Sprinter Owen Ansah wird bei seinem mit Spannung erwarteten Auftritt über 100 Meter bei der EM in Birmingham am Abend von zwei Teamkollegen begleitet. In den Vorläufen erreichte Lucas Ansah-Peprah am Vormittag bei starkem Gegenwind in 10,52 Sekunden die achtbeste Zeit und gehörte damit zu den zwölf Läufern, die sich neben zwölf gesetzten Startern für das Halbfinale qualifizierten.
"Das war eine richtige Windlotterie hier mit drei Metern Gegenwind. Halbfinale war das Ziel, ich bin einfach froh. Und jetzt guck ich einfach mal, was danach geht", sagte Ansah-Peprah im ZDF.
Der deutsche Rekordhalter Ansah (9,98), drittbester Europäer des Jahres, war direkt für das Halbfinale am Abend (21.32 Uhr) gesetzt. Auch Vizemeister Heiko Gussmann durfte auf den Vorlauf verzichten. Das Finale findet im Anschluss um 22.47 Uhr statt.
Hochspringer Wendrich mit Saisonbestleistung
Ansah droht eine Vierjahressperre, weil er im Juli einen Dopingtest verweigert haben soll. Der Hamburger ist nicht suspendiert, darf somit bis zu einer Entscheidung in seinem Fall laufen. Allerdings droht ihm die nachträgliche Aberkennung seiner Ergebnisse seit Anfang Juli und damit auch möglicher Erfolge in Birmingham.
Für das Highlight zu Beginn des zweiten Wettkampftages sorgte 800-Meter-Läuferin Smilla Kolbe. Die Frankfurterin ließ sich in ihrem Vorlauf von der britischen Olympiasiegerin Keely Hodgkinson (1:57,28) zum Halbfinal-Ticket und vor allem zur persönlichen Bestzeit von 1:57,80 Minuten ziehen - seit 1990 (!) war keine deutsche Läuferin unter 1:58 geblieben.
Ins Finale schaffte es Hochspringer Falk Wendrich, der in der Qualifikation mit 2,23 Meter seine Saisonbestleistung einstellte. Eileen Demes verpasste am Dienstagmorgen über 400 Meter Hürden als Dritte ihres Halbfinals trotz Saisonbestzeit von 54,63 Sekunden den Endlauf knapp, 13 Hundertstel fehlten der deutschen Meisterin. Als eine der zwölf Besten des Qualifikations-Zeitraums war Demes für das Semifinale gesetzt gewesen.


