Trotz Trennung von Franz

DBB-Superstar Moritz Wagner weint vor Glück

image
Moritz Wagner (r.) liebt die U-Bahn und seine neue Heimat. (Foto: AP Photo/Seth Wenig)
00:00 / 03:07
06.10.2026 | 19:09 Uhr
Für Moritz Wagner beginnt ein neuer Lebensabschnitt. In New York. Ohne seinen Bruder Franz. Aber immer noch in der NBA und mit seiner Freundin. In Brooklyn fühlt er sich wie damals in Berlin. Nicht nur deswegen kullern bei ihm die Tränen.

Moritz Wagner ist schon ein waschechter New Yorker. "Ständig", erzählte der Basketball-Weltmeister, fahre er mit der berüchtigten "Subway" durch seine neue Heimat: "Ich liebe die U-Bahn." Diese Begeisterung würde wohl nicht jeder teilen. Das klappernde Ungetüm aus Stahl hat die Angewohnheit, selbst die Geduld alteingesessener Stadtbewohner auf die Probe zu stellen.

Doch Wagner fühlt sich überall im Big Apple pudelwohl, selbst in den Schächten weit unter den Straßen der Mega-Metropole. "Ich habe New York immer geliebt", sagte der deutsche NBA-Profi, der das gemeinsame Haus mit Bruder Franz in Orlando/Florida und die Zeit bei den dort beheimateten Magic hinter sich lässt, um bei den Brooklyn Nets die nächsten Schritte zu gehen. Allein. Wobei: Ganz allein ist der 29-Jährige freilich nicht.

Schon vor dem Wechsel in diesem Sommer lebte der Berliner mit seiner Freundin Maggie dort, wenn er nicht in Orlando war. "Ich habe schon viel Zeit in New York verbracht. Das ist so etwas wie mein Zuhause in Amerika. Denn es erinnert mich sehr daran, wo ich herkomme. Brooklyn ist, was die USA angeht, schon sehr nah an Berlin dran." Entsprechend war es eine fast schon schicksalshafte Fügung, als der Anruf von den Nets kam.

"Wir bleiben einfach zu Hause"

Und eine emotionale Angelegenheit für das Paar. "Als wir das Telefon aufgelegt und beide zugestimmt haben, haben wir beide geweint. Weil man schon so ein bisschen checkt: Das fühlt sich richtig an irgendwie", sagte Wagner in seinem Podcast "Kannst du so nicht sagen". Seine Freundin sei "direkt zum NBA-Store gefahren und hat eine Mütze gekauft. Wir bleiben einfach zu Hause."

Knapp 18,5 Millionen Dollar kassiert Wagner, der in der vergangenen Spielzeit nach über einem Jahr Pause aufgrund eines Kreuzbandrisses zurückgekehrt war, dort für zwei Jahre. Im jungen Nets-Team, das nach erfolglosen Jahren mittelfristig wieder angreifen will, soll der Center mit seiner Erfahrung vorangehen.

Nur Bruder Franz, mit dem Wagner fünf Jahre lang in Orlando zusammengespielt hatte, ist nun rund 1500 Kilometer entfernt. Jener, so berichtete Moritz, habe sich jedoch sehr für ihn gefreut. Der Ältere gab derweil aber auch zu, es tue "weh, dass ich nicht mehr mit ihm zusammenspiele". Mehr noch: Wenn in zwei Wochen die neue Saison startet, sind sie Gegner in derselben Conference.

Das erste direkte Duell folgt dann in der Nacht zum 21. November. Die Gedanken daran, auf den eigenen Bruder in einem NBA-Spiel zu treffen, verdrängt Wagner bislang noch ein wenig. "Boah, das ist so komisch. Das will ich mir gar nicht vorstellen, wie komisch das ist. Das haben wir wirklich noch nie gemacht. Vielleicht mal im Training bei der Natio." Das dürfte dann sogar noch etwas abenteuerlicher werden als eine Fahrt mit der New Yorker U-Bahn.

Verwendete Quellen: ntv.de, sue/sid