Politik

"Ich schäme mich für diese Generation" Walesa würde knüppeln lassen

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Der in die Jahre gekommene Walesa gilt als eitel und uneinsichtig.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die polnische Gewerkschaft Solidarnosc gilt als Initiator des Falls des Kommunismus. Ihr Hort war die frühere Lenin-Werft in Danzig. Von dort aus zog Arbeiterführer Walesa gegen die kommunistische Führung zu Felde. Mit den Erben seiner Solidarnosc hat der Ex-Präsident nichts am Hut, er würde sie heute niederknüppeln lassen - wenn er noch was zu sagen hätte.

Mit scharfen Worten hat der einstige polnische Arbeiterführer Lech Walesa die jüngsten Proteste der Gewerkschaft "Solidarnosc" (Solidarität) gegen die Erhöhung des Rentenalters in Polen kritisiert. "Wenn ich an der Stelle von Regierungschef Tusk wäre, würde ich anordnen, die Solidarnosc-Funktionäre niederzuknüppeln", sagte der Friedensnobelpreisträger im polnischen Rundfunk. Die Gewerkschafter hatten am vergangenen Freitag das polnische Parlament stundenlang blockiert. "So kann man nicht gegen die Autoritäten vorgehen", schimpfte Walesa.

Walesa, der im August 1980 den Streik auf der Danziger Lenin-Werft geführt hatte, in dem die Arbeiter gegen die damalige kommunistische Führung Polens eine unabhängige Gewerkschaft durchsetzten, zeigte wenig Freude an seinen Nachfolgern. "Ich schäme mich für diese Generation, auch wenn ich mich als Vater dieser unglückseligen Kinder fühle", klagte er.

Der Kurs der heutigen Solidarnosc-Führung schade nach Auffassung von Walesa dem Land. "Die Proteste schrecken die Leute ab, die zur EM nach Polen fahren wollten", meinte Walesa angesichts der Proteste, die auch während der in dreieinhalb Wochen beginnenden Fußballeuropameisterschaft fortgesetzt werden sollen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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