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Julia Görges leitete den deutschen Fed-Cup-Fehlstart mit ihrer Auftaktniederlage ein.
Julia Görges leitete den deutschen Fed-Cup-Fehlstart mit ihrer Auftaktniederlage ein.(Foto: imago/Pressefoto Baumann)
Samstag, 21. April 2018

Fehlstart im Fed-Cup-Halbfinale: Deutsche Tennisfrauen brauchen ein Wunder

Der Traum vom Fed-Cup-Finale platzt für die deutschen Tennisfrauen wohl schon am Auftakttag. Gegen die starke Tschechinnen kassieren Julia Görges und Angelique Kerber in ihren Einzeln klare Pleiten. Statistisch in die Hoffnung aufs Weiterkommen jetzt minimal.

Der Finaltraum der deutschen Fed-Cup-Frauen ist nach einem enttäuschenden ersten Tag fast schon geplatzt. Gegen Tschechien liegt die DTB-Auswahl in Stuttgart nach klaren Niederlagen ihrer beiden Topspielerinnen Julia Görges und Angelique Kerber mit 0:2 zurück. Damit fehlt den Tschechinnen am Sonntag in den nächsten beiden Einzeln und dem abschließenden Doppel des Halbfinal-Duells nur noch ein Punkt zum Sieg.

Angelique Kerber kassierte in ihrem Einzel zwei Breaks zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.
Angelique Kerber kassierte in ihrem Einzel zwei Breaks zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.(Foto: dpa)

Nach einer deutlichen Auftaktpleite der deutschen Nummer eins Görges, die in nur 63 Minuten 3:6, 2:6 gegen die zweimalige Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova verlor, unterlag auch die frühere Weltranglistenerste Angelique Kerber gegen Karolina Pliskova 5:7, 3:6. Damit ist die Lage für die deutschen Frauen statistisch ziemlich aussichtslos: Seitdem 1995 im Fed Cup die "Best of Five"-Regel eingeführt wurde, haben erst drei Teams nach einem 0:2-Rückstand noch ein Comeback geschafft.

Görges und Kerber gut, aber ...

Görges hatte gegen die extrem aufschlagsstarke Kvitova zunächst gut begonnen. In den für ein Sandplatz-Match ungewöhnlich kurzen Ballwechseln kontrollierte die 29-Jährige mit präzisen Gewinnschlägen das Geschehen und spielte sich eine 3:1-Führung heraus. In der Folge verlor die Weltranglistenelfte jedoch fünf Spiele in Serie und damit nach nur 32 Minuten auch den ersten Satz.

Im zweiten Durchgang war Görges dann ohne Chance. Während Kvitova besonders bei eigenem Service nichts anbrennen ließ, schien die Deutsche zu resignieren. Auch die eindringlichen Ansagen von Teamchef Jens Gerlach fruchteten nicht. "Meine Gegnerin hat verdammt gut gespielt. Sie hat mir keine Zeit gegeben, um mein Spiel auf Sand aufzuziehen", sagte Görges hinterher.

Kerber zeigte gegen Tschechiens Spitzenspielerin Pliskova eigentlich über weite Strecken eine konzentrierte Vorstellung. Doch im ersten Satz musste die Kielerin im entscheidenden Moment erstmals ihren Aufschlag zum 5:7 abgeben und geriet so in Satzrückstand. Auch im zweiten Durchgang spielte Kerber keineswegs schlecht, doch die Weltranglistensechste Pliskova nutzte ihre einzige Breakchance eiskalt aus.

Schwache Bilanz

Am Sonntag tritt laut Ansetzung Görges gegen Pliskova sowie Kerber gegen Kvitova an. Für das abschließende Doppel hat Gerlach Tatjana Maria und Spezialistin Anna-Lena Grönefeld nominiert, die auf Barbora Strycova und Katerina Siniakova treffen würden. Kurzfristige Änderungen sind möglich. Führt eine Nation uneinholbar mit 3:0, wird das vierte Einzel nicht mehr ausgetragen. Es findet nur noch das Doppel statt.

Die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) kämpft in Stuttgart um den insgesamt achten Finaleinzug im prestigeträchtigen Nationenwettbewerb. Tschechien ist die überragende Fed-Cup-Nation der jüngeren Vergangenheit. Die Mannschaft von Petr Pala hat in den letzten sieben Jahren fünfmal den Titel gewonnen, 2014 gelang der Finalsieg gegen Deutschland. Von bislang acht Fed-Cup-Begegnungen konnte Deutschland überhaupt erst eine einzige (1987) für sich entscheiden.

Quelle: n-tv.de