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Überraschend deutlich - und frostig DOSB-Mitglieder nicken Sportreform ab

Zwei Jahre ringen Sport und die Politik um eine Spitzensportreform. Es gibt viel Kritik, viele Enttäuschte - und nun unerwartet deutliche Zustimmung der deutschen Sportverbände für das Eckkonzept. Hochbrisant bleibt das Thema dennoch.

Die Mitglieder des Deutschen Olympischen Sportbundes haben auf der 13. DOSB-Vollversammlung der umstrittenen Spitzensportrefrom mit großer Mehrheit zugestimmt. Für das lange Zeit umstrittene Konzept sprachen sich 433 der 439 anwesenden Mitglieder aus. Es gab fünf Enthaltungen sowie eine Gegenstimme durch die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG).

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In der Kritik: DOSB-Präsident Alfons Hörmann, der weder als Reformer noch als Kommunikator überzeugen konnte.

(Foto: imago/Christian Schroedter)

Trotz der unerwartet deutlichen Mehrheit kam dennoch nicht wirklich Aufbruchstimmung auf - was auch an Alfons Hörmann lag. Der Präsident, im vergangenen Jahr bei der Vollversammlung in Hannover noch stürmisch gefeiert, erhielt für seine wenig überzeugende Rede nur spärlichen Applaus. Nach zahlreichen Unstimmigkeiten in den vergangenen Wochen und einer Schlammschlacht mit dem Tischtennis-Funktionär Thomas Weikert vermied Hörmann ein persönliches Wort des Bedauerns oder eine Entschuldigung. Im Gegenteil forderte Hörmann die Mitglieder auf, "eine Fehlerkultur zuzulassen".

"Ich sage Ihnen zu, dass wir uns des Themas annehmen und uns allen gemeinsam selbstkritisch die Frage stellen: Wie schaffen wir es, Fehler zuzulassen und zu akzeptieren?", fragte Hörmann. Er machte deutlich, dass er Wochen und Monaten mit weiteren, kontroversen Diskussionen entgegenblickt. Auch, weil die Spitzensportreform noch in den Kinderschuhen steckt. "Wir sind an einem Punkt, an dem die Konturen des Konzepts ganz klar sind. Die Leitplanken sind gesetzt. Die Details werden wir im Einzelfall festlegen. Wichtig ist: Wir sind nicht am Ziel angekommen, sondern erst am Start. Jetzt zählt's! Die eigentliche Arbeit, die Umsetzung, geht jetzt los", sagte Hörmann, der "Widerstand und Gegenwind" prognostizierte. Es werde eine Phase kommen, "die nichts mit Schönwettersegeln zu tun hat, wir werden auf rauer See unterwegs sein".

Zähe Vorarbeit

Die Reform war von DOSB und Bundesinnenministerium in zäher, zweijähriger Vorarbeit entwickelt worden. Das Konzept sieht im Grundsatz vor, dass aussichtsreiche Verbände und Disziplinen mehr, eher perspektivlose weniger Geld erhalten.

Da viele Punkte der Reform im Detail noch ebenso unklar sind wie deren Finanzierung, enthält der Beschlussvorschlag Einschränkungen: Das Konzept mache "zugleich deutlich, dass es einer Fortschreibung der Inhalte sowie einer Weiterentwicklung und Spezifizierung der Maßnahmen bedarf", heißt es in dem Beschluss. 2017 und 2018 sollen "Übergangsjahre" zur Einführung der Reform sein.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière stellte dem Sport dazu mehr Geld in Aussicht. "Wenn das Konzept fertig ist, werde ich mich dafür einsetzen, dass der Sportetat substanziell und dauerhaft erhöht wird, damit die Reform erfolgreich sein wird", sagte de Maizière in einer Videobotschaft. Der Minister ließ sich in Magdeburg von seinem Staatssekretär Hans-Georg Engelke vertreten, weil er bei der Beerdigung des ehemaligen Bundestags-Vizepräsidenten Peter Hintze in Bad Honnef weilte.

Quelle: n-tv.de, cwo/sid/dpa

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