Zachenhuber will's wissen

Früherer "Let's-Dance"-Star boxt auf großer Saudi-Bühne um WM-Titel

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Simon Zachenhuber will die Boxwelt schocken. (Foto: imago/Jan Huebner)
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14.07.2026 | 16:51 Uhr
Agit Kabayels Aufstieg vom Underdog zum Weltmeister beginnt einst auf großer Bühne in Saudi-Arabien im Vorprogramm von Superstar Anthony Joshua. In zwei Wochen will Simon Zachenhuber das gleiche Märchen schreiben - nur schneller.

Nächste Titel-Chance für einen deutschen Profiboxer: Simon Zachenhuber kämpft am 24. Juli in Saudi-Arabien um den WBO-WM-Titel im Supermittelgewicht. Der 26-Jährige fordert in Dschidda den britischen Titelverteidiger Hamzah Sheeraz heraus. Das Duell ist das Co-Main-Event beim Comeback-Abend des britischen Schwergewichts-Superstars Anthony Joshua. Der Ex-Weltmeister will mit einem Sieg über den Albaner Kristian Prenga den Weg zum lang ersehnten Kampf gegen seinen Landsmann Tyson Fury ebnen. Die "Battle of Britain" soll im Herbst stattfinden.

Für Zachenhuber ist es der größte Kampf seiner Karriere. Der Bayer - einem breiteren Publikum durch seine Teilnahme an der RTL-Show "Let's Dance" 2021 bekannt - ist Siebter der WBO-Rangliste. Schon in seinem letzten Kampf boxte Zachenhuber auf großer Bühne. Am 11. April unterlag er im Vorprogramm von Fury dem Engländer Pawel August über sechs Runden knapp nach Punkten: die bisher einzige Niederlage seiner Karriere, der 29 Siege gegenüberstehen. Der Kampf war weltweit auf Netflix zu sehen, der WM-Kampf gegen Sheeraz wird von DAZN übertragen.

"Seit Jahren opfere ich alles für den Sport und habe mich in sehr kleinen, harten Schritten die Rankings hochgekämpft. Hamzah ist nicht umsonst Weltmeister und hat eine starke Knockout-Quote. Ich komme als Außenseiter nach Dschidda, aber auch wir kennen unsere Stärken", sagte Zachenhuber: "Um die WM boxen zu dürfen, war schon immer mein Traum und ich werde alles dafür geben, den Gürtel mit nach Deutschland zu nehmen."

Agit Kabayel öffnet Zachenhuber die Tür

Der Deutsche weiß um seine Underdog-Rolle. Sheeraz gilt als einer der kommenden Topstars des britischen Boxens. Zuletzt schlug der 27-Jährige im Mai an den Pyramiden von Gizeh im Vorprogramm von Schwergewichts-König Oleksandr Usyk den Münchner Alem Begic in der zweiten Runde k.o. und eroberte den WBO-Gürtel im Supermittelgewicht (bis 76,2 Kilogramm).

Eingefädelt hat die WM-Chance Zachenhubers Manager Lasse Krüger, der auch Schwergewichts-Champion Agit Kabayel betreut. "Simon ist einer der wenigen Deutschen, die bereits seit längerer Zeit in den Top 10 der Welt sind, und er hat sich diese Chance absolut verdient", sagte Krüger: "Dank unserer Kontakte durch die Agit-Kämpfe haben wir jetzt einige Türen, die wir öffnen können. Durchgehen müssen die Jungs natürlich selber, und es wartet eine sehr große Aufgabe auf Simon. Dass er die annimmt, zeichnet ihn aus - und er wird an dem Tag alles geben, um die Welt zu schocken."

Kabayel ist genau das einst gelungen. Ende 2023 schlug er in Riad auf der Undercard von Joshua den favorisierten Russen Arslanbek Makhmudov k.o. und brachte sich in Position für weitere große Kämpfe. Ende Juni stufte der Weltverband WBC den Bochumer vom Interims- zum vollwertigen zum Weltmeister hoch, nachdem Titelträger Usyk den Gürtel niedergelegt hatte. Zachenhuber kämpft direkt um den heißen Preis.

Erst am vergangenen Wochenende hatte der Hamburger Schwergewichtler Peter Kadiru unverhofft eine WM-Chance erhalten. Gegen den Russen Murat Gassiev unterlag er in Moskau im Duell um den WBA-Titel durch Technischen K.o. in Runde sechs. Zurzeit gibt es im Profiboxen neben Kabayel nur zwei weitere deutsche Weltmeister. Im Cruisergewicht trägt Noel Mikaelian die WBC-Krone, Nina Meinke ist IBF-Weltmeisterin im Federgewicht.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar