Florian Wellbrock hat die deutsche Mixed-Staffel bei der Schwimm-EM in Paris zu Gold gezogen und seinen dritten Titel im vierten Rennen in der Seine gewonnen. Der Vierfach-Weltmeister, der bereits über zehn und fünf Kilometer triumphiert hatte, schlug am Samstag als Schlussschwimmer des DSV-Quartetts nach 4x1500 Meter als Erster an. Silber ging in einem engen Dreikampf an Italien vor Ungarn.
"Es ist verrückt, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet", sagte Wellbrock, der nach einer schwachen Saison mit "heruntergeschraubten" Erwartungen zur EM gereist war, "drei Titel hier hätte ich mir nicht erträumt. Ich bin wahnsinnig dankbar, dass ich das so noch mal erleben durfte."
Die 19-Jahre alte Ackermann hielt mit ihrer weiblichen Konkurrenz gut mit, konnte das hohe Tempo des Türken Emir Batur Albayrak aber logischerweise nicht mitgehen und wechselte mit 35 Sekunden Rückstand auf Gose. Doch die brauchte lediglich drei Minuten, um die Lücke zu schließen und sich an die Spitze zu setzen. Gemeinsam mit Italien und Ungarn brachte die Knockout-Europameisterin Deutschland auf Medaillenkurs.
Mit 1,20 Sekunden Rückstand auf Italien übergab Gose an Klemet, der über 10 Kilometer Bronze gewonnen hatte. Er wechselte mit 8,15 Sekunden Vorsprung auf Ungarn auf Wellbrock. Auf einer spannenden Schlussrunde attackierten David Betlehem für Ungarn und Gregorio Paltrineri aus Italien den Deutschen, doch Wellbrock war sich seiner Mittel sicher, zog das Tempo kurz vor Ende wieder an und sicherte den Sieg.
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Es ist das vierte Gold und die fünfte Medaille für das deutsche Freiwasserteam. Auch Gose hatte im Einzel Gold gewonnen. Die Männer um Wellbrock waren lediglich beim Knockout-Sprint am Freitag überraschend leer ausgegangen.
Wellbrock verabschiedet sich damit als Freiwasser-Dominator aus Paris, wo er bei den Olympischen Spielen vor zwei Jahren ein Debakel erlebt und im Becken und in der Seine Edelmetall deutlich verpasst hatte. Der Vierfach-Triumph wie im Vorjahr bei der WM in Singapur gelang dem Magdeburger allerdings nicht, weil er im Knockout-Sprint als bester Deutscher nach starkem Vorlauf und Halbfinale im Endlauf nur Siebter wurde.
Für die Beckenwettbewerbe im Centre Aquatique Olympique hatte sich der 28-Jährige gar nicht qualifiziert. Er startet dafür in der nächsten Woche in Long Beach im US-Bundesstaat Kalifornien bei den Pan Pacifics im Freiwasser, um schon einmal die Bedingungen für die Sommerspiele 2028 in Los Angeles zu testen.


