Gänsehaut nach Krimi: Norweger eskalieren wieder beim ikonischen Jubel
Der nächste Sieg, die nächste Rudereinlage. Nach dem 2:1-Erfolg gegen die Elfenbeinküste hat das inzwischen kultige Ruder-Fieber nicht nur die Fans gepackt. Die norwegische Mannschaft um Siegtorschütze Erling Haaland feiert den Einzug ins Achtelfinale - begleitet von einem lautstarken "Ro".
"Freudentänze getanzt": Trump-Minister verhöhnt Iraner nach WM-Aus
Mit seinem Jubel über das Vorrunden-Aus des Irans bei der WM hat Markwayne Mullin, Minister für Innere Sicherheit im Kabinett von US-Präsident Donald Trump, den iranischen Fußball-Verband weiter verstimmt. "Ich bin einfach nur froh, dass sie fertig sind und dass sie nicht zurückkommen", hatte der Homeland Security Secretary gesagt. Er sei sehr glücklich gewesen, als sie die Visa der Iraner widerrufen hätten "und ich habe vielleicht auch ein oder zwei Lieder gesungen oder vielleicht sogar einen Freudentanz getanzt", sagte Mullin.
Die iranische Nationalmannschaft musste wegen Einreisebeschränkungen für jedes Spiel aus dem WM-Quartier im mexikanischen Tijuana in die USA einreisen und durfte nur für kurze Zeiträume vor und nach den Spielen in den Vereinigten Staaten bleiben. Spieler und Verantwortliche hatten deswegen von einer klaren Benachteiligung gesprochen. Der Iran hatte den Einzug in die K.o.-Runde knapp verpasst.
Der Fußball-Verband des Iran kritisierte die Äußerungen von Mullin, zeigte sich aber nicht überrascht. "Iraner sind die schlechten Behandlungen und Lügen von US-Offiziellen gewohnt, deshalb ist niemand im Iran überrascht von diesen feindlichen Äußerungen", hieß es in einem Verbandsstatement.
Brasilien muss auf nächsten Offensivstar verzichten
Die brasilianische Nationalmannschaft muss in der K.o.-Phase der Fußball-Weltmeisterschaft vorerst auf Stammspieler Lucas Paquetá verzichten. Wie der Verband CBF mitteilte, sei beim 28-Jährigen eine Muskelverletzung im hinteren Bereich des linken Oberschenkels diagnostiziert worden. Der Mittelfeldspieler werde nun "ein intensives Behandlungsprogramm absolvieren, um sich so schnell wie möglich zu erholen und wieder ins Training einzusteigen".
Über die genaue Ausfalldauer machte die Selecao keine Angaben, ein Einsatz im Achtelfinale am Sonntag (22 Uhr MESZ) in East Rutherford vor den Toren New Yorks scheint aber nahezu ausgeschlossen. Beim 2:1 gegen Japan im Sechzehntelfinale hatte sich Paquetá schon früh im Spiel mit sorgenvollem Blick an den Oberschenkel gegriffen, zur Halbzeit wurde er von Endrick ersetzt. Neben Paquetá fehlt derzeit mit Raphinha auch ein weiterer Leistungsträger bei Brasilien mit einer Oberschenkelblessur.
"Mehr gibt es nicht zu sagen": WM-Desaster nimmt Deniz Undav schwer mit
Zwei Spiele sieht es so aus, als könnte Deniz Undav die Fußball-WM zu seiner persönlichen Heldengeschichte machen. Tor im Duell mit Curacao (7:1) zum Auftakt, Doppelpack samt Last-Minute-Siegtreffer gegen die Elfenbeinküste (2:1). Doch dann ging auch der Stuttgarter Super-Joker mit seinem Team unter: Wirkungslos beim 1:2 gegen Ecuador und beinahe inexistent beim schmachvollen Aus gegen Paraguay.
Dennoch: Undav, der bei Bundestrainer Nagelsmann stets besonders in der Beweispflicht zu stehen scheint, wird unter den DFB-Spielern, die das erneute WM-Desaster zu verantworten haben, wohl mit am wenigsten Schaden genommen haben. Und so gibt es vom Volk Hundertausendfache Zustimmung und Aufmunterung unter der Blitzanalyse des Stürmers zum Ausscheiden: "Wir haben Deutschland enttäuscht. Das sitzt", schreibt der dreifache deutsche WM-Torschütze bei Instagram an seine 1,2 Millionen Follower. "Mehr gibt es gerade nicht zu sagen."
Knapp 9000 Kommentare haben sich unter dem Beitrag versammelt, weit mehr als 300.000 virtuelle Herzen sind ihm zugeflogen. Den Schmerz lindern wird das kurzfristig allerdings kaum.

ntv-Reporter rechnet schonungslos mit Nagelsmann ab
Tuchel droht wegen Doppel-Ausfall der Worst Case
Englands deutscher Trainer Thomas Tuchel muss bei der Fußball-WM im Sechzehntelfinale gegen die DR Kongo sehr wahrscheinlich auf Reece James und Jarell Quansah verzichten. Das Außenverteidiger-Duo konnte verletzungsbedingt nicht am Abschlusstraining in Kansas City teilnehmen und droht für die Partie an diesem Mittwoch (18 Uhr MEZ) in Atlanta auszufallen.
Personell wird es für Tuchel auf der rechten Außenverteidiger-Position nun langsam eng. Vor Beginn der Weltmeisterschaft hatte bereits Tino Livramento wegen einer Verletzung passen müssen. Dennoch gehen die Three Lions als klarer Favorit ins Duell mit dem Kongo. Zumal Mittelfeldstratege Declan Rice wieder in die Startelf rücken wird.
"Erschütterter" Weltmeister sieht etliche Mängel beim DFB
Ex-Nationalspieler Sami Khedira führt die Reihe von enttäuschenden deutschen Ergebnissen bei den großen Fußball-Turnieren auch auf die Nachwuchsarbeit zurück. "Wir dürfen die Spieler und Kinder nicht nur in Watte packen und sagen, das Gewinnen ist nicht mehr wichtig und nur die perfekte Technik zählt", sagte der Weltmeister von 2014 im Podcast des "Waiblinger Zeitungsverlags" und sprach von einem "Ausbildungsthema".

Fragwürdige VAR-Entscheidung: Waldemar Anton wütet
Auf dem "absoluten Topniveau" brauche es "die Kombination aus Mentalität, Führungsqualitäten und natürlich Technik, Pass- und Abschlussfähigkeiten", erklärte Khedira. "Mir fehlen aktuell die Leader, die wir nicht in dem Ausmaß haben. Und das spiegelt sich in Spielen wie gegen Paraguay wider."
"Ich bin sehr erschüttert über das Ausscheiden", sagte Khedira. Es sei aber "die Quittung für die letzten Jahre", so der frühere Mittelfeld-Star. "Nach dem guten Start gegen Curaçao und der kämpferisch starken Leistung gegen die Elfenbeinküste waren die letzten beiden Spiele sehr erschreckend."
Milan schnappt sich PSG-Stürmer Ramos für 74 Millionen Euro
Der portugiesische WM-Stürmer Goncalo Ramos wechselt vom französischen Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain zum italienischen Traditionsklub AC Mailand. Die Lombarden statteten den 25-Jährigen mit einem Vertrag bis 2031 aus und geben so viel Geld aus wie für keinen Spieler zuvor in ihrer Vereinsgeschichte. Die Ablösesumme soll 74 Millionen Euro betragen und könnte mit Boni auf 90 Millionen steigen.
Ramos, der bei PSG in der hochkarätig besetzten Offensive um den Weltfußballer Ousmane Dembélé meist nur zweite Wahl war, kam in drei Jahren in Paris in 131 Pflichtspielen immerhin auf 45 Tore. Der 26-malige Nationalspieler stand bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada bislang für Portugal nur sieben Minuten auf dem Feld. In Mailand gilt er als Wunschspieler seines Landsmannes Rúben Amorim, der Milan in der kommenden Saison trainiert.
LeBron James beendet das Kapitel Los Angeles Lakers
NBA-Super LeBron James hängt offenbar noch eine weitere Saison in der NBA dran. Das berichtet der US-Sportsender ESPN unter Berufung auf den Agenten von James. Dieser habe aber bereits die Los Angeles Lakers informiert, dass der 41-Jährige nicht vorhabe, seine Karriere bei der Franchise fortzusetzen.
Doch wo zieht es den vierfachen Finals-MVP hin? In den vergangenen Tagen wurden unter anderem die Golden State Warriors als ein mögliches Ziel für James genannt. Auch seine frühere Franchise, die Cleveland Cavaliers, sollen einer Wiedervereinigung gegenüber nicht abgeneigt sein, heißt es.
Erster Wimbledon-Knall: Mitfavorit scheitert in Runde 1
Zweiter Turniertag, erste große Überraschung in Wimbledon: Ben Shelton, Nummer fünf der Weltrangliste und Sieger des Vorbereitungsturniers in Stuttgart, ist in der ersten Runde ausgeschieden. Der 23-Jährige aus den USA unterlag dem Finnen Otto Virtanen nach 4:21 Stunden 4:6, 6:3, 7:6 (10:8), 2:6, 6:7 (9:11). Im entscheidenden Tiebreak im fünften Satz vergab der große Favorit einen Matchball.
Shelton hatte in den vergangenen beiden Jahren in Wimbledon überzeugt, 2024 im Achtel- und 2025 im Viertelfinale verlor er jeweils erst gegen Jannik Sinner. Im vergangenen Jahr holte sich der Italiener anschließend seinen ersten Titel im All England Club. Shelton galt in der Hälfte von Alexander Zverev als einer der Hauptkonkurrenten des deutschen French-Open-Siegers.
Französischer Traditionsklub stürzt weiter ab
30 Jahre nach dem verlorenen UEFA-Cup-Finale gegen Bayern München ist der inzwischen nur noch viertklassige Traditionsklub Girondins Bordeaux wegen mangelnder Zahlungsfähigkeit von allen nationalen Fußball-Wettbewerben in Frankreich ausgeschlossen worden. Diese Entscheidung der Finanzaufsicht des französischen Fußballs (DNCG) bestätigte der Klub. Zugleich kündigten die hochverschuldeten Südfranzosen, die derzeit mit einem britischen Investor Übernahmeverhandlungen führen, Einspruch gegen den DNCG-Beschluss an.
Die landesweite Spielsperre aufgrund eines Haushaltslochs von neun Millionen Euro bedeutet einen neuen Tiefpunkt in der einst glänzenden Vereinsgeschichte des sechsmaligen Meisters. Nach dem Absturz in die Ligue 2 vor vier Jahren sorgte 2024 der Zwangsabstieg des früheren Champions-League-Teilnehmers in die National einmal mehr für Negativschlagzeilen. Erst im zurückliegenden Frühjahr hatte der Weltverband FIFA ebenfalls aus finanziellen Gründen gegen den ehemaligen Verein von Weltmeistern wie Zinédine Zidane, Didier Deschamps und Bixente Lizarazu oder deutschen Legionären wie Klaus Allofs und Dieter Müller eine Transfersperre verhängt.
Engländer fordern: "FIFA schuldet Deutschland eine massive Entschuldigung"
Dass der Schiedsrichter auf VAR-Anraten Jonathan Tahs vermeintliches Siegtor gegen Paraguay zurückgepfiffen hat, kommt selbst in England nicht gut an. Der Radiosender "Talksport" titelt sogar: "Die FIFA schuldet Deutschland eine massive Entschuldigung." Die "schlimmste Fehlentscheidung der WM 2026" habe das Spiel "ruiniert".
Auch Stürmer-Legende Alan Shearer sah eine klare Fehlentscheidung. "Der Torwart fällt schon bei der kleinsten Berührung zu Boden und die war sehr leicht." Und weiter wetterte er: "Ich denke, es war eine furchtbare Entscheidung. Man muss verstehen, dass es ein Kontaktsport ist. Der Torwart hat den Schiedsrichter und den VAR ausgetrickst. Die Art, wie er zu Boden ging, war erbärmlich."
CBS-Experte und Torwart-Legende Peter Schmeichel urteilte ähnlich: "Er (Anton, Anm.d.Red.) ist einfach nur da. Der Torwart rennt in ihn rein. Für mich haben sie das falsch entschieden."
Deutsche Erfolgs-Premiere in Wimbledon
Premiere an der Church Road: Yannick Hanfmann hat erstmals die zweite Runde von Wimbledon erreicht. Der Karlsruher setzte sich gegen den Franzosen Giovanni Mpetshi Perricard mit 6:7 (6:8), 7:6 (11:9), 6:2, 6:3 durch. Nach Jan-Lennard Struff überstand damit der zweite deutsche Tennisprofi Runde eins. Hanfmann steht zum vierten Mal im Hauptfeld des Rasenklassikers, bei den vorherigen drei Teilnahmen war er jeweils an seiner Auftakthürde gescheitert. Der Weltranglisten-56. trifft nun auf den an Nummer 19 gesetzten Russen Karen Chatschanow oder den Briten Billy Harris.
Gegen den gewaltigen Aufschläger Mpetshi Perricard, der schon nach dem ersten Satz zwölf Asse auf dem Konto hatte, überzeugte auch Hanfmann bei eigenem Service. Nachdem er den ersten Durchgang im Tiebreak unglücklich verlor, behielt der 34-Jährige in einem packenden Finish des zweiten Satzes die Oberhand. Nun war Hanfmann der bessere Spieler, nach 2:40 Stunden Spielzeit auf Court 8 war sein erster Erfolg an der Church Road perfekt.
Neben Hanfmann und Struff, der am Montag einen "dreckigen Sieg" gegen den Argentinier Sebastián Báez feierte, will am zweiten Turniertag auch French-Open-Sieger Alexander Zverev die nächste Runde erreichen. Der Hamburger startet seine Titeljagd gegen den Belgier Alexander Blockx. Zudem spielt Daniel Altmaier gegen Alex Molcan aus der Slowakei.
Weltmeister-Kapitän Schröder hat Ratschlag für DFB-Elf
Nationalmannschaftskapitän Dennis Schröder reitet mit den deutschen Basketballern seit Jahren auf einer Erfolgswelle - und leidet mit dem DFB-Team nach dem Aus bei der Fußball-WM. "Wenn man fällt, sollte man aufstehen und besser werden", sagte der NBA-Profi in Berlin am Rande des Trainings für die kommenden Länderspiele, es sei "sehr schade, dass sie rausgeflogen sind".
"Man kann nicht immer gewinnen. Wir hatten das auch über Jahre, wo ich angefangen habe mit der Nationalmannschaft", so Schröder, "und jetzt sind wir on top. Es braucht halt manchmal ein bisschen Zeit." Für den Braunschweiger, leidenschaftlicher Fußballfan, ändert die nächste Enttäuschung nichts an seiner Einstellung: "Ich bin immer da, Nummer-1-Supporter, egal ob sie verlieren oder gewinnen."
Wie viele andere ärgerte sich Schröder beim Spiel im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (3:4 i.E.) über das zurückgenommene Tor von Jonathan Tah in der Verlängerung. "Das hätte zählen müssen, so hätten wir gewonnen."
Bayern-Legende fordert: Urbig muss neue Nummer 1 werden
Nach dem blamablen WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft fordert Stefan Effenberg einen Umbruch auf der Position des Torwarts. "Beim nächsten Länderspiel muss Jonas Urbig vom FC Bayern als neue deutsche Nummer eins im Tor stehen", schrieb der 57-Jährige in seiner Kolumne für "T-Online": "Das Kapitel Manuel Neuer beim DFB sollte jetzt endgültig geschlossen sein, aber auch eine Rückkehr zum 36-jährigen Oliver Baumann macht für mich langfristig keinen Sinn."
Baumann hatte mit teils starken Leistungen großen Anteil an der erfolgreichen WM-Qualifikation der deutschen Mannschaft. Kurz vor dem WM-Start reaktivierte Bundestrainer Julian Nagelsmann allerdings Manuel Neuer, Baumann musste zurück auf die Bank. Urbig ist beim FC Bayern die Nummer zwei hinter Neuer. Der 40-Jährige soll den Youngster in der kommenden Saison - wohl Neuers letzte aktive Spielzeit - als eine Art Mentor mit zum Nachfolger aufbauen. Geht es nach Effenberg, schlägt die Stunde des 22-Jährigen im DFB-Team schon früher: "Jetzt muss Urbig ran - wenn er seine starken Leistungen aus der vergangenen Saison beim FC Bayern bestätigt und vermehrt Spielzeit neben Neuer bekommt."
Noch ein Weltverband lädt Russen wieder ein
Russische Eiskunstläufer können als neutrale Athleten ab der kommenden Saison wieder an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Das gab die Internationale Eislaufunion (ISU) bekannt und hob damit das seit Februar 2022 bestehende Verbot für Aktive sowie Offizielle auf. Neben den Russen können auch Sportlerinnen und Sportler aus Belarus trotz des seit knapp viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine unter neutralem Status - also ohne staatliche Symbole wie Nationalflaggen, Nationalkleidung und Nationalhymnen - bei Weltmeisterschaften und Grand-Prix-Wettbewerben starten. Voraussetzung ist, dass die Athletinnen und Athleten "zu keinem Zeitpunkt seit Februar 2022 diesen Krieg aktiv und öffentlich unterstützt haben".
Bei seiner Entscheidung habe der Weltverband die Entwicklungen in der gesamten Olympischen Bewegung berücksichtigt, hieß es in der Mitteilung. Zuvor hatten bereits andere Sportverbände die Ausschlüsse der Russen und Belarussen aufgehoben.
Marokko siegt über Niederlande, in Den Haag gibt es Krawalle
Nach dem Sieg gegen die Niederlande bei der Fußball-WM im Elfmeterschießen kam es in Den Haag bei Feiern von Anhängern von Marokko nach Angaben der Polizei vereinzelt zu Zusammenstößen. Beamte seien mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden. Die Polizei griff anschließend nach eigenen Angaben ein. 13 Menschen seien festgenommen worden. Auch wurde der Polizei zufolge ein Wasserwerfer eingesetzt. Fans hätten Straßen blockiert und den Verkehr behindert.

Nach dem Sieg von Marokko waren spontan Hunderte von Fans in mehreren niederländischen Städten auf die Straße gegangen. In Amsterdam, Utrecht und Den Haag fuhren Autos hupend durch die Straßen. Fans jubelten und feierten ausgelassen.
DFB gehen viele FIFA-Millionen durch die Lappen
Der Deutsche Fußball-Bund verpasst durch das überraschend frühe Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM viele Millionen Euro. Für das Erreichen der ersten K-o.-Runde erhält der DFB vom Weltverband FIFA elf Millionen US-Dollar (9,66 Millionen Euro). Das Achtelfinale hätte vier weitere Millionen Dollar gebracht, nochmal vier wären für das Viertelfinale drauf gekommen. Der künftige Weltmeister wird mit 50 Millionen US-Dollar Prämie finanziell entlohnt, für den unterlegenen Finalisten gibt es 33 Millionen.
Schon vor dem Turnierstart hatte sich die finanzielle Herausforderung für die Verbände abgezeichnet. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hatte schon vor dem Beginn gesagt, dass es für eine europäische Nation ohne Halbfinaleinzug schwer werde, "wirtschaftlich schwarze Zahlen zu schreiben". Durch das Vorrundenaus 2018 in Russland und 2022 in Katar erlitt der deutsche Verband bereits erhebliche finanzielle Einbußen. Für den WM-Sieg 2014 hatte die Nationalmannschaft 35 Millionen Dollar für den DFB eingespielt, damals rund 25,7 Millionen Euro.
1139 Erfassungen: Drohnen-Alarm bei WM
In der Nähe von US-Stadien wurden bei der Fußball-Weltmeisterschaft über 1000 Drohnen entdeckt. Wie Andrew Giuliani, der Turnierbeauftragte des Weißen Hauses, mitteilte, wurden die Drohnen ohne Gewaltanwendung außer Gefecht gesetzt, ohne jedoch zu erläutern, wie dies geschah. "Bis Sonntagabend gab es 1139 Drohnenerfassungen bei der Weltmeisterschaft und an weltmeisterschaftsbezogenen Veranstaltungsorten", sagte Giuliani im vom Federal Bureau of Investigation (FBI) organisierten International Police Cooperation Center (IPCC) nahe Washington.
Das FBI habe zudem "über 500 dieser Drohnen beschlagnahmt, um sie als Beweismittel in Ermittlungen zu verarbeiten", erklärte Doug Olson, der beim FBI als verantwortlicher Sonderermittler für die Koordinierung rund um die Weltmeisterschaft 2026 zuständig ist. Die USA hatten im Vorfeld der Weltmeisterschaft Abwehrmaßnahmen gegen Drohnen zu einem zentralen Bestandteil ihrer Sicherheitsbemühungen gemacht und dafür mehrere Hundert Millionen Dollar bereitgestellt.
Elfmeter: DFB-Team sorgt für nie dagewesene Tragödie
Jetzt kann Deutschland nicht mal mehr Elfmeter ... Hinüber sind die Zeiten als das DFB-Team gefürchtet war. Und spätestens - so ja die in den kollektiven Fußball-Sprachgebrauch übergegangene Phrase "Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen" von Gary Lineker - im Elfmeterschießen gewinnen. Es war einmal. Nun hat das DFB-Team schon länger nichts gewonnen, aber auch nicht im Elfmeterschießen verloren.
Bis jetzt zum Sechzehntelfinale bei der WM gegen Paraguay. Eigentlich doch eine sichere Sache. Erst einmal hatte ein Deutscher einen Elfmeter bei einer Weltmeisterschaft nicht im Tor versenkt. Uli Stielike im Halbfinale 1982. Nun hat er in der Statistik unrühmliche Begleitung bekommen. Mit Kai Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah kommen gleich drei DFB-Spieler hinzu. 44 Jahre lang hatte kein Deutscher verschossen. Nun sind es gleich drei.
Manuel Neuer bestätigt erneutes DFB-Ende
Mit dem bitteren Aus gegen Paraguay hat die Nationalmannschaftskarriere von Manuel Neuer ein - erneutes - Ende genommen. "Ja", sagte der Torhüter auf die Frage, ob das Sechzehntelfinale der WM sein letztes Länderspiel gewesen sei, in der ARD. Neuer hatte bereits nach der EM 2024 in Deutschland seinen Rücktritt erklärt, gab zur Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko aber sein Comeback im DFB-Trikot. Oliver Baumann, Stammtorwart in der Qualifikation, rückte dafür wieder ins zweite Glied.
Neuer ist 40 Jahre alt, die Niederlage gegen Paraguay (3:4 im Elfmeterschießen) war sein 128. Länderspiel. In der "ewigen" DFB-Liste liegt der Weltmeister von 2014 damit auf Rang fünf hinter Lothar Matthäus (150), Miroslav Klose (137), Thomas Müller (131) und Lukas Podolski (130) - allesamt ebenfalls Weltmeister.
Familien sind schuld? Matthäus kritisiert DFB-Team
Nach dem WM-Aus der Nationalmannschaft hat Rekordnationalspieler Lothar Matthäus die Familien im Teamumfeld beim Turnier als Störfaktor ausgemacht. "Es gab viele Themen, die vielleicht wichtiger waren, als das auf dem Fußballplatz", sagte Matthäus der "Bild" und äußerte Zweifel an der Einbindung von Angehörigen. "Frauen, Familien, alles war dabei", betonte der 65-Jährige. "Ich weiß nicht, warum man jetzt schon von Anfang an die ganzen Familien dabei haben muss." Nach seiner Einschätzung wären dadurch auch Reisemöglichkeiten und Hotelbuchungen Thema in der Mannschaft gewesen. "Der eine war dann sauer auf den anderen, weil bei einem die Mama mitfliegen durfte und bei dem anderen durfte die Frau mitfliegen und die Kinder. Die anderen mussten dann mit der Linienmaschine fliegen", erklärte Matthäus.
Zugleich erinnerte der Ex-Profi an eigene Erfahrungen von der WM 1994, als der Umgang mit Spielerfamilien permanent für Diskussionen im Team gesorgt hatte. Damals war es zu Spannungen gekommen, nachdem einzelne Partnerinnen entgegen anderer Absprachen innerhalb der Mannschaft am Teamquartier auftauchten.
"Verheerend", "Blamage": Klinsmann teilt gegen DFB-Team aus
Der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat deutliche Worte für das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay gefunden. "Die Art und Weise, wie wir heute Abend ausgeschieden sind, ist verheerend, ist eine Blamage, ist etwas, womit niemand, wirklich niemand gerechnet hat", sagte Klinsmann in einem Interview bei ESPN. Das Ergebnis stürze den deutschen Fußball in ein "riesiges Loch". Alles müsse nun auf den Prüfstand gestellt werden, betonte der 61-Jährige. "Alles, von oben bis unten, muss hinterfragt und diskutiert werden. Natürlich wird es Konsequenzen geben, was auch immer diese Konsequenzen sein mögen." Die Mannschaft habe "schlampig" gespielt und sei "nicht energisch, nicht entschlossen und nicht aggressiv genug" gewesen. Die Art und Weise des Ausscheidens sei "äußerst enttäuschend", betonte Klinsmann.
Zur Frage nach der Verantwortung von Bundestrainer Julian Nagelsmann sagte Klinsmann, diese liege nicht bei einer einzelnen Person. "Die Verantwortung liegt bei allen - vom Trainerstab über den Verband bis hin zu jedem einzelnen Spieler, der in diesen 26-Mann-Kader berufen wurde. Jeder hat seinen Teil zu diesem Desaster beigetragen." Die Mannschaft habe "definitiv ihr Gesicht verloren" und müsse die Schuld bei allen Beteiligten suchen.
DFB-Reporter rechnet knallhart mit Nagelsmann ab
Nach dem enttäuschenden WM-Aus des DFB sieht sich Bundestrainer Julian Nagelsmann erneut einer Welle von Kritik ausgesetzt. RTL-Reporter Jonas Gerdes resümiert: "Wenn Julian Nagelsmann ein, zwei Nächte drüber schläft, wird auch er erkennen, dass er vielleicht nicht das Format des Bundestrainers hat."

ntv-Reporter rechnet schonungslos mit Nagelsmann ab
Paraguays Torwart wusste alles über die deutschen Elfmeter
Orlando Gill entschärfte zunächst die Elfmeter von Kai Havertz und Nick Woltemade - und brachte schließlich Jonathan Tah so aus dem Konzept, dass dieser den Ball weit über das Tor in den Abendhimmel von Massachusetts jagte. Mit insgesamt drei vereitelten Strafstößen avancierte Paraguays Torhüter im Sechzehntelfinale der Fußball-WM zum großen Deutschland-Schreck.
Auf die Frage, ob der Erfolg reine Intuition oder akribische Vorbereitung gewesen sei, erklärte der 26-Jährige der Zeitung "ABC" nach dem 4:3 im Elfmeterschießen gegen Deutschland: "Ich habe jeden Spieler, jeden Aspekt, jedes Detail analysiert, und Gott sei Dank konnte ich zwei Elfmeter halten, was für die Qualifikation entscheidend war."
Schon während der regulären Spielzeit und der Verlängerung hatte der Torhüter sein Team mit Paraden gegen Havertz und Woltemade im Spiel gehalten. "Es war wirklich wie in einem Horrorfilm - die Deutschen tauchten einfach überall auf. Ich kann selbst noch kaum glauben, was wir da geschafft haben. Ehrlich gesagt gibt es keine Worte für diesen Moment. Es sind so viele Gefühle", sagte Gill.
"Zweimal reingeschissen" - Havertz entschuldigt sich für die Leistung
Schon wieder endet eine Weltmeisterschaft für Deutschland viel zu früh. Die Stars des DFB-Teams sind schwer angeschlagen. Kai Havertz findet deutliche Worte für seine Leistung nach dem WM-Aus gegen Paraguay.
Matthäus rechnet mit Nagelsmann-Knall
Lothar Matthäus rechnet nach dem frühen Aus bei der Fußball-WM mit einem Abschied von Julian Nagelsmann und einem neuen Bundestrainer für die Nationalmannschaft. "Ich glaube, dass es nach dieser Weltmeisterschaft mit einem neuen Trainer weitergehen muss. Das war einfach zu viel. Es gibt wahrscheinlich einiges aufzuarbeiten, auf dem Platz, außerhalb des Platzes", sagte Matthäus der "Bild".
Matthäus kritisierte die Leistung im Sechzehntelfinale gegen Paraguay, das Deutschland 3:4 im Elfmeterschießen verlor, empfand sie aber nicht als Einzelfall. "Ein Spiel kann immer passieren. Aber wir haben ja schon gegen Ecuador Katastrophe gespielt", sagte der 65-Jährige. "Wenn man das Gesamte sieht: Ich bin nicht traurig. Ich bin überrascht, dass man gegen eine so schwache Mannschaft ausscheiden kann. Aber ich bin nicht traurig aufgrund der gezeigten Leistung."
In Schutz nahm Matthäus Kapitän Joshua Kimmich. "Er ist ja einer, der führen will, das zeigt er auch bei Bayern München. Du musst ihn halt auf die richtige Position stellen. Ich glaube nicht, dass er sich hinten rechts wohl gefühlt hat", sagte Matthäus. "Er ist für mich nach wie vor ein Spieler der auch in den nächsten Jahren bei der Nationalmannschaft dabei sein wird."
Ihre Meinung ist gefragt: Kann Julian Nagelsmann jetzt noch Bundestrainer bleiben?
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft scheitert bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko schon im Sechzehntelfinale. Die Niederlage im Elfmeterschießen gegen den krassen Außenseiter Paraguay ist nichts weniger als ein Desaster. Bundestrainer Julian Nagelsmann verkündet nach dem Spiel, dass er nicht an Rücktritt denke und bereitstehe, wenn der DFB mit ihm den Weg zur EM 2028 gehen möchte. Wie ist Ihre Meinung: Kann Julian Nagelsmann jetzt wirklich Bundestrainer bleiben?
DFB-Rücktritt? Joshua Kimmich will "niemals" aufgeben
Nationalmannschaftskapitän Joshua Kimmich hat nach der dritten enttäuschenden Weltmeisterschaft in Serie einen Rücktritt ausgeschlossen. "Ich werde immer die Power haben für einen neuen Anlauf. Was ich niemals tun werde ist: Aufgeben", sagte der 31 Jahre alte Fußball-Profi bei Magenta TV nach dem völlig unerwarteten Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Paraguay.
Wie schon nach dem Aus in der Gruppenphase in Katar bei der vorausgehenden WM fand der Bayern-Profi deutliche und reflektierte Worte. Es sei "schon so, dass man hier antritt und Deutschland stolz machen will", sagte Kimmich. Als Kind erinnere er sich an Finals oder Halbfinals für das DFB-Team. Das wolle man auch der aktuellen Generation geben.
"Fakt ist, dass wir das all den Menschen zu Hause nicht geben konnten. Das ist sehr, sehr schade. Gerade in einer Zeit, wo es uns, glaube ich, extrem guttun würde in Deutschland, wenn wir was haben, worauf man stolz sein kann. Die Nationalmannschaft ist es leider gerade nicht", sagte Kimmich.
Bundeskanzler reagiert auf das frühe WM-Aus des DFB-Teams
Bundeskanzler Friedrich Merz hat der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach dem frühen Aus bei der Fußball-WM Mut zugesprochen. "Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel", hieß es in einem Beitrag des offiziellen Accounts des Kanzlers auf X. "Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch."
Die DFB-Auswahl war zuvor nach einer enttäuschenden Leistung im Sechzehntelfinale an Paraguay gescheitert. Deutschland war in 120 Minuten nicht über ein 1:1 hinausgekommen und verlor im Anschluss das Elfmeterschießen mit 3:4. Es ist nach dem Vorrundenaus 2018 und 2022 das dritte frühe Scheitern seit dem WM-Titel von Rio de Janeiro vor zwölf Jahren.
Klopp entsetzt über "nicht funktionierendes" DFB-Team
"Schattenmann" Jürgen Klopp hat mit Entsetzen auf das niederschmetternde WM-Aus von Bundestrainer Julian Nagelsmann und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft reagiert. "Es gibt 500.000 Wege, ein Fußballspiel zu gewinnen. Du musst nur einen finden", sagte der Experte von MagentaTV nach der 3:4-Pleite im Elfmeterschießen gegen Paraguay im Sechzehntelfinale von Foxborough. "Es gab nur ein Ziel, einen Traum, der ist geplatzt. Es war dramatisch. Wir haben nicht funktioniert."
Die DFB-Elf habe "zu wenig kreiert", kritisierte Klopp: "Du musst über die Flügel kommen. Es gibt keine Alternative. Wir wissen alle, wie gut die Jungs spielen können, aber das haben sie nicht auf den Platz bekommen." In drei Monaten, sagte der Fußball-Chef des Red-Bull-Imperiums, "werden wir wieder von Wirtz und Musiala schwärmen, wie großartig sie sind. Aber eben nicht jetzt."
Auch der Kopf habe sicherlich eine Rolle gespielt. "Paraguay hatte die Möglichkeit, etwas zu erreichen", betonte Klopp. "Deutschland hatte den Druck, etwas zu erreichen." Es habe zu wenig Tempoverschärfungen und Konsequenz gegeben. "Jeder im Stadion hat gedacht: Jetzt drehen sie es! Haben wir aber nicht. Wir haben sie vom Haken gelassen."


