Russell soll 2027 kontern

Mercedes-Chef Wolff gibt seinem gefallenen Auserwählten ein Päckchen mit

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Die Formel-1-Saison 2026 läuft für George Russell alles andere als nach Plan. (Foto: IMAGO/NurPhoto)
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18.09.2026 | 11:46 Uhr
George Russell gewinnt den Formel-1-Auftakt und gilt als logischer Weltmeister. Doch dann fährt ihm Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli um die Ohren. Silberpfeil-Teamchef Toto Wolff hakt den Titel für Russell ab und fordert ihn auf, nach vorne zu schauen.

Nicht wenige Beobachter der Formel 1 hielten die Fahrer-Weltmeisterschaft 2026 schon nach dem ersten Rennen in Melbourne am 8. März für entschieden. Mercedes hatte die neuen Regeln, besonders den E-Anteil von 50 Prozent beim Motor, besser umgesetzt als alle anderen und raste der Konkurrenz im Albert Park davon. George Russell beherrschte das gesamte Wochenende und gewann den Großen Preis von Australien souverän vor seinem Garagen-Nachbarn Kimi Antonelli. Für die Saison schien eine selbsterfüllende Prophezeiung einzutreten.

Denn schon seit Jahren hatte es in der Motorsport-Königsklasse geheißen: Wenn dieser begnadete Russell doch nur endlich in einem siegfähigen Auto sitz, dann wird er Champion. Dass der Brite Rekordweltmeister Lewis Hamilton bei den Silberpfeilen zwei Jahre im Griff hatte, bestärkte die Seher. 2026 - das war als das Formel-1-Jahr des George Russell eingepreist. Er würde seinen jungen, noch lernenden Stallkollegen im Griff haben und endlich den reservierten Thron besteigen.

Russell nur noch Antonellis "Wingman"

Es ist anders gekommen. Nach 14 Saisonrennen ist der Engländer nur Zweiter - bei Mercedes und in der WM. Stattdessen thront der im Vorjahr noch so unsichere Antonelli mit 81 Punkten Vorsprung an der WM-Spitze. Der erst 20-jährige Italiener fuhr nach dem Auftakt in Australien von Sieg zu Sieg, während Russell schwächelte und von technischen Problemen heimgesucht wurde. Spätestens seit Antonellis historischer Aufholjagd in Monza, als er von Platz 21 zum Sieg jagte und den von Pole Position gestarteten Russell in der Schlussphase aufschnupfte, ist der Titelkäse gegessen.

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"Völlig verunsichert" sei Russell angesichts seiner Ergebniskrise und des auftrumpfenden Antonellis, konstatierte Sky-Experte Ralf Schumacher jüngst im Podcast "Backstage Boxengasse". Der sechsmalige Grand-Prix-Sieger bezeichnete den 28-Jährigen als "Nummer 2", verglich ihn gar mit Hamiltons langjährigem "Wingman" Valtteri Bottas. Piloten dieses Kalibers zeichneten sich dadurch aus, "Rennen gewinnen können", wenn es bei der Nummer 1 mal nicht laufe. Russell also nur noch ein möglicher Sieger von Antonellis Gnaden.

"Die Großen stecken das weg"

Weit schlimmer als Schumachers Analyse dürften Russells Ohren die Worte von Mercedes-Teamchef Toto Wolff aufnehmen. Auch der Österreicher hat den WM-Titel für seinen einstigen Platzhirschen abgehakt - nicht aber, ohne Russells Vorschlusslorbeeren noch einmal hervorzuheben. "Wir reden über den Top-Fahrer", sagte Wolff bei "Autosport". Russell habe "jede einzelne Kart-Meisterschaft, die Formel 3 in seinem Rookie-Jahr und die Formel 2 in seinem Rookie-Jahr gewonnen". Man könne "gute Rennen und schlechte Rennen, gute Jahre und schlechte Rennen haben, aber wir reden über den Fahrer, der alles gewonnen hat, was man davor (vor der Formel 1, Anm.d.Red.) gewinnen kann." Es muss schmerzhaft klingen für Russell. Mercedes müsse herausfinden, was nötig sein, damit der Brite im Silberpfeil der neuen Generation "dieses Potenzial" wieder abrufen könne.

Wolff wies auf die "psychologische" Seite der Medaille hin, die das Jahr 2026 prägt. "Wenn man so einen Lauf hat wie er dieses Jahr, dann kassiert man eine Packung", sagte der 54-Jährige und gab Russell einen Erholungs-Auftrag für die kommende Saison. "Die Großen stecken das weg. Ich denke, dass George alles hat, was es braucht, um die WM zu kämpfen. Auch wenn diese jetzt abgefahren sein mag, werden weitere kommen."

Für George Russell wird es in der Formel 1 nicht leichter. Er ist nicht mehr der Auserwählte. Dafür soll er jetzt im Schatten des immer mächtiger werdenden Antonelli ein Großer werden.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar