"Korruption" und "skandalöser Ausverkauf": FIFA für Pläne attackiert
Die Organisation FairSquare hat die Investoren-Pläne des Weltverbandes FIFA rund um die Fußball-Weltmeisterschaft als "skandalösen Ausverkauf unseres gemeinsamen Erbes" bezeichnet. Wie der Direktor der Organisation Nicholas McGeehan mitteilte, gehöre der Fußball "nicht der FIFA, um ihn zu verkaufen - schon gar nicht an Private-Equity-Fonds und Organisationen, die ausschließlich daran interessiert sind, von der Popularität des Sports zu profitieren".
FairSquare befürchtet mit Blick auf die Pläne, dass "dies das Patronagenetzwerk ankurbeln wird, das die Hauptursache für die Missstände bei der FIFA ist und das Potenzial birgt, Korruption zu begünstigen. FairSquare ruft "Politiker sowie alle anderen einflussreichen Persönlichkeiten und Organisationen" deshalb unter anderem dazu auf, "sich diesen Plänen zu widersetzen und die Forderungen nach einer Untersuchung der Verbindungen von Gianni Infantino zu US-Präsident Donald Trump durch die Ethikkommission der FIFA zu unterstützen."
"Zutiefst besorgt": FIFA kassiert weiteren Gegenwind
Nach der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat auch der Kontinentalverband CONCACAF Kritik an den Plänen des Weltverbandes FIFA, Teil der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, geäußert. Insbesondere den aus ihrer Sicht intransparenten Prozess rückte die CONCACAF in den Fokus: "Wir sind zutiefst besorgt über das Fehlen eines ordnungsgemäßen Verfahrens", teilte der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik gegenüber dem "Guardian" mit.
"Als Führungskräfte im Fußball sind wir die Hüter des Sports", hieß es zudem in der Erklärung, "gemeinsam tragen die FIFA, die Konföderationen und jeder Mitgliedsverband die Verantwortung, stets im besten Interesse des Sports zu handeln." Jede Entscheidung müsse von guter Führung, soliden Prozessen und langfristiger Verantwortung geleitet sein, erklärte der Verband, "dies ist der Rahmen, innerhalb dessen die CONCACAF agiert. Wir vertrauen darauf, dass alle innerhalb der FIFA-Familie in gleicher Weise handeln werden."
Profi auf der Flucht: Dänische Polizei sucht Vier-Millionen-Mann
Wo steckt Akinkunmi Amoo? Der ehemalige Profi des FC Kopenhagen wurde im Jahr 2023 unter anderem wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Dänische Medien berichten, dass Amoo seine Haftstrafe noch nicht angetreten hat und dass die Kopenhagener Polizei nun international nach ihm sucht.
Zusätzlich zu einer einjährigen Haftstrafe wurde Amoo auch zur Ausweisung und zu einem sechsjährigen Wiedereinreiseverbot verurteilt. Im September 2023 verließ Amoo Kopenhagen schon wieder und wechselte zum zypriotischen Verein Omonia Nikosia. Später zog er nach China – ein Land, das kein Auslieferungsabkommen mit Dänemark hat – und spielte für zwei chinesische Vereine, bevor er im Januar 2026 vereinslos wurde.
Amoos Wechsel von IF Hammarby ließ sich der FC Kopenhagen 2022 rund vier Millionen Euro kosten. 2022 stand der heute 24-Jährige einmal im Kader der Nationalmannschaft Nigerias, kam jedoch nicht zum Einsatz.
"Grenze überschritten": Watzke watscht Infantino-Plan ab
Die Fußball-Weltmeisterschaft in den Händen von Investoren - dieser Plan von FIFA-Boss Gianni Infantino geht Hans-Joachim Watzke entschieden zu weit. Der Vize-Präsident des UEFA-Exekutivkomitees sowie DFB-Vize-Präsident sagte dem "Kicker": "Viele im europäischen Fußball sehen die Pläne der FIFA als absoluten Angriff auf den Fußball an. Diese Haltung teile ich. Hier wird eine Grenze überschritten."
Berichten zufolge erwägt die UEFA einen WM-Boykott. Einig sind sich die Mitgliedsverbände jedenfalls in ihrer entschiedenen Kritik gegen die Pläne, berichtet Watzke. "Die Einigkeit darüber ist unter den Mitgliedsverbänden groß, das haben mir mehrere Gespräche gezeigt, die ich in den vergangenen Tagen mit Aleksander Ceferin und anderen Kollegen geführt habe. Bei der WM standen sechs europäische Teams im Viertelfinale und drei im Halbfinale. Wenn sich der europäische Fußball geschlossen gegen die Pläne wehrt, hat das sehr viel Gewicht."
Ex-Profi rät FC Bayern: "Wäre eine Super-Verstärkung"
Der ehemalige Bundesliga-Profi Valerien Ismael hat dem FC Bayern die Verpflichtung von Spaniens WM-Star Pedro Porro ans Herz gelegt. "Spaniens Pedro Porro hat gezeigt, dass er ein unglaublicher Verteidiger ist", begründete der 50-Jährige der "Sport Bild": "Er wäre wirklich eine Super-Verstärkung für den FC Bayern."
Denn, auch Ismael weiß: "Außenverteidiger auf diesem höchsten Niveau sind immer schwer zu finden. Porro ist defensiv zweikampfstark und bissig, schnell und immer für eine gefährliche Offensivaktion gut. Er bringt einfach alles mit." Ismael könne sich den Spanier "super in Vincent Kompanys Mannschaft vorstellen, da wäre er richtig gut aufgehoben". Valerien Ismael, als Spieler unter anderem für Werder Bremen und Bayern München aktiv, arbeitete als Trainer zuletzt für Blackburn Rovers. Nun ist er "offen" für eine neue Aufgabe an der Seitenlinie.
Rekord bringt Thomas Müller auf den Thron
Thomas Müller rückte sich die goldene Krone auf dem Kopf zurecht und nahm auf dem überdimensionalen Thron Platz. Der 36-Jährige hatte auch allen Grund zum Jubeln: Bei der Shooting-Challenge der Major League Soccer (MLS) stellte der Fußball-Weltmeister von 2014 einen neuen Rekord auf. Mit 79 Punkten übertraf Müller die bisherige Bestmarke von Evander, der im Vorjahr 72 Punkte erzielt hatte. Der Brasilianer trat nach Müllers Vorstellung noch einmal außer Konkurrenz an, um nachzulegen - und kam ebenfalls auf 79 Punkte. Daraufhin setzte Müller dem Profi des FC Cincinnati seine Krone auf.
"Ich liebe die Skills Challenge", sagte Müller sichtlich gut gelaunt auf seinem Thron. Die Shooting-Challenge ist Teil der MLS All-Star Skills-Challenge und findet traditionell am Vorabend des MLS All-Star-Games statt. Dabei stellen ausgewählte MLS-Profis ihre Schussgenauigkeit unter Beweis, indem sie innerhalb einer begrenzten Zeit möglichst viele Zielscheiben im und um das Tor treffen.
"Froh, dass es wieder losgeht": Neuer nach WM-Debakel
Der FC Bayern geht in die kommende Saison noch entschlossener als in die vergangene - behauptet jedenfalls Manuel Neuer. "Ich glaube, dass die Motivation gerade auch bei den Spielern da ist, noch mehr zu erreichen als in der letzten Saison", sagte der 40 Jahre alte Kapitän im Trainingslager der Münchner am Tegernsee. Zur Freude auf die neue Saison trügen nicht zuletzt die Verpflichtungen von Ismael Saibari und Nathaniel Brown bei, behauptete Neuer. "Ich glaube, dass die Neuzugänge auch nochmal genug Power mitbringen, dass sie uns weiterbringen."
Erfolge mit dem FC Bayern sollen für Neuer und die anderen deutschen Nationalspieler die Enttäuschung der WM vergessen machen. "Irgendwie ist man auch froh, dass es wieder losgeht und dass man neue Ziele hat und viel erreichen kann auch mit dem Verein, und das ist jetzt unser Ziel", sagte er. In der vergangenen Saison gewannen die Münchner das Double und scheiterten erst im Halbfinale der Champions League am späteren Sieger Paris Saint-Germain.
Zverev freut sich "riesig" auf umstrittenes Turnier
Alexander Zverev nimmt auch 2026 am umstrittenen Tennis-Showturnier Six Kings Slam im saudi-arabischen Riad teil. Wie die Organisatoren der Unterhaltungsbehörde des Landes bekannt gaben, gehört der French-Open-Sieger und Wimbledon-Finalist zum sechsköpfigen Starterfeld. "Ich freue mich riesig", schrieb der 29-jährige Hamburger auf Instagram. Das sportlich bedeutungslose Turnier findet vom 21. bis 24. Oktober statt. Wie im Vorjahr sind in Jannik Sinner und Carlos Alcaraz die Nummer eins und zwei der Weltrangliste dabei. Auch Rekord-Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic sowie der US-Amerikaner Taylor Fritz sind in der Halle erneut dabei. Lediglich für den Australier Alex de Minaur kommt es zur Premiere.
ATP-Punkte können die Teilnehmer nicht sammeln, da das Turnier nicht Teil Tour-Kalenders ist. Finanziell dürfte es sich aber lohnen: Der zweimalige Champion Sinner erhielt 2025 neben 1,5 Millionen Dollar Startgeld auch 4,5 Millionen Dollar Siegprämie. Das Turnier ist in die Riyadh Season eingebettet. Mit dem Event-Monat Oktober erhofft sich das Königreich langfristig seine Abhängigkeit vom Ölgeschäft zu verringern. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatten dem Land in der Vergangenheit immer wieder "Sportswashing" vorgeworfen.
Nach 114 Jahren: Gericht besiegelt Aus von Ex-Guardiola-Klub
Nach 114 Jahren ist das Aus für den italienischen Traditionsverein Brescia Calcio besiegelt. Ein Gericht erklärte den Klub am Dienstag für insolvent. Mit der Entscheidung endet eine monatelange Krise des 1911 gegründeten Vereins, bei dem unter anderem Roberto Baggio, Pep Guardiola, Andrea Pirlo und Luca Toni spielten. Die wirtschaftlichen Probleme hatten sich in den vergangenen eineinhalb Jahren zugespitzt. Auslöser waren nach Behördenangaben ausstehende Gehalts- und Sozialversicherungszahlungen, die mit Steuergutschriften beglichen werden sollten. Diese wurden später als ungültig eingestuft. Nach Ermittlungen der Finanzkontrollbehörde erhielt Brescia einen Abzug von acht Punkten, wodurch der Klub aus der Serie B abstieg und UC Sampdoria die Klasse hielt.
Klubbesitzer Massimo Cellino verzichtete anschließend auf die Anmeldung für die Serie C und erfüllte die finanziellen Auflagen nicht. Daraufhin entzog der Verband dem Verein die Profilizenz. Wegen Schulden von rund 20 Millionen Euro beantragte die Staatsanwaltschaft die Insolvenz. Nun übernimmt ein Insolvenzverwalter die Abwicklung des Vereinsvermögens. Mit Union Brescia gibt es bereits eine Profimannschaft, die den Aufstieg in die Serie B anstrebt. Die Zukunft von Brescia Calcio hängt vom weiteren Verlauf des Verfahrens ab.
Fußball-WM in Deutschland? "Sehr gute Chancen"
Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann hat sich für eine deutsche WM-Bewerbung ausgesprochen. Deutschland verfüge über die nötige Infrastruktur mit Blick auf Stadien, Verkehr und Hotels. "Jedes einzelne Spiel wird ausverkauft sein. Es wird ein Erfolg werden", sagte Hellmann, der auch Mitglied des DFB-Vorstandes ist, bei "The Athletic": "Für 2038 gibt es noch Spielraum für eine Bewerbung, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir für 2042 sehr gute Chancen haben, eine erfolgreiche Kampagne durchzuführen."
Hellmann verwies auf die Heim-WM 2006. "Deutschland stand damals wirtschaftlich nicht gut da", sagte Hellmann. "Die Wahrnehmung Deutschlands wandelte sich 2006 komplett: von 'Die Deutschen sind zu ernst' zu 'Deutschland ist ein großartiges Land mit großer Gastfreundschaft'." Dies sei "die beste Marketingkampagne" gewesen, "die wir je durchgeführt haben." Und: "Die Türen, die wir auf dem Weltmarkt öffnen konnten, waren enorm." Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) prüft intensiv eine Bewerbung, Präsident Bernd Neuendorf hat die Überlegungen zuletzt bereits dem Präsidium der Bundesliga vorgestellt.


