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US-Olympiasiegerin klagt an Simone Biles: "Auch ich wurde missbraucht"

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"Ich habe keine Angst mehr, meine Geschichte zu erzählen": Simone Biles.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Der Missbrauchsskandal um den ehemaligen US-Teamarzt Larry Nassar ist ein Verbrechen unfassbaren Ausmaßes. Nun meldet sich auch Olympiasiegerin Simone Biles: Sie sei ebenfalls von Nassar sexuell missbraucht worden. "Ich habe keine Angst mehr."

Die viermalige Turn-Olympiasiegerin Simone Biles soll ebenfalls Opfer sexuellen Missbrauchs durch US-Teamarzt Larry Nassar geworden sein. Das sagte die 20-Jährige in einem emotionalen Statement. "Die meisten von euch kennen mich als glückliches, albernes und energiegeladenes Mädchen", erklärte sie: "Aber zuletzt fühlte ich mich teilweise gebrochen. Und je mehr ich versucht habe, die Stimmen in meinem Kopf auszublenden, umso lauter haben sie geschrien. Ich habe keine Angst mehr, meine Geschichte zu erzählen. Auch ich bin eine der Überlebenden, die von Larry Nassar sexuell missbraucht wurden."

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"Die meisten von euch kennen mich als glückliches, albernes und energiegeladenes Mädchen."

(Foto: dpa)

Seit Monaten erschüttert der Skandal den Verband USA Gymnastics. Mehr als 100 Turnerinnen beschuldigen Nassar, sie sexuell belästigt oder missbraucht zu haben. Darunter befinden sich auch die dreimalige Turn-Olympiasiegerin Gabby Douglas, Teamkollegin Aly Raisman und die Olympiasiegerin und dreifache Weltmeisterin McKayla Maroney.

Raisman sprang ihrer Kollegin nach deren Statement umgehend bei. "Simone, du bist unglaublich. Wir werden diese Sache gemeinsam durchstehen, ich fühle mit dir", schrieb sie. Nassar, der fast drei Jahrzehnte und bei vier Olympischen Spielen für den US-Verband tätig war, muss sich derzeit wegen der sexuellen Übergriffe vor Gericht verantworten. Teilweise waren die Opfer jünger als 13 Jahre. In einer Stellungnahme des Verbandes hieß es, die Herzen aller seien gebrochen, "wir sind wütend über die schrecklichen Taten von Larry Nassar".

"Nein. Nein, es war nicht mein Fehler"

Nassar hat sich in mehreren Fällen schuldig bekannt und wurde Anfang Dezember wegen Besitzes von kinderpornografischem Material zu 60 Jahren Haft verurteilt. Weitere Urteile stehen noch aus. "Es gibt viele Gründe, warum ich zurückhaltend war, meine Geschichte zu teilen. Aber jetzt weiß ich, dass es nicht mein Fehler war", schrieb Biles: "Viel zu lange habe ich mich gefragt, ob ich zu naiv war. War es mein Fehler? Jetzt weiß ich die Antworten auf diese Frage: Nein. Nein, es war nicht mein Fehler."

Biles war mit viermal Gold und einmal Bronze einer der großen Stars der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. 2017 wurde sie zur Weltsportlerin des Jahres gewählt. Derzeit arbeitet sie nach einer Pause an ihrem Comeback - allerdings ausgerechnet an dem Ort, an dem sie missbraucht worden sein soll. "Es bricht mir das Herz, wenn ich daran denke, dass ich bei der Arbeit für meinen Traum von Tokio 2020 kontinuierlich an die Trainingsstätte zurückkehren muss, an der ich missbraucht wurde", schrieb sie: "Ich habe mir geschworen, dass meine Geschichte größer wird als das, und ich verspreche euch allen, dass ich niemals aufgeben werde. Ich werde einem Mann und den anderen, die ihn haben gewähren lassen, nicht erlauben, mir meine Liebe und Freude zu stehlen."

Im Skandal steht auch der Verband massiv unter Druck. Zuletzt reichte Maroney Klage gegen USA Gymnastics und das US-Olympiakomitee USOC ein. Die 22-Jährige soll vor einem Jahr von USA Gymnastics laut Medienberichten 1,25 Millionen Dollar, das sind umgerechnet eine Million Euro, erhalten haben, damit sie über die Vorgänge um Nassar schweigt.

Quelle: n-tv.de, Dominik Kortus, sid

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