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"Denke, dass er Angst hat"Deutscher Profi glaubt, dass Box-König Usyk vor ihm wegrennt

29.05.2026, 11:27 Uhr
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Oleksandr Usyk (l.) hielt sich gegen Kickbox-Idol Rico Verhoeven nur mit Müh und Not auf dem Schwergewichts-Thron. (Foto: IMAGO/Middle East Images)

Oleksandr Usyk verteidigt seine Schwergewichts-Krone an den Pyramiden von Gizeh nur mit Müh und Not gegen Kickbox-Idol Rico Verhoeven. Im Ring stimmt er einem Duell mit Agit Kabayel zaghaft zu - der Deutsche glaubt aber, dass Usyk davor Angst hat.

Agit Kabayel rechnet nicht damit, dass Schwergewichts-Weltmeister Oleksandr Usyk seinen Titel als nächstes gegen ihn aufs Spiel setzt. "Jetzt, wo ich zurück in Deutschland bin, denke ich, dass Usyk Angst vor mir hat. Er wird den Kampf nicht machen. Ich denke, er wird eine Revanche gegen Rico Verhoeven machen, denn jetzt weiß er besser, wie er ihn schlagen kann", sagte Kabayel im Interview mit dem britischen Radiosender "Talksport".

Usyk hatte seinen WBC-Gürtel in der Nacht auf Sonntag vor den Pyramiden von Gizeh durch einen umstrittenen Abbruchsieg über Verhoeven verteidigt. Der Kickbox-Star aus Holland bestritt dabei erst seinen zweiten Profikampf nach Boxregeln - und setzte Usyk völlig unerwartet schwer zu. Erst gegen Ende kam der Ukrainer auf und schickte Verhoeven mit einem brutalen Aufwärtshaken in Runde elf zu Boden. Nach einem folgenden Schlaghagel brach der Ringrichter den Kampf praktisch mit dem Gong zum Ende der Runde ab - nach Ansicht nahezu aller Experten viel zu früh, hatte der 36-jährige Verhoeven doch keineswegs verteidigungsunfähig gewirkt.

"Damit füllen wir in Deutschland ein Stadion"

Kabayel kletterte anschließend in den Ring und forderte Usyk zu einem Kampf in Deutschland heraus. "Kein Problem, lass es uns machen", entgegnete der Weltmeister, verwies aber auf den saudischen Box-Mogul Turki Al-Sheikh, der den Kampf organisieren müsse. Al-Sheikh sprach in Ägypten positiv über einen Kampf zwischen Usyk und Kabayel, äußerte aber auch den Wunsch nach einer Revanche für Verhoeven - dieses Mal in den Niederlanden.

Er sei "zu 100 Prozent" sicher, dass Usyk vor ihm davonlaufe, sagte Kabayel. "Warum akzeptiert er den Kampf nur, wenn Turki Al-Sheikh ihn macht? Turki Al-Sheikh hat mir vor dem Kampf (in Ägypten, d.Red.) sein Wort gegeben, dass er diesen Kampf macht. Warum reden wir dann nicht? Normal steht jetzt Usyk gegen Kabayel an, ich bin der WBC-Pflichtherausforderer. Usyk gegen Kabayel macht Sinn, damit füllen wir in Deutschland ein Stadion", so der 33-Jährige aus Wattenscheid.

Als "Interims-Weltmeister" steht Kabayel beim Verband WBC eine WM-Chance gegen Usyk zu, der auch noch die Gürtel von WBA und IBF hält. Der WBC hat den Ukrainer aufgefordert, den Titel als nächstes gegen den Deutschen zu verteidigen. Kommt Usyk seiner Pflicht nicht nach, müsste der WBC ihm den Gürtel entziehen. Verbands-Boss Mauricio Sulaiman bekräftigte nach dem Kampfabend in Ägypten bei "boxingscene.com": "Kabayel gegen Usyk kommt als nächstes."

"Leberking" nimmt Usyks Körper ins Visier

Kabayels Promoter Frank Warren hat dem WBC bereits mit Klage gedroht, sollte sein Protegé die versprochene Titelchance nicht bekommen - etwa, weil eine Revanche gegen Verhoeven vorgezogen wird. Usyk müsse gegen den 33-Jährigen aus dem Pott ran oder die WBC-Krone niederlegen, sagte der Brite in mehreren Interviews. Mit diesem Szenario rechnet Kabayel. "Ich denke, Usyk wird den Titel freimachen. Frank (Warren, d.Red.) redet jetzt mit dem Team von Usyk. Ich denke, wir haben eine Woche Zeit, danach sehen wir, was passiert. Aber ich glaube nicht, dass Usyk den Kampf gegen mich macht", sagte er. In diesem Fall könnte der WBC Kabayel am Grünen Tisch zum Weltmeister hochstufen, Deutschland hätte dann zum ersten Mal seit Max Schmeling wieder einen Schwergewichts-Champion.

Sollte Usyk doch gegen ihn antreten, sieht sich Kabayel in einer guten Position, die Krone im Ring zu erobern. "Usyk ist ein großartiger Boxer, aber man darf nie vergessen, dass er 39 Jahre alt ist, er ist nicht mehr so explosiv wie vor zwei, drei Jahren. Ich habe in seinen Augen gesehen, dass ich ihn schlagen kann", sagte der Revierkämpfer. Sein Stil liege Usyk nicht. "Ich werde Druck auf ihn machen. Ich habe im Kampf gesehen, dass es Usyk hasst, wenn es zum Körper geht. Wenn Rico zum Körper geschlagen hat, hat er das gehasst. Wenn ich Usyk boxe, habe ich meinen Schlachtplan", so der selbsternannte "Leberking".

Quelle: ntv.de, mar

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