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Wie Bundesliga ohne FC Bayern Wenn eine Darts-WM ohne Taylor stattfindet

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Pfeilewerfer im Ruhestand: Phil Taylor.

imago/Rene Traut

Eine WM ohne Phil Taylor? Gibt's nicht. Bei 24 von 24 Darts-Weltmeisterschaften der PDC ist der Engländer dabei, gewinnt er 14 Mal den Titel. Nun ist alles anders, in London steht das erste Turnier ohne ihn an. Die Fans vermissen den Pensionär schon jetzt.

Eine Darts-WM ohne Phil Taylor, das ist wie die Fußball-Bundesliga ohne den FC Bayern und ohne die Dortmunder Borussia. Doch während die Münchner 1963 bei der Gründung der höchsten deutschen Spielklasse fehlten und der BVB zwischendurch vier Jahre in der zweiten Liga spielte, war Taylor als Erfolgsgarant in seinem Metier stets dabei. Bei der Premiere der PDC-WM 1994 stand der Engländer im Finale, bei seiner letzten Teilnahme im Januar 2018 auch. Dazwischen lagen 24 Jahre, viele große Momente und sagenhafte 14 Weltmeister-Titel des Darts-Großmeisters. Jetzt ist er weg - und kommt auch nicht wieder.

"Nein, ich werde nicht mehr spielen. Ich habe die Profitour überhaupt nicht vermisst, es ist zu stressig für mich, also gibt es keine Chance auf ein Comeback", sagte er. Gut elf Monate nach seinem Abgang schließt der 58 Jahre alte Taylor ein Comeback aus und wird auch nicht in anderer Funktion bei der WM vom 13. Dezember bis zum 1. Januar in London auftreten, teilte sein Management mit. Taylor genießt den Ruhestand und vermarktet sich exzellent. Hunderte Schaukämpfe spielte er in diesem Jahr, trat in Australien auf, tourte durch Großbritannien und zeigte sich auch den Zuschauern in Deutschland.

"There's only one Phil Taylor"

"Ich bin viel gereist, habe viel gespielt und auch viel Zeit mit meiner Familie verbringen können", erzählt er. "Ich genieße das." Er hat sein Leben verändert und keinen Druck mehr. Doch die Fans vermissen die Darts-Legende aus Stoke-on-Trent. Den Klassiker "There's only one Phil Taylor" grölen sie bei Ranglistenturnieren noch immer lautstark, sie tragen seine T-Shirts viel häufiger als die seiner Nachfolger. Im Londoner Alexandra Palace, wo der Engländer seine größten Erfolge feierte, werden sie ihn nun noch einmal hochleben lassen.

Seine Kollegen bewundern ihn dafür, wie sehr er ihren Sport gefördert hat. "Er hat jeden darauf aufmerksam gemacht. Er ist die Legende unserer Sportart", sagte Max Hopp, bester deutsche Spieler auf der Profitour. Taylors langjähriger Rivale Raymond van Barneveld, der nach der WM 2020 selbst Schluss machen wird, sagt: "Er ist der absolut beste Spieler dieser Welt." Bei einem Kaltstart in London wäre Taylor wohl sofort konkurrenzfähig, er wirkt munter wie eh und je.

Ein Comeback, wie es Radfahrer Lance Armstrong und Formel-1-Pilot Michael Schumacher im Karriereherbst gewagt hatten, lehnt Taylor aber ab: "Ich möchte mehr Zeit zu Hause verbringen, schließlich bin ich fast 60 Jahre alt." Und wer wird erster Weltmeister der Nach-Taylor-Ära? Er tippt auf Michael van Gerwen aus den Niederlanden, die Nummer  eins der Weltrangliste. Und weist darauf hin, seinen Landsmann und Schützling Adrian Lewis bitte nicht zu vergessen.

Quelle: n-tv.de, Patrick Reichardt und Marc Niedzolka, dpa

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