Eishockey

WM-Comeback gegen Favoriten Draisaitl schießt DEB-Team zu Finnland-Coup

imago40358012h.jpg

Feierte einen verdienten Sieg über Spitzenreiter Finnland: Das DEB-Team hat allen Grund zum Jubeln.

(Foto: imago images / ActionPictures)

Spiel gedreht, Respekt erarbeitet, Selbstvertrauen gesammelt: Dank klarer Leistungssteigerung nach dem ersten Drittel und zwei Treffern von NHL-Star Leon Draisaitl schafft das Eishockey-Nationalteam den WM-Coup gegen Finnland - und beendet die Vorrunde historisch gut.

Ein überraschender, aber hochverdienter Sieg über Tabellenführer und Eishockey-Nation Finnland: Leon Draisaitl hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der Eishockey-WM in der Slowakei zum fünften Sieg geschossen. Der NHL-Star erzielte beim 4:2 (1:1, 1:1, 2:0) gegen den zweimaligen Weltmeister Finnland im letzten Drittel die entscheidenden Treffer (45./59.). Das Team von Bundestrainer Toni Söderholm tankte damit nach den beiden Niederlagen gegen die USA und Kanada neues Selbstvertrauen für das Viertelfinale.

*Datenschutz

US-Collegespieler Marc Michaelis (18.) und NHL-Stürmer Dominik Kahun (34.) hatten die ersten beiden Tore für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) erzielt. NHL-Keeper Philipp Grubauer, der nach einer Zwangspause wegen muskulärer Probleme ins Tor zurückgekehrt war und stark hielt, konnte nur von Harri Pesonen (16.) und Juhani Tyrväinen (25.) überwunden werden.

Draisaitl fand sich vor 6685 Zuschauern in der Steel Arena in Kosice in einer neuen Sturmreihe wieder. Statt mit seinen Schulfreunden Kahun und Frederik Tiffels spielte der Stürmer der Edmonton Oilers mit den Münchnern Patrick Hager und Yasin Ehliz.

Söderholm hatte den 23-Jährigen vor dem Spiel kritisiert: "Er kann auf alle Fälle besser in der Defensive arbeiten. Ich glaube nicht, dass das ein Geheimnis ist." Draisaitl nahm sich die Kritik zu Herzen, spielte sehr engagiert und arbeitete deutlich mehr nach hinten. Zudem erzielte er seine Turniertore vier und fünf, das letzte ins leere Tor der Finnen.

"Auf alle Fälle speziell"

Für Söderholm war es das erste Duell mit seinem Heimatland und "auf alle Fälle speziell". 2007 hatte der Nachfolger von Marco Sturm als Spieler mit Finnland WM-Silber in Russland gewonnen. Grubauer musste schon in der Anfangsphase ein paar Mal seine Klasse beweisen, weil die deutsche Mannschaft unter Druck geriet.

Als der Düsseldorfer Marco Nowak an Finnlands Ausnahmetalent Kaapo Kakko auf der Strafbank saß, überwand Pesonen Grubauer. Wegen der Umstellung der Angriffsreihen fehlte der Offensive zunächst die Abstimmung. Die erste wirklich gelungene Kombination über Markus Eisenschmid und Michael Plachta führte zum Ausgleich durch Michaelis. Sekunden vor der ersten Drittelsirene hatte Kahun Pech mit einem Pfostenschuss.

Nach dem 1:2 forderte Söderholm den Videobeweis an, weil er eine Torwartbehinderung gesehen haben wollte. Der Treffer hatte aber Bestand. Kahun glich mit seinem ersten Turniertor aus. Seine ganze Klasse bewies Draisaitl, als er in Überzahl das 3:2 erzielte.

Der Sieg über Finnland hat auch für das Viertelfinale Auswirkungen: Verlieren die USA heute Abend (20.15 Uhr) gegen Kanada, dann zieht Deutschland als Tabellendritter in die K.o.-Phase ein. Damit würde die Mannschaft dem starken russischen Team aus dem Weg gehen. Der Olympiasieger und Rekordchampion feierte sechs Siege in sechs Spielen und belegt den ersten Platz in der Gruppe B. Im Viertelfinale spielen die Erstplatzierten gegen die Vierplatzierten der jeweils anderen Gruppe.

Quelle: n-tv.de, dbe/sid

Mehr zum Thema