Auch bei Paralympics erfolgreichRennsport-Legende Alex Zanardi ist tot

Alessandro Zanardi ist zur Jahrtausendwende einer der besten Rennfahrer der Welt, ehe ein schlimmer Unfall sein Leben verändert. Später schreibt er als Paralympics-Athlet Geschichte. Jetzt ist der Italiener gestorben.
Der ehemalige Formel-1-Pilot und spätere Behindertensportler Alessandro Zanardi ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Dies teilte seine Familie mit. Der Italiener hatte bei einem Rennunfall der US-amerikanischen Champ-Car-Serie auf dem Lausitzring in Brandenburg 2001 beide Beine verloren. Danach fing er im Behindertensport mit dem Radsport an und gewann mit dem Handbike vier Gold- sowie zwei Silbermedaillen bei den Paralympics.
Zanardi gewann in den USA 1997 und 1998 die Champ-Car-Meisterschaft und kehrte daraufhin in die Formel 1 zurück. Insgesamt war er in der Motorsport-Königsklasse zwischen 1991 und 1999 bei mehr als 40 Rennen dabei. Er fuhr unter anderem für Lotus und Williams, wo er 1999 Teamkollege von Ralf Schumacher war. Nach dem Ende seiner Formel-1-Karriere verunglückte er nach einem Boxenstopp bei einem Rennen der Champ-Car-Serie auf dem Lausitzring schwer. Ihm mussten beide Beine amputiert werden. Bei den Paralympischen Spielen in London 2012 und Rio de Janeiro 2016 war er dann im Radsport erfolgreich.
"Alex ist friedlich eingeschlafen"
Die Leidensgeschichte für den Italiener war aber noch nicht vorbei: 2020 verlor Zanardi bei einem Benefizrennen in der Toskana die Kontrolle über sein Handbike und kollidierte mit einem Lastwagen. Dabei erlitt er schwerste Kopf- und Gesichtsverletzungen. Er schwebte damals lange Zeit in Lebensgefahr.
Zur Todesursache machte die Familie keine genaueren Angaben. Zanardi sei am Freitagabend plötzlich verstorben. "Alex ist friedlich eingeschlafen, umgeben von der Zuneigung seiner Angehörigen", heißt es in ihrer Mitteilung. Der Motorsport-Weltverband FIA zeigte sich tief betroffen vom Tod Zanardis und schrieb bei X, sein Weg habe ihn "zu einem der am meisten bewunderten Sportler und zu einem bleibenden Symbol für Mut und Entschlossenheit" gemacht.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni würdigte Zanardi als "außergewöhnlichen Menschen, der jede Prüfung des Lebens in eine Lektion in Mut, Stärke und Würde verwandeln konnte". "Mit seinen sportlichen Erfolgen, seinem Vorbild und seiner Menschlichkeit hat er uns allen viel mehr als nur einen Sieg geschenkt: Er hat uns Hoffnung, Stolz und die Kraft gegeben, niemals aufzugeben."