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Knielange Hose ist Pflicht Beach-Duo streikt wegen Kleiderordnung

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Sude und Borger werden in Katar nicht antreten.

(Foto: imago images/Beautiful Sports)

Sie dürfen ihre Arbeitskleidung nicht tragen, also werden sie nicht arbeiten. So konsequent entscheidet sich das deutsche Beachvolleyball-Duo Karla Borger und Julia Sude gegen das Turnier in Katar. Weil der Weltverband die "Kultur und Traditionen respektiert", sind knielange Hosen Pflicht.

Man kennt sie in Tops und knappen Hosen. Im Bikini eben, der Sonne, Strand und gute Laune signalisiert. Bei Regen oder Kälte kommen nur ausnahmsweise lange Hosen und Shirts dazu: Die Beachvolleyballerinnen zelebrieren ihren Sport offenherzig. Der Volleyball-Weltverband hat schon 2012 die umstrittene Kleiderordnung reformiert, es darf auch lockerere Kleidung getragen werden. Doch der Sport ist harte Arbeit, die Frauen schwitzen, sie sind häufig der prallen Sonne ausgesetzt, sie tragen die Bikinis freiwillig. So auch die Deutschen Karla Borger und Julia Sude.

Das Team verzichtet wegen einer umstrittenen - völlig gegensätzlichen - Kleidervorschrift auf die Teilnahme am World-Tour-Turnier in Katar. "Wir wollen das nicht mittragen", sagte Sude dem "Spiegel". Denn: In Katar müssen Shirts und knielange Hosen getragen werden, das kommt für das derzeit beste deutsche Beachvolleyball-Team nicht infrage. Nach sieben Männerturnieren dürfen im März erstmals auch Frauen am Event in Doha teilnehmen. Doch die Behörden haben eine Kleiderordnung festgelegt. Der Weltverband FIVB teilte auf "Spiegel"-Nachfrage mit, man "respektiere die Kultur und Traditionen des Gastgeberlandes".

"In der Hitze am Triefen"

"Es geht gar nicht um wenig anhaben oder nicht. Es geht darum, dass wir in unserer Arbeitskleidung nicht unsere Arbeit machen können", sagte Sude: "Das verstehe ich nicht." Beachvolleyball sei "verdammt anstrengend", so Borger: "Wir passen uns in jedem Land an, wo wir können. Wir sind dazu auch bereit. Aber du bist da in der Hitze am Triefen, alles ist nass." Im März kann es in Doha bis zu 30 Grad Celsius warm werden.

Besonders ärgert das Duo, dass mit zweierlei Maß gemessen werde. "Bei der Leichtathletik-WM 2019 sind die Sprinterinnen auch in ihrer normalen Arbeitskleidung zu ihrem Job angetreten", sagte Sude. Auf Nachfrage habe es geheißen, dass es damals eine Sondergenehmigung vom Königshaus gab.

Borger und Sude haben ihr Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio über die Rangliste so gut wie sicher. "Wir konnten uns entscheiden, und wir haben uns dagegen entschieden", sagte Sude. Borger meinte: "Klar, wenn es meine ersten Spiele wären, würde ich vielleicht alles unterwerfen. Aber irgendwo gibt es auch gesellschaftliche Grenzen."

Quelle: ntv.de, ara/sid