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Nordrhein-Westfalen Auftritt für antike Grenze: Limes soll Welterbe werden

Das Amphitheater im Archäologischen Park in Xanten ist Teil der Weltkulturerbe-Bewerbung. Foto: Oliver Berg/dpa

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Grenzsicherung ist ein aktuelles Thema. Vor 2000 Jahren sicherte das römische Militär seine Grenze am Rhein mit Fußtruppen, Reitern und sogar einer Flotte. Dieser Niedergermanische Limes soll nun Unesco-Weltkulturerbe werden. Am Mittwoch soll entschieden werden.

Fuzhou (dpa/lnw) - Seit Jahren arbeiten Archäologen, Denkmalschützer, das Bauministerium in Düsseldorf und Städte am Rhein an der Aufnahme des Niedergermanischen Limes ins Unesco-Weltkulturerbe. An diesem Mittwoch soll über die Aufnahme des "nassen Limes" entschieden werden bei der 44. Sitzung des Unesco-Welterbekomitees im chinesischen Fuzhou. Die ursprünglich für Dienstag geplante Entscheidung war wegen Verzögerungen im Terminplan verschoben worden. Die Sitzung in China wird online und in Präsenz durchgeführt.

Falls der Antrag angenommen wird, kommt eine antike Grenze mitsamt ihren vielen erhaltenen militärischen Anlagen aus der Römerzeit in den illustren Kreis der Welterbestätten. Dazu gehören in NRW bereits der Aachener und der Kölner Dom, Schloss Augustusburg in Brühl bei Köln, die Zeche Zollverein in Essen und Kloster Corvey in Höxter. Den Limes-Antrag haben die Niederlande gestellt, Nordrhein-Westfalen hat sich angeschlossen, ebenso Rheinland-Pfalz mit dem Teilstück Remagen.

Der Niedergermanische Limes war die Außengrenze des Römischen Reichs zu Germanien. Vor rund 2000 Jahren bis ins 5. Jahrhundert hinein verlief er 400 Kilometer am Rhein zwischen dem Süden von Bonn bis zur Nordsee in den Niederlanden. Auf Nordrhein-Westfalen entfällt der längste Abschnitt. Es sind rund 220 Kilometer, an deren Verlauf in 19 Kommunen - unter anderem Bonn, Duisburg, Neuss, Köln, Krefeld, Wesel und Xanten - die Spuren des römischen Militärs gesichert sind.

Straßen, Militärlager, ein Flottenstützpunkt oder ein Steinbruch sind Zeugen der ausgeklügelten Infrastruktur. Die Römer blieben jahrhundertelang an dieser Grenze ihres Herrschaftsbereichs. Der universelle Wert wird auch so begründet: Die Reste des Limes seien ein außergewöhnliches Zeugnis der innovativen Antworten eines großen Imperiums, um seine Gebiete nach außen zu sichern gegen fremde, mit Diplomatie nicht zu kontrollierende Gruppen.

Zwei weitere römische Grenzabschnitte sind bereits Welterbe: in Großbritannien der Hadrians- und Antonine Wall sowie der Obergermanisch-Raetische Limes, der von Rheinland-Pfalz bis zur Donau reicht. Sie sind Teil des transnationalen Welterbes unter dem Namen "Grenzen des Römischen Reiches".

© dpa-infocom, dpa:210726-99-543051/7

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