Fury vs. Joshua wohl in NYC

Verliert England seinen Jahrhundertkampf an die USA?

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Tyson Fury brüllt gerne - nur geboxt hat er schon länger nicht mehr. (Foto: IMAGO/Shutterstock)
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04.08.2026 | 11:03 Uhr
Ende des Jahres sollen die Schwergewichts-Giganten Tyson Fury und Anthony Joshua endlich die "Battle of Britain" schlagen und die Sehnsucht der britischen Boxfans erfüllen. Für die gibt es jetzt aber eine schlechte Nachricht.

Der britische Superkampf zwischen den Schwergewichts-Stars Tyson Fury und Anthony Joshua findet wahrscheinlich nicht auf britischem Boden, sondern in New York statt. Das berichtet das Fachportal "Boxingscene" und beruft sich auf mehrere Quellen. Für die Boxfans im Vereinigten Königreich wäre dies ein Schlag ins Kontor. Seit mehr als einem Jahrzehnt warten sie darauf, dass die Erzrivalen die große "Battle of Britain" schlagen. Nachdem sowohl Fury als auch Joshua vor einigen Wochen ihre Unterschrift unter einen Kampfvertrag gesetzt hatten, schien es zunächst ausgemacht, dass das Duell in Großbritannien stattfindet.

Aber: Netflix überträgt den für Herbst geplanten Box-Blockbuster der Ex-Weltmeister. Der Streaming-Riese wünscht sich, dass der erste Gong zu einer dem US-Markt genehmen Zeit schlägt, auf der Insel wäre es dann 2 oder 3 Uhr nachts. Für einen Kampf vor 90.000 Zuschauern im Wembley-Stadion müsste die Stadt London die Sperrstunde rund um das Nationalheiligtum der Briten in London aufheben. Als Alternative gilt noch das Principality Stadium in der walisischen Hauptstadt Cardiff, das 80.000 Fans Platz bietet und über ein verschließbares Dach verfügt.

"Sie haben ein gutes Angebot vom MSG"

Box-Mogul Turki Al-Sheikh, der über den saudischen Staatsfond PIF die Rechte an dem Kampf hält, beteuerte zwar immer wieder, er wünsche sich, dass Fury und Joshua in England boxen, brachte dafür eine spätere Startzeit ins Spiel. Zuletzt mehrten sich aber die Berichte, der Kampf finde in den USA statt. "Sie (Fury und Joshua, Anm.d.Red.) haben ein gutes Angebot vom Madison Square Garden erhalten", sagte Joshuas Promoter Eddie Hearn im Gespräch mit "The Athletic". Ziel der Matchmaker sei es, den Kampf "um drei Uhr morgens britischer Zeit" anzusetzen, wenn es an der US-Ostküste 22 Uhr ist. "Sie (Al-Sheikh und Netflix, d.Red.) wollen den Kampf in den USA. "Ich denke, Netflix geht davon aus, dass der Kampf in den USA wesentlich höhere Quoten erzielt, wenn er zur amerikanischen Primetime ausgestrahlt wird", so Hearn.

Für Boxfans außerhalb Großbritanniens wäre die "berühmteste Arena der Welt" ein deutlich besserer Austragungsort als etwa Riad, wo zuletzt viele Faustkampf-Kracher über die Bühne gingen. Im Madison Square Garden fand unter anderem "The Fight of The Century" der Box-Ikonen Muhammad Ali und Joe Frazier statt.

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Der Promoter betonte zugleich, er und Joshua wünschten einen Kampf in Großbritannien. "Wir haben darauf bestanden, dass das Bestandteil des Vertrags ist. Sollte sich daran etwas ändern, müssen wir das gemeinsam besprechen. Man kann nicht einfach bekannt geben, dass das Event in den USA stattfindet - auch wenn sie das möglicherweise tun werden. Sollte es tatsächlich so kommen, wäre das ein erhebliches Problem", sagte der 47-Jährige.

Fury kämpft auch "auf dem Mars"

Fury äußerte sich derweil ganz pragmatisch zur Frage des Schauplatzes. "Es ist mir egal, wo der Kampf ist. Man nennt uns nicht ohne Grund Preiskämpfer. Wenn der Kampf auf dem Mars ist, gehen wir dorthin, um zu kämpfen. Wer auch immer das Geld bezahlt, entscheidet, wo es stattfindet", sagte der 37-jährige Ex-Weltmeister bei IFL TV. Laut Medienberichten sind bei Fury vs. Joshua rund 200 Millionen Pfund (235 Mio. Euro) im Topf. Die Rivalen sollen das Preisgeld 50:50 teilen.

Fury hatte am 23. Juli seinen Aufbaukampf auf dem Weg zum Duell mit Joshua in Thailand gegen den 46-jährigen, einstigen Klitschko-Herausforderer Mariusz Wach aus Polen durch Abbruch in Runde sieben gewonnen. Joshua zitterte sich tags darauf in Dschidda zu einem Erfolg über den unbekannten Kristian Prenga. Nachdem Prenga den 36-Jährigen in der Eröffnungsrunde zweimal zu Boden geschickt hatte, schlug Joshua den Außenseiter in der zweiten Runde mit einer Rechten k.o.

Joshua war in seiner Karriere wie Fury zweimal Schwergewichts-Weltmeister, beide schlugen den langjährigen Dominator Waldimir Klitschko. In ihrer zweiten Regentschaft verloren die Briten ihre WM-Gürtel an den Ukrainer Oleksandr Usyk - Joshua 2021, Fury 2024.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar