Sport

Geldstrafe, Gefängnis, Titel weg Als Muhammad Ali den Krieg verweigerte

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Vom gefeierten Helden zum Vaterlandsverräter - und später zurück.

(Foto: imago sportfotodienst)

Muhammad Ali ist 1967 längst ein großer Boxchampion - und verkommt von einem Moment auf den anderen zur großen Hassfigur für das weiße Establishment in den USA. Der gläubige Muslim verweigert den Kriegsdienst - ein Affront, der extrem hart bestraft wird.

Muhammad Ali hatte nicht nur ein sportliches Leben. Ali hatte eins davor und eins danach. Die Trennlinie ist der 28. April 1967. An jenem Tag änderte sich für den Größten mit einem Schlag die Welt.

In Houston/Texas sollte der damals 25-jährige Ali an jenem Tag zur Musterung antreten und anschließend den Bus in Richtung Kaserne besteigen. Im feinen schwarzen Anzug mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte erschien der Weltmeister zum offiziellen Termin.

Mit den anderen Rekruten stellte sich Ali in einer Reihe auf. Als ihn der Leutnant schließlich mit den Worten aufrief: "Cassius Clay - Armee", blieb er stehen. Aus Überzeugung, der gläubige Muslim Ali wollte nicht dienen, er wollte nicht in den Vietnamkrieg hineingezogen werden, "nicht gegen meine Brüder kämpfen". Cassius Clay war Alis Geburtsname, den er aber bereits 1964 abgelegt hatte.

Neue Hassfigur für das weiße Establishment

Und so kam es, wie es kommen musste. Ali wurde im Juni wegen seiner Verweigerung zu fünf Jahren Gefängnis und 10.000 Dollar Geldstrafe verurteilt. Das weiße Establishment in den USA hatte eine neue Hassfigur. Sein Titel als Champ wurde ihm aberkannt, die Boxlizenz für drei Jahre entzogen.

Doch Ali wäre nicht Ali gewesen, wenn er dieses Urteil einfach so hingenommen hätte. Er zog vor Gericht, ging durch die Instanzen. Ins Gefängnis musste er nie, am 26. Oktober 1970 durfte er endlich wieder in den Ring, im Juni 1971 wurde er freigesprochen. Gute Jahre als Boxer allerdings hatte er verloren.

Herausragende aber sollten noch kommen. Ali zelebrierte legendäre Ringschlachten gegen Joe Frazier, George Foreman, Ken Norton und Leon Spinks. Er wurde wieder Weltmeister, durchbrach damit als zweiter Boxer nach Floyd Patterson das Gesetz "They never come back" und wurde sogar später noch zum dritten Mal Champion.

Muhammad Ali, der für viele größte Sportler der Geschichte, boxte noch bis Ende 1981, gezeichnet bereits von Parkinson. Auch gegen diese tückische Krankheit kämpfte er lange an, trug seine Friedensbotschaft durch die Welt.

Unvergessen der Moment, als Ali bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 1996 in Atlanta mit zitterndem Körper das Olympische Feuer entzündete. Ali wurde 74 Jahre. Als er am 3. Juni 2016 starb, verlor die Welt einen ganz Großen. Der Himmel aber freute sich auf eine Legende.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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