Kurioses Medaillen-Missgeschick bei der Leichtathletik-EM in Birmingham: Die norwegische Gold-Staffel über 4x400-Meter im Mixed um Hürden-Star Karsten Warholm hat ihre Medaillen wegen der Eingravierung einer falschen Siegerzeit wieder abgegeben. Statt der gelaufenen 3:09,62 Minuten war die Zeit der zweitplatzierten Briten (3:10,47 Minuten) auf den Medaillen eingraviert. Auf Rang 3 landete die Staffel aus den Niederlanden
"Wir weigerten uns, sie anzunehmen", erklärte Warholm der norwegischen Rundfunkanstalt NRK. Warholm kann sich in Birmingham noch den vierten Titel in Serie über die 400 Meter Hürden sichern und damit Ex-Europameister Harald Schmid überbieten, der von 1978 bis 1986 dreimal in Folge gewonnen hatte. Die Situation mit der Staffel-Goldmedaille sei "absurd und inakzeptabel" gewesen, betonte er.
"Für diese Zeit haben wir hart gekämpft, also soll sie auch auf der Medaille stehen", sagte Warholms Teamkollegin Henriette Jæger. Sie habe den Fehler nach dem Goldlauf am Montag zunächst nicht bemerkt. "Wenn man Gold gewinnt, ist es schon cool, dass auch die richtige Zeit darauf steht."
Die neuen Medaillen erhielt das Team um Warholm, Jæger, Andreas Kulseng und Amalie Luel bereits am Dienstag. Der Chef der norwegischen Delegation, Erlend Slokvik, nahm die passenden Goldmedaillen zunächst entgegen. "3:09,62, Meisterschaftsrekord. Jetzt können wir stolz sein", schloss er bei der Übergabe.
Zudem entschuldigten sich die Organisatoren. "Als wir feststellten, dass etwas nicht stimmte, haben wir es so schnell wie möglich korrigiert. Es war sehr bedauerlich, dass die Medaillen nicht von Anfang an korrekt waren", sagte Ken Burkett, einer der Wettkampfverantwortlichen bei der EM in Birmingham.
