Die Olympiasieger Eric Frenzel und Johannes Rydzek sorgen sich massiv um die Zukunft der Nordischen Kombination nach dem Olympia-K.-o. durch das IOC. "Ich selber hatte den Traum, Olympiasieger zu werden. Ich hatte das Glück, ihn zu erfüllen. Das haben jetzt wahrscheinlich sehr, sehr viele Sportler eben nicht. Enorm schade, dass man sie dieser Chance beraubt", sagte Bundestrainer Frenzel, 2014 und 2018 Einzel-Goldmedaillengewinner, in einem Audiostatement, das der Deutsche Skiverband (DSV) verbreitete.
Der ebenfalls zweimal mit Olympiagold dekorierte Rydzek haderte: "Das zieht mir, zieht glaube ich vielen so ein bisschen den Boden unter den Füßen weg." Es sei "eine Entscheidung, die so weitreichend ist, die uns, vor allem den Athleten, den Betreuern, dem Umfeld die Perspektive raubt."
"Frage nach den Perspektiven"
Beim Bayerischen Rundfunk mahnte der 34-Jährige, der seine Karriere im März beendet hatte: "Die Frage nach den Perspektiven müssen wir uns sehr sehr bald stellen." Zwar plane der Weltverband FIS "aktuell weiter mit der Kombination", doch die Frage ist, wie lange das ohne olympischen Status so bleibt. Zugesichert sei die Einbeziehung bei der WM im kommenden Jahr im schwedischen Falun.
Auch der Deutsche Skiverband (DSV) hatte sich nach der einschneidenden Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees für die Spiele 2030 wenig konkret dazu geäußert, wie der Stellenwert der über Jahrzehnte medaillenträchtigen Nordischen Kombination im Verband künftig sein wird.
Eigentlich die Vorgaben des IOC erfüllt
Laut FIS-Athletensprecher Rydzek habe sich die Sportart "genau in den Punkten weiterentwickelt", in denen das IOC Veränderungen gefordert habe. Die Frauen sind mittlerweile integriert, tragen seit 2020 Weltcups aus und nehmen an Weltmeisterschaften teil, die Leistungsdichte hat auch international zugenommen. Das IOC befand aber, dass die Nordische Kombination bei Popularitätsbewertungen während der Winterspiele 2026 zumeist am Ende im Vergleich der olympischen Sportarten gelegen habe.
Der siebenmalige Weltmeister Rydzek gibt sich dennoch kämpferisch: "Ich glaube, die Kombination hat Zukunft. Zum Beispiel die Option, 2034 wieder dabei zu sein, die werden wir natürlich nicht auslassen. Wir werden schauen, dass wir alle Möglichkeiten nutzen, die es gibt. Auch wenn es aktuell wie ein mittelgroßes Wunder scheint, gleich wieder reinzukommen."

