Die Kasachin Jelena Rybakina hat sich durch ihren Einzug ins Halbfinale der US Open erstmals zur Nummer eins der Tennis-Welt gekrönt. Die 27-Jährige setzte sich beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres in New York mit 3:6, 6:1, 6:4 gegen die Olympiasiegerin Zheng Qinwen aus China durch. Mit dem Sprung in die Runde der besten Vier löst sie die Belarussin Aryna Sabalenka in der kommenden Woche auf Position eins ab.
Für Rybakina ist es auch das erste Halbfinale bei den US Open, dort trifft sie nun auf die Weltranglistenvierte Coco Gauff, die die um eine Position schlechter platzierte French-Open-Siegerin Mirra Andrejewa aus Russland knapp in drei Sätzen besiegte.
"Das war ein sehr schwieriges Spiel", sagte Rybakina, "ich habe mir einfach gesagt: 'Kämpfe weiter, arbeite weiter.' Zum Glück ist alles gut gelaufen, ich bin so glücklich." Ihre neue Position im Gesamtklassement sei "erstmal nur eine Zahl. Ich bin jetzt im Halbfinale, und mein Ziel ist es, die Turniere zu gewinnen, die ich spiele."
Rybakina kämpft sich nach Rückstand zurück
Zur Mittagszeit fand die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Rybakina gegen die frühere Weltranglistenvierte Zheng nicht gut ins Spiel. Nach entscheidendem späten Break war es Zheng, die den ersten Durchgang nach 46 Minuten für sich entschied.
Doch Rybakina arbeitete sich eindrucksvoll zurück, mit druckvollem Spiel ließ sie ihrer Gegnerin im zweiten Durchgang kaum eine Chance. Doch auch Zheng, die sich nach ihrer Ellenbogen-Operation und dem damit verbundenen Absturz in der Rangliste durch die Qualifikation ins Hauptfeld spielen musste, kämpfte sich noch einmal zurück. Am Ende verwandelte Rybakina nach 2:14 Stunden jedoch ihren ersten Matchball.

Alcaraz und Shelton sorgen mit irrem Ballwechsel für Ekstase
Ihren neuen Status als Nummer eins kann Rybakina unabhängig vom Ausgang des Turniers erstmal nicht verlieren: Auch Titelverteidigerin Sabalenka kann in ihrem Halbfinale gegen die US-Amerikanerin Jessica Pegula nichts daran ändern. Die Belarussin hatte die Spitze im Oktober 2024 erobert und thronte 99 Wochen in Folge ganz oben; nur Steffi Graf, Serena Williams, Martina Navratilova, Ashleigh Barty und Chris Evert hatten dies länger ununterbrochen geschafft.
Seitt dem Ende der US Open 2025 hatte jedoch Rybakina das Damentennis dominiert und 62 Spiele auf WTA-Ebene gewonnen - mehr als jede andere Spielerin. Pegula folgt mit 61. Die Kasachin erreichte in dem Zeitraum sechs Finals - gemeinsam mit Pegula die meisten in diesem Zeitraum - und gewann mit vier Titeln die meisten. In den vergangenen 52 Wochen hat sie 16 Spielerinnen aus den Top 10 besiegt, sechs mehr als jede andere. Rybakina hatte bereits neun Mal eine amtierende Nummer 1 der Welt besiegt, bevor sie selbst die Nummer 1 wurde. Nur Gabriela Sabatini hatte dies mit zehn Siegen häufiger geschafft.

