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Herber Rückschlag im KugelkampfEmma Aicher: "Ich bin einfach nur angepisst auf mich"

08.03.2026, 15:07 Uhr
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Emma Aicher ist unzufrieden - mit sich selbst. (Foto: IMAGO/GEPA pictures)

Emma Aicher verliert im Kampf um die Weltcup-Kugeln wichtige Punkte. Bei noch sechs ausstehenden Rennen in dieser Saison schwinden die Chancen der "Kultfigur". DSV-Sportvorstand Wolfgang Maier schwärmt dennoch.

Emma Aicher machte aus ihrem Herzen wie üblich keine Mördergrube. "Ich bin einfach nur angepisst auf mich", sagte sie erkennbar verärgert nach einem Wochenende zum Vergessen im italienischen Val di Fassa: Nur Zwölfte in der Abfahrt am Samstag, tags darauf nach Zwischenbestzeiten ausgeschieden im Super-G - im Kampf um drei Weltcup-Kristallkugeln ließ Aicher durch einen "dummen Fehler" und eine vermeidbare Nullnummer wertvolle Punkte liegen.

Die kleine Chance auf die kleine Kugel im Super-G ist dahin, vor der letzten Abfahrt ist Aicher von der Gejagten zur Jägerin geworden, im Gesamtweltcup beträgt der Rückstand auf Mikaela Shiffrin aus den USA sechs Rennen vor dem Saisonende 125 Punkte. "Das muss man abhaken", sagte die 22-Jährige im ZDF. Sie werde sich "schon ein bisschen Zeit zum Schlecht-drauf-sein" geben - aber das bringe sie am Ende auch nicht weiter. Sie freue sich jedenfalls auf die letzten Rennen.

Shiffrin wollte angesichts ihres geschrumpften Vorsprungs auf Aicher lieber auf Nummer sicher gehen, im Val di Fassa startete sie deshalb erst zum zweiten Mal in diesem Winter in einem Super-G - erhielt für Rang 23 aber nur acht Punkte. In den sechs noch ausstehenden Wettbewerben hat die 30 Jahre alte Amerikanerin aber einen Vorteil: Es werden noch je zwei Riesenslaloms und Slaloms gefahren. Für Aicher sprechen nur noch je eine Abfahrt und ein Super-G.

"Es ist nicht zu Ende, bis es zu Ende ist"

In beiden Disziplinen aber patzte die zweifache Olympia-Zweite im Val di Fassa. Nachdem sie zunächst am Freitag mit 0,01 Sekunden Rückstand auf Laura Pirovano aus Italien noch Rang zwei in der ersten Abfahrt belegt hatte, unterlief ihr einen Tag später in der zweiten Abfahrt ein "dummer Fehler". Weil Pirovano auch dieses Rennen gewann, diesmal mit 0,01 Sekunden Vorsprung vor Cornelia Hütter aus Österreich, liegt Aicher (12.) nun 28 Punkte hinter der Doppelsiegerin im Kampf um die Abfahrtskugel.

"Es ist nicht zu Ende, bis alle Rennen gefahren sind", sagte Aicher leicht genervt. DSV-Sportvorstand Wolfgang Maier sah die Patzer so gelassen wie möglich. "Es ist wie immer im Leben, man muss aus der Situation das Beste rausnehmen", sagte er im ZDF. Man könne "die Kugel nicht erzwingen", betonte er, allerdings: Dass Aicher nicht mehr Gejagte sondern Jägerin sei, "das hat viele, viele Vorteile, weil das setzt natürlich auch die anderen unter Druck".

Für Maier ist Aicher freilich schon längst eine Gewinnerin dieser Saison, und nicht nur wegen ihrer zwei olympischen Silbermedaillen. "Die Emma wird so langsam zu einer Kultfigur", sagte er. Aicher spreche mit ihrer Art "viele Menschen an. Und was für uns total wichtig ist: Sie spricht auch junge Menschen an. Weil wenn du das Wort Emma sagst, verbindet jeder Emma Aicher, die Skifahrerin, damit." Für Aicher geht es nun zunächst in ihr Geburtsland: Im schwedischen Are stehen am kommenden Wochenende ein Riesenslalom und ein Slalom auf dem Programm. Ab 21. März folgt dann in Kvitfjell und Hafjell das Weltcup-Finale mit noch je einem Rennen in jeder Disziplin.

Quelle: ntv.de, sue/sid

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