Von der Playstation in den Ferrari

Wie Shootingstar Cairoli die DTM aufmischt

imageInterview: Helena Sonntag
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Quelle: ADAC
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18.06.2026 | 12:17 Uhr
Vier Rennen, vier Sieger: Die DTM ist so unberechenbar wie selten zuvor. Mittendrin: Ferrari-Pilot Matteo Cairoli. Der italienische Newcomer mischt in seiner Premierensaison die deutsche Rennserie auf.

Ein Italiener sorgt in der DTM für Furore: Matteo Cairoli hat sich in seiner ersten Saison in der Traditionsrennserie in Rekordzeit in der Spitzengruppe etabliert. Der Ferrari-Pilot aus dem Team Emil Frey Racing feierte beim jüngsten Schlagabtausch in Zandvoort seinen emotionalen Premierensieg. Als Tabellenfünfter reist der Youngster nun zum Dekra Lausitzring (19. bis 21. Juni), wo das fünfte und sechste Saisonrennen anstehen. Für Cairoli schließt sich in Brandenburg ein Kreis, denn mit der Strecke verbindet ihn eine ganz besondere Geschichte.

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Der Traum vom Solo-Cockpit: "Wollte das Auto nicht teilen"

Der Triumph an der Nordseeküste in Zandvoort war für den im norditalienischen Como aufgewachsenen Rennfahrer weit mehr als nur ein normaler Sieg – es war die Erfüllung eines jahrelangen Traums. "Die DTM war schon lange ein großer Wunsch von mir", blickt Cairoli zurück. Die Initialzündung gab es vor 13 Jahren: "2013 habe ich die DTM zum ersten Mal live gesehen und mir gesagt: Eines Tages möchte ich dort fahren."

Nachdem er jahrelang auf internationaler Bühne – unter anderem in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC – unterwegs war, folgte nun der Sprung in die deutsche Königsklasse des GT-Sports. Das Besondere an der DTM im Vergleich zu anderen Langstrecken-Serien ist für ihn das Format: "Mir gefällt vor allem, dass man das Auto nicht mit einem Teamkollegen teilen muss. Das hat mich schon immer gereizt. Für mich ist die DTM eine der größten Rennserien überhaupt."

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Vom Gaming-Sessel in den echten Ferrari

Dass Cairoli heute im Cockpit eines über 500 PS starken Ferrari 296 GT3 Evo sitzt, ist alles andere als eine klassische Motorsport-Biografie. Während viele Konkurrenten bereits im frühen Kindesalter im Kart sitzen, ging der Italiener einen unkonventionellen Weg. "Ich habe als 16-Jähriger relativ spät mit dem Motorsport begonnen. Meine ersten Erfahrungen habe ich an der PlayStation gesammelt", verrät der Wahl-Monegasse. "Echte Rennsimulationen, wie wir sie heute kennen, gab es damals noch gar nicht."

Auch aus dem Elternhaus gab es keine vorgezeichnete Rennsport-DNA: "Obwohl Italien eine riesige Motorsportkultur besitzt, kommt in meiner Familie niemand aus dem Rennsport. Ich bin der Erste.“ Umso größer ist der Stolz, nun ausgerechnet die legendärste Marke der Welt in Deutschland zu repräsentieren. „Für einen jungen Italiener ist es etwas ganz Besonderes, einen Ferrari zu fahren. Am wichtigsten ist aber natürlich, dass es schnell ist."

Lausitzring-Rückkehr mit Podiums-Gefühlen

Am kommenden Wochenende wartet mit dem Lausitzring eine der technisch anspruchsvollsten Aufgaben des Jahres auf das Feld. Der 3,48 Kilometer lange Kurs in Brandenburg fordert den Fahrern mit zwölf engen Kurven, wenigen Geraden und extremen Bodenwellen alles ab. Doch Cairoli reist mit einer gehörigen Portion Extra-Motivation an die geschichtsträchtige Strecke.

"Mit dem Lausitzring verbinde ich sehr gute Erinnerungen. Dort stand ich 2013 im ATS Formel-3-Cup erstmals in meiner Karriere auf dem Podium", erinnert sich der 28-Jährige. Ein magisches Wochenende, denn genau damals erlebte er auch die DTM zum ersten Mal hautnah. Nun kehrt er als Top-Pilot zurück. "Mein Hunger auf Siege ist immer groß. Wir haben im Vorfeld intensiv getestet, reisen mit einem guten Gefühl an und ich bin überzeugt, dass wir wieder ganz vorne mitfahren können."

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Vier Rennen, vier Sieger: Unberechenbare DTM

Cairolis Jagd auf das nächste Top-Ergebnis findet in einem extrem umkämpften Umfeld statt. Die bisherige DTM-Saison glänzt durch Unberechenbarkeit: In den ersten vier Rennen gab es vier verschiedene Sieger. Die Konkurrenz in der Lausitz ist riesig: Tabellenführer Maro Engel (Mercedes-AMG) besticht durch fehlerfreie Strategien, während der Gesamtzweite und Lausitzring-Spezialist Lucas Auer (Mercedes-AMG) sowie BMW-Routinier Marco Wittmann Druck von hinten machen. Auch Lokalmatador Maximilian Paul im Lamborghini brennt auf sein Heimspiel vor den sächsischen und brandenburgischen Fans.

Mit Matteo Cairoli sprach Helena Sonntag

Verwendete Quelle: ntv.de