Gummersbacher mit 16 Toren

Toptalent schlägt voll ein in der Handball-Bundesliga

Bild-AnjaVon Anja Rau
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Nikola Roganovic drehte gegen Melsungen mächtig auf. (Foto: IMAGO/Beautiful Sports)
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06.09.2026 | 08:53 Uhr
Sein gerade mal drittes Spiel in der Handball-Bundesliga verhilft Nikola Roganovic zum Hype: Der Schwede wirft sagenhafte 16 Tore für den VfL Gummersbach. Am Ende reicht es dennoch nicht zum Sieg gegen die MT Melsungen.

Erste Saison in der Bundesliga, drittes Spiel - nun 16 Tore: Nikola Roganovic ist ein Name, den sich Handball-Fans merken müssen. Der Neuzugang des VfL Gummersbach zeigte im Bundesliga-Spiel gegen die MT Melsungen, warum der Klub ihn unbedingt haben wollte. Der 20-jährige Schwede, der zu den größten Talenten seines 2006er-Jahrgangs gehört, erzielte beim 31:31 satte 16 Treffer - mehr als 50 Prozent der Tore gingen also auf seine Kappe.

Zum Vergleich: Am letzten Spieltag der vergangenen Saison hatte Welthandballer Mathias Gidsel für die Füchse Berlin 18 Tore gegen die SG Flensburg-Handewitt geworfen. Den Bundesliga-Rekord hält Stefan Schröder seit 2009, als er für den HSV Hamburg (jüngst umbenannt in HC Hamburg) 21 Tore im Spiel gegen den Stralsunder HV warf.

Roganovics Leistung gegen Melsungen las sich nach knapp 14 gespielten Minuten sogar noch gigantischer: Beim Stand von 10:8 für Gummersbach hatte er bereits 9 Tore erzielt - mehr Tore als alle Melsunger zusammen. Alter Schwede, mag man als Beobachter da über den noch sehr jungen Schweden sagen, der in der Sommerpause von HK Malmö zum Bundesliga-Traditionsteam nach Nordrhein-Westfalen gekommen war.

Debüt noch ernüchternd

Roganovic legte nun in der kurzen Zeit eine echte Leistungsexplosion hin. Beim Bundesliga-Debüt zum Saisonauftakt gegen den amtierenden Deutschen Meister SC Magdeburg (31:33) war er noch blass geblieben, hatte nur ein Tor aus neun Versuchen erzielt. Schon beim Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen (31:26) hatte er dann mit 9 Toren aus 16 Versuchen auf sich aufmerksam gemacht. Nun ließ er 16 Tore aus 18 Versuchen folgen. "Goggi hat mir sehr geholfen", so Roganovic bei Dyn ganz bescheiden über Gummersbachs Trainer Gudjon Valur Sigurdsson.

Dieser hatte vor Saisonstart vor überfrachteten Erwartungen an Roganovic gewarnt. Obwohl mit Julian Köster der Kapitän und einer der Superstars im Rückraum zum Liga-Konkurrenten THW Kiel gewechselt war, solle man nicht erwarten, dass Roganovic der nächste Köster würde, hatte der Trainer im Podcast "Hand aufs Harz". "Er ist ehrgeizig, er möchte viel trainieren" und ist "sehr weit für einen 20-Jährigen", so Sigurdsson .

Bruder-Duell bleibt Nebensache

Nun schlägt Roganovic voll ein. Im vergangenen Jahr hatte Roganovic mit der schwedischen U18-Nationalmannschaft Gold bei der EM gewonnen. Bei der EM der Erwachsenen im Januar war er dann schon im schwedischen Team dabei. Jetzt drückte er der Bundesliga-Partie gegen Melsungen seinen Stempel auf. Dabei hatten viele vorher ein Auge auf ein Brüder-Duell geworfen. Neben Roganovic war nämlich auch Spaniens Star Alex Dujshebaev nach Gummersbach gewechselt - er noch eher eingeschätzt als legitimer Köster-Ersatz. Und weil es die Geschichte so wollte, hatte sich sein jüngerer Bruder Daniel eben der MT Melsungen angeschlossen.

Alex erzielte gar kein Tor, Daniel traf nur einmal in der Partie, die bis zur letzten Sekunde hart umkämpft war. Mehrfach wechselte die Führung, mehr als drei Tore kam aber kein Team weg. Und so ging es mit 30:29 für Gummersbach in die letzten drei Minuten. Melsungen gelang der Ausgleich, dann traf Kay Smits wieder zur Führung. Weil Stepan Zeman Melsungens 2,15-Meter-Riesen Dainis Kristopans im Gesicht traf, musste Gummersbach in Unterzahl zu Ende spielen. Melsungen bekam nochmal einen Siebenmeter, glich zum 31:31 aus - und dann scheiterte Schluroff im letzten Angriff daran, doch noch den Siegtreffer zu erzielen.

In der Tabelle liegt Melsungen (3:3 Punkte) mit einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage auf Platz sieben, Gummersbach folgt direkt dahinter. Flensburg blieb am dritten Spieltag weiter makellos und setzte sich nach dem 38:33 gegen HC Erlangen mit 6:0-Punkten an die Tabellenspitze. Am heutigen Sonntag können der THW Kiel (gegen Frisch Auf Göppingen), Magdeburg und die HBW Balingen-Weilstetten - die beiden im direkten Duell - wieder aufschließen.

Verwendete Quelle: ntv.de