Zwei Siege in 24 Stunden

Florian Lipowitz sendet eindrucksvolles Signal

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Florian Lipowitz will bei der Tour de France wieder ganz vorne mitmischen. (Foto: IMAGO/Geisser)
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21.06.2026 | 16:21 Uhr
Florian Lipowitz gilt als einer der wenigen ernstzunehmenden Herausforderer von Rad-Dominator Tadej Pogacar bei der Tour de France. Ausgerechnet in dessen Heimat demonstriert Lipowitz, dass mit ihm zu rechnen ist.

In bester Manier von Tadej Pogacar trat Florian Lipowitz an und hängte die Konkurrenz am Berg einfach ab. Wie sonst nur der viermalige Tour-Champion und amtierende Weltmeister aus Slowenien hat sich Deutschlands bester Radprofi mit zwei Siegen auf den schwersten Etappen den Rundfahrttriumph ausgerechnet in Pogacars Heimat geholt - und zwei Wochen vor Beginn der Tour de France ein Zeichen an die Konkurrenz gesendet.

"Ich freue mich riesig. Es hat jetzt zwei Jahre gedauert", hatte Lipowitz nach seinem Erfolg am Samstaggesagt, der ihm die Gesamtführung einbrachte. Auf den nächsten musste er keine 24 Stunden warten. Auf der Schlussetappe verwaltete der Ulmer seinen Vorsprung nicht, sondern attackierte am letzten Berg. Niemand konnte dem 25-Jährigen folgen, auch auf dem letzten Flachstück kam eine größere Verfolgergruppe nicht mehr an ihn heran.

Bilder, die an typische Siege von Pogacar erinnerten - die allerdings auch mit einem Sternchen versehen werden müssen: Von Lipowitz abgesehen fehlten die Stars der Szene bei der 32. Slowenien-Rundfahrt, die nicht zur World Tour zählt. Red Bull-Bora-hansgrohe war klar das stärkste Team, sämtliche Trikots mit Ausnahme des weißen für den besten Nachwuchsfahrer gingen an die Equipe aus Raubling, Lipowitz gewann neben der Gesamt- auch die Bergwertung - und feierte nebenbei seine Tagessiege vier und fünf als Radprofi.

Lipowitz kommt auf leisen Sohlen

Der Erfolg in der Heimat Pogacars war sein dritter Gesamtsieg bei einer Rundfahrt nach der Czech Tour 2023 sowie der Sibiu Tour 2024. Ein Triumph auf World-Tour-Level fehlt Lipowitz noch. Doch das ist zweitrangig für den introvertierten Deutschen. Er wolle sich "einfach gut vorbereiten und nach der Tour sagen können, dass ich mein Bestes gegeben habe", beteuerte Lipowitz zuletzt. Der Ulmer geht dem Trubel gern aus dem Weg. Schon im vergangenen Jahr war dies sein Erfolgsrezept, als er aus dem Windschatten des hochdekorierten, aber in die Jahre gekommenen Primoz Roglic ausscherte und das erste deutsche Tour-Podest nach 19 Jahren einfuhr.

Auch diesmal werden andere im Fokus stehen. Allen voran Pogacar, der seine Heimat-Rundfahrt ausließ und die parallel stattfindende Tour de Suisse als Härtetest nutzte. Nach zahlreichen superdominanten Vorstellungen - nicht nur in diesem Frühjahr - scheint bei der Frankreich-Rundfahrt kein Weg an dem Slowenen vorbeizuführen.

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Vingegaard und Seixas stärker im Fokus

International steht auch der Däne Jonas Vingegaard stärker im Vordergrund als Lipowitz, erst recht nach seinem dominanten Giro-Sieg - in Abwesenheit Pogacars - wird der Tour-Sieger von 2022 und 2023 als erster Herausforderer betrachtet. Im Fokus zudem: Paul Seixas, das 19 Jahre alte Wunderkind, das bei seinem Tour-Debüt nicht nur mit den immensen Strapazen, sondern auch der überbordenden Sehnsucht der Grande Nation auf den ersten Erfolg eines Franzosen seit 1985 zurechtkommen muss.

Und zumindest an den Anfangstagen der Tour dürfte auch im Team Red Bull-Bora-hansgrohe die Aufmerksamkeit auf einem anderen liegen: Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel, hochbezahlter Neuzugang, ehrgeizig bis ans Herz, aber im Hochgebirge weniger stark als Lipowitz, schielt schon auf das Gelbe Trikot. Schließlich beginnt die Tour mit einem Mannschaftszeitfahren auf eher flachem Terrain. Lipowitz' Tage kommen erst danach. Er scheint bereit zu sein.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid