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Niedersachsen & Bremen Erneut verschärfte Corona-Lage: Weil will Impfpflicht

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

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Hannover (dpa/lni) - Zum Start in die neue Woche haben sich die Daten zur Corona-Situation in Niedersachsen abermals verschlechtert. Nach Angaben der Landesregierung stand die maßgebliche sogenannte Hospitalisierungsinzidenz am Montagmorgen bei 7,4. Tags zuvor hatte der Wert bei 7,2 gelegen - er gibt an, wie viele Infizierte in den vergangenen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner gerechnet neu in eine Klinik aufgenommen werden mussten. Bei der allgemeinen Inzidenz der bestätigten zusätzlichen Ansteckungen mit dem Coronavirus verschärfte sich die Lage zuletzt ebenfalls: Sie stieg laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) im Landesschnitt von 212,2 auf 217,4.

Die Auslastung der Intensivstationen ist in Niedersachsen insgesamt noch nicht so hoch wie in manchen anderen Bundesländern, es gab daher schon mehrere Patientenverlegungen. Aber auch hier wird es allmählich enger: Zum Wochenbeginn waren 9,4 Prozent der maximal bereitstehenden Intensivbetten mit Covid-Kranken belegt, nach 8,5 Prozent am Sonntag.

Im Land greifen die Corona-Warnstufen, wenn die Hospitalisierung und mindestens einer der anderen beiden Indikatoren (Neuinfizierte, Intensivbetten-Belegung) bestimmte Schwellen überschreiten. Seit dem vorigen Mittwoch gilt landesweit bereits die Stufe 1 mit 2G-Regelung - Ungeimpfte sind von Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen.

Da die Zahlen nun schon mehrere Tage in Folge so angespannt bleiben, dürfte zumindest in einzelnen Regionen bald die Stufe 2 mit der 2G-plus-Regel verhängt werden. Dann haben dort in vielen Bereichen auch Geimpfte und Genesene nur noch Zutritt, wenn sie einen frischen negativen Corona-Test vorlegen können. Für Treffen größerer Gruppen und die Maskenpflicht würden ebenso Verschärfungen greifen. Am Montag waren in etlichen Kreisen und kreisfreien Städten beim Teilfaktor Gesamtinzidenz auch schon Werte für die Stufe 3 erreicht - vor allem im Westen und Südosten Niedersachsens.

Ministerpräsident Stephan Weil fordert als erster SPD-Regierungschef explizit eine Corona-Impfpflicht für alle. Die inzwischen auch in Deutschland nachgewiesene Omikron-Variante des Virus bedeute eine neue Lage, sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Montag): "Erste Untersuchungen zeigen, dass vor allem Booster-Impfungen auch gegen diese Mutation eine gute Wirkung entfalten können. Deshalb ist spätestens jetzt eine allgemeine Impfpflicht unabdingbar."

Zudem werde es aller Voraussicht nach zu strengeren Maßnahmen kommen müssen: "Mit dem Erreichen der Warnstufe zwei am nächsten Mittwoch rollen wir die 2G-plus-Regel gleichsam flächendeckend aus", so Weil. Ein Lockdown in der Zeit nach Weihnachten sei nicht auszuschließen.

© dpa-infocom, dpa:211129-99-184395/2

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