Frust statt Party: Mittelstrecken-Ass Robert Farken hat bei der Leichtathletik-EM die angestrebte Medaille über 1500 Meter deutlich verpasst. Der 28-Jährige lief im Finale in Birmingham nach 3:37,49 Minuten "nur" auf Platz neun. Und musste so anderen beim Jubeln zusehen.
Gold schnappte sich nach einer cleveren Vorstellung überraschend der Niederländer Stefan Nillessen (3:35,70) vor dem Schweden Samuel Pihlström (3:36,16). Bronze ging an Andrew Coscoran aus Irland (3:36,24). Mit Meilen-Weltrekordler Josh Kerr (Großbritannien) und Titelverteidiger Jakob Ingebrigtsen (Norwegen) waren zwei Top-Stars nicht am Start.
Farken, der in Boulder/USA lebt und trainiert, war voller Selbstvertrauen ins Rennen gegangen und hatte aus seinem ambitionierten Ziel keinen Hehl gemacht. "Ich komme nicht her, um nach irgendeiner Medaille zu greifen. Ich möchte ganz gerne gewinnen. Und ich habe auch kein Problem damit, das laut auszusprechen", sagte der deutsche Rekordhalter (3:30,09) im ARD-Interview. Doch dann konnte Farken seinen großen Worten keine große Taten folgen lassen - im entscheidenden Moment waren die Beine doch zu schwer. Marc Tortell war im Vorlauf bereits ausgeschieden.
Farken muss damit weiter auf seine erste Medaille bei einer Großveranstaltung warten. Zuletzt bejubelte über 1500 Meter im Jahr 2010 in Barcelona Carsten Schlangen eine deutsche Medaille. Er holte damals Silber. Der bislang letzte deutsche Europameister über die Distanz ist Jens-Peter Herold, der 1990 in Split den Titel für die DDR gewonnen hatte.

