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"Reichsbürger"-Vorwürfe Gericht bestätigt Waffenverbot für Ex-Biathlet

Der frühere Assistenz-Trainer der Biathlon-Nationalmannschaft, Andreas Stitzl. Foto: Sven Hoppe/Archivbild

Andreas Sitzl sagt: "Ich muss das in aller Entschiedenheit sagen, dass ich mich ganz klar und deutlich von der sogenannten Reichsbürger-Szene distanziere. Das gleiche trifft zu zum Rechtsradikalismus. Ich bin das nicht."

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Andreas Stitzl beteuert, kein "Reichsbürger" zu sein und auch deren Ideologie nicht nahe zu stehen. Genau wegen diesen Vorwürfen aber wurde dem ehemaligen Assistenztrainer der deutschen Biathleten das Gewehr abgenommen. Ein Versuch Stitzls dagegen vorzugehen, scheitert.

Ist der frühere Biathlon-Trainer Andreas Stitzl ein "Reichsbürger"? Das Landratsamt Traunstein glaubt ja und hat dem Berufssoldaten darum die Erlaubnis entzogen, ein Gewehr zu besitzen. Dagegen geht Stitzl vor. Allerdings erfolglos. Seine Waffe bekommt er zunächst nicht zurück. Die Behörden haben es ihm zu Recht abgenommen, das hat das Verwaltungsgericht München entschieden. Stitzls Anwalt Claus Huber-Wilhelm kündigte aber direkt an, in die nächste Instanz zu gehen.

Das Gericht kam nun zum Ergebnis, dass der Kläger durch diverse Schreiben im Jahr 2016 den Anschein erweckt hat, der Reichsbürgerbewegung oder deren Ideologie nahezustehen. "Das Landratsamt Traunstein durfte dem Kläger somit seine waffenrechtlichen Erlaubnisse entziehen", hieß es in einer Mitteilung. Stitzl hatte gegen den Entzug seiner Waffenbesitzkarte geklagt und sein Biathlon-Gewehr zurückgefordert. Im Prozess hatte er sich am Mittwoch vehement von der "Reichsbürger"-Ideologie distanziert. Er sagte: "Ich muss das in aller Entschiedenheit sagen, dass ich mich ganz klar und deutlich von der sogenannten Reichsbürger-Szene distanziere. Das gleiche trifft zu zum Rechtsradikalismus. Ich bin das nicht."

"Wir sind enttäuscht über das Ergebnis"

Diese Distanzierung könne erst eine Rolle spielen, wenn über eine neue Waffenerlaubnis entschieden werde, urteilte das Gericht. Stitzls Anwalt Huber-Wilhelm sagte: "Wir sind enttäuscht über das Ergebnis." Entscheidend sei bei dem Thema die Zuverlässigkeit der Betroffenen. Er habe in der Verhandlung den Eindruck gehabt, dass Stitzls angebliche Nähe zu den "Reichsbürgern" verneint worden wäre - und damit der Grund, der gegen Stitzls Zuverlässigkeit sprechen sollte. Daher wundere ihn die Entscheidung. "Das werden wir wohl in zweiter Instanz klären lassen müssen."

Der Fall hatte Schlagzeilen gemacht und sogar Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kommentierte die Gerichtsentscheidung am Donnerstag: "Das Urteil zeigt klar, dass Waffen nicht in die Hände von Leuten gehören, die in Verdacht stehen, den Staat, seine Werte und seine Rechtsordnung abzulehnen", sagte Herrmann laut Mitteilung. "Reichsbürger" erkennen den Staat und die deutschen Gesetze nicht an und weigern sich, Steuern, Sozialabgaben und Bußgelder zu zahlen. Das Bundesinnenministerium rechnete der Szene im Jahr 2018 etwa 19.000 Menschen zu, im Jahr davor waren es noch 16.500.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa