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Wilder Kampf um KristallkugelEmma Aicher patzt und ist ganz schön genervt

07.03.2026, 12:53 Uhr
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Emma Aicher will das alles nicht. (Foto: AP)

Lindsey Vonn hat es kommen sehen. Die US-Amerikanerin verabschiedete sich bereits im Vorfeld von ihrer Weltcup-Führung in der Abfahrt. Doch die als Favoritin auf die Gesamtführung gestartete Emma Aicher patzt in Val di Fassa und muss eine Italienerin an sich vorbeiziehen lassen. Aicher ist bedient.

Emma Aicher knallte verärgert ihren Stock gegen die Werbebande: Im Kampf um die Kristallkugeln im Weltcup hat die zweifache Olympia-Zweite einen unerwarteten Dämpfer erlitten. Bei der zweiten Abfahrt im italienischen Val di Fassa kam sie diesmal nur auf den zwölften Rang und verlor damit wertvolle Punkte mit Blick auf den Sieg in der Disziplinwertung.

In das letzte Rennen in der alpinen Königsdisziplin am 21. März beim Weltcup-Finale im norwegischen Kvitfjell geht Aicher mit einem Rückstand von 28 Punkten auf Laura Pirovano aus Italien, die auch die zweite Abfahrt gewann. Alle anderen Läuferinnen haben nur noch eine theoretische Chance auf die kleine Kristallkugel.

"Es ist nicht zu Ende, bis alle Rennen gefahren sind", sagte die genervte Aicher im ZDF. Sie beklagte einen "dummen Fehler", der ihr bei strahlend blauem Himmel eine bessere Platzierung gekostet hatte. DSV-Sportvorstand Wolfgang Maier sagte, man könne "die Kugel nicht erzwingen", betonte aber: Dass Aicher nicht mehr Gejagte sondern Jägerin sei, "das hat viele, viele Vorteile, weil das setzt natürlich auch die andere unter Druck, und das ist ja auch keine Seriensiegerin".

Rückschlag auch im Kampf um den Gesamtweltcup

Pirovano hatte am Freitag zunächst mit 0,01 Sekunden vor Aicher gewonnen. Am Samstag feierte sie ihren nächsten Sieg - erneut mit 0,01 Sekunden Vorsprung, diesmal vor Cornelia Hütter aus Österreich. Olympiasiegerin und Weltmeisterin Breezy Johnson (USA) wurde Dritte (+0,64 Sekunden).

Kira Weidle-Winkelmann belegte nach Rang vier am Vortag diesmal Rang fünf (+0,68). Sie hat mit 85 Punkten Rückstand auf Pirovano im Abfahrtsweltcup praktisch keine Chance mehr auf den Sieg in der Disziplinwertung. Gleiches gilt für Hütter (92 Punkte zurück). Für die drittplatzierte Lindsey Vonn (-36) ist die Saison seit ihrem Sturz bei Olympia beendet.

Schon vor dem Rennen in Italien hatte Vonn mit einem emotionalen Instagram-Post auf den drohenden Verlust von Rang eins im Abfahrts-Weltcup reagiert. "Warum bedeutet mir dieser Titel so viel? Warum heule ich wegen einer Kristallkugel?", schrieb die schwer am Bein verletzte Vonn in dem langen Text, den sie zu mehreren Fotos aus der Saison stellte.

Aicher verpasste erstmals seit neun Rennen in der Königsdisziplin eine Top-Ten-Platzierung. Sie konnte damit auch den Rückstand im Gesamtweltcup auf Mikaela Shiffrin (USA) nur um 22 Punkte auf 117 Zähler verringern. Am Sonntag findet im Val die Fassa der vorletzte Super-G der Saison statt.

Quelle: ntv.de, sue/dpa/sid

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