU), hat vor der Eskalation des Krieges in der Ukraine gewarnt. Man müsse hinterfragen, was schwere Waffen bewirken könnten. "Waffen und noch mehr Waffen: Sie sollen eingesetzt werden, um einen Stillstand zu erreichen. Da frage ich mich gleichzeitig: Was wird alles noch vernichtet werden?", sagte Süssmuth im "Frühstart" von ntv.

Süssmuth sprach eine "dringende Warnung" aus, alles zu unterlassen, was eine weitere Ausweitung des Krieges in der Ukraine befeuern könnte. Die CDU-Politikerin forderte, dass "alle Beteiligten" über ein "Schweigen der Waffen" nachdenken müssten.

"Alle Schrecken der Kindheit wieder lebendig"

Süssmuth sprach ebenfalls darüber, welche Erinnerungen die aktuellen Bilder des Krieges bei ihr auslösten. Die heute 85-Jährige erlebte den Zweiten Weltkrieg als Kind. "Alle Schrecken der Kindheit sind wieder so lebendig, als wären sie gestern gewesen. Da sieht man, wie lange so etwas nachwirkt."

Die ehemalige Bundestagspräsidentin zeigte sich bestürzt darüber, dass in Europa wieder ein Krieg herrsche: "Ich muss sagen: Ich hatte gehofft, dass Europa von weiteren Kriegen verschreckt worden wäre. Aber das Gegenteil ist eingetreten." Süssmuth fügte hinzu: "Wir sehen: Dies wird wahrscheinlich nicht der letzte Krieg sein."

"Merkel hat versucht, Wege des Ausgleichs zu finden"

Auf die Frage, was vom politischen Erbe von Bundeskanzlerin Angela Merkel bleibe, vor allem wegen der heute fragwürdigen Entscheidungen ihrer Russlandpolitik, sagte Süssmuth: "Für mich bleibt eine Menge." Merkel habe immer versucht, "noch Wege des Ausgleichs zu finden".

Die CDU-Politikerin sagte, dass man sich auch in die Lage der damals Handelnden hineinversetzen müsse. Man habe nicht jede Entwicklung voraussehen können: "Putin möchte zurückhaben, was andere freigegeben haben. Und in der Situation stecken wir heute. Die war so nicht in allem vorauszusehen. Richtig ist, dass sich seit Putins Herrschaft die Dinge maßgeblich verändert haben."

"Möchte auch keine Quotenfrau mehr sein

Über ihr aktuelles Buch "Parität: Jetzt!", einem Plädoyer gegen die Ungleichheit von Frauen und Männern, sagte Süssmuth, dass Veränderungen zwar möglich seien, wenn man diese auch wolle. Allerdings habe man bis heute nicht das Problem gelöst, wie Männer und Frauen gleichzeitig im öffentlichen und im privaten Leben gleichgestellt werden könnten.

"Ich möchte auch keine Quotenfrau heute mehr sein, ich war es. Es ist eine Beleidigung für alle Frauen, die ihr eigenes Können haben, die gut ausgebildet sind, ihren eigenen Kopf haben, erkenntnismäßig und sozial. Da müssen wir doch beide Bereiche zusammenbringen." Deutschland stehe noch vor den entscheidenden Schritten, diese Ungleichheit zu ändern. Andere Länder hätten es Deutschland vorgemacht, so Süssmuth.

Die CDU-Politikerin lobte explizit die junge Generation und nannte als Beispiel den Kampf um den Erhalt des Planeten: "Ich finde, unsere junge Generation ist nicht entmutigend, sondern ermutigend, weil sie Dinge wagt, die überfällig sind."

Quelle: ntv.de, psa

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