Formel1

Gelingt F1 reibungsloser Start? Motorsportler "sind cleverer als Fußballer"

imago0047046285h.jpg

Sind die Formel-1-Stars Sebastian Vettel und Lewis Hamilton wirklich schlauer als ihre kickenden Kollegen?

(Foto: imago images/HochZwei)

Die Bundesliga startet in Kürze das Abenteuer Corona-Saison, die Formel 1 muss noch etwas länger warten: Ab Juli wollen die Teams wieder auf die Strecke. Dass das gelingt, führt ein Rennstallboss auch auf eine steile These zurück: Im Motorsport geht es schlauer zu als im Fußball.

Franz Tost, Teamchef des Formel-1-Rennstalls Alpha Tauri, befürchtet mit Blick auf den möglichen Saisonstart kein mangelndes Disziplin der Fahrer in Sachen Corona. "Motorsportler sind auf alle Fälle cleverer als Fußballer", sagte der Österreicher der "Süddeutschen Zeitung" und nahm damit Bezug auf die Probleme der Bundesliga.

Salomon Kalou von Hertha BSC hatte zuletzt per Video festgehalten, wie er Regeln zur Eindämmung der Pandemie brach. Ein Grund zum Stopp der Planungen dürfe ein solcher Vorfall nicht sein. "Ich hätte die Bundesliga auch spielen lassen. Man kann nicht sämtliche Partien absagen wegen eines Spielers, der sich danebenbenimmt", sagte Tost.

imago0047047053h.jpg

Franz Tost hat volles Vertrauen in seine Angestellten und den Rest des Formel-1-Trosses.

(Foto: imago images/HochZwei)

Der 64-Jährige ist sich sicher, dass auch die Motorsport-Königsklasse bald starten wird - am 5. Juli soll es in Österreich losgehen. "Ich wette um eine Flasche Wein, dass wir in Spielberg fahren", sagte Tost. Die ersten Rennen der Saison werden definitiv ohne Fans stattfinden, jedoch hofft die Formel 1, dass sich dieser Zustand im Jahresverlauf ändern kann.

Die Durchführung sei allerdings nur mit strikter Abschottung möglich. "Die nun geplante Blase ist eine völlig richtige Vorgehensweise: Alle Teams sollen voneinander isoliert bleiben", erklärte Tost. Jeder Rennstall komme in ein eigenes Hotel. "Und an den Abenden gibt's ein Ausgehverbot für alle. Alle müssen ins Hotel und dort bleiben. So vermeidet die Formel 1 eine Ansteckungsgefahr von außen und von innen."

Wegen der Enge, etwa in der Boxengasse, werde das Personal reduziert. "Alpha Tauri reist mit etwa 60 Mitarbeitern aus dem operativen Bereich an, das ist das absolute Limit", so Tost: "Normalerweise haben wir zwischen 70 und 75 Mitarbeiter an der Strecke."

Auch für den Fall eines positiven Coronatests will sich Alpha Tauri wappnen. Wenn es jemanden treffe, der "direkt am Auto, mit mehreren Mechanikern um ihn herum" gearbeitet habe, "dann muss man diese Mannschaft austauschen", sagte Tost: "Das bereiten wir gerade vor: Dass wir eine Austauschtruppe haben, die wir zur Strecke bringen können."

Quelle: ntv.de, ter/sid