Formel1

"Genau dieselbe Situation"Verstappen blüht Vettels bitteres Formel-1-Schicksal

14.04.2026, 15:17 Uhr
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Max Verstappen hat in der Formel 1 zurzeit mit Siegen nichts am Hut. (Foto: picture alliance / HOCH ZWEI)

Max Verstappen dominiert jahrelang die Formel 1, seit der jüngsten Regel-Revolution fährt er im Red Bull nur noch hinterher. Ein Experte sieht den Niederländer in der gleichen Lage wie einst Sebastian Vettel.

Geht es nach dem früheren Formel-1-Piloten Marc Surer, dann wiederholt sich in der Motorsport-Königsklasse zurzeit Geschichte. Seit das umfassend neue Regelwerk in der Formel 1 greift - unter anderem werden die Motoren zu 50 Prozent elektrisch angetrieben -, ist der einstige Serien-Weltmeister im Red Bull chancenlos - genau wie 2014 Sebastian Vettel.

"Das ist genau dieselbe Situation", zog der Schweizer bei Formel1.de eine Parallele: "Sebastian Vettel wurde Weltmeister mit dem angeblasenen Diffusor. Und dann kamen diese Hybridautos mit neuem Reglement, neuen Regeln - und dieser Vorteil war weg."

Auch der Deutsche fiel nach jahrelanger Dominanz und vier WM-Titeln einer einschneidenden Technik-Reform zum Opfer. Die Formel 1 stellte damals von V8-Saugmotoren auf V6-Hybridmotoren um. Mit den neuen Aggregaten im Heck fuhr Vettel hinterher, bis zu Verstappens Aufstieg in der Saison 2021 diktierten fortan die Silberpfeile mit Lewis Hamilton das Geschehen. Vettel habe die neuen Regeln nicht gemocht und seine durch die alten Regeln begünstigten fahrerischen Vorteile nicht mehr ausspielen können, so Surer. Nach seinem Wechsel zu Ferrari 2015 reichte es für Vettel nur noch zu zwei Vize-Meisterschaften, 2021 beendete er bei Aston Martin seine Karriere.

"Das ist ähnlich wie heute mit Max Verstappen", sagte der 82-malige Grand-Prix-Starter. Verstappen habe ab 2022 die extrem tiefgelegten "Ground-Effect-Boliden" genutzt, um "in den schnellen Kurven einen Riesenvorteil zu holen, weil er einfach den Mut hatte. Deswegen haben seine Teamkollegen immer so alt ausgesehen", erläuterte Surer.

Verstappen kann sein Talent nicht mehr zeigen

Mit den neuen Regeln, in denen vor allem das Managen der Batterie über eine Runde eine enorm wichtige Rolle spielt, könne der 28-Jährige seine fahrerische Klasse nun nicht mehr wie zuvor ausspielen, sagte der 74-Jährige. "Und es geht ihm jetzt wie Sebastian Vettel, dass er sagt, 'mit dem neuen Reglement kann ich mein Talent nicht zeigen'."

Verstappen ist der größte Kritiker der "neuen" Formel 1. Schon nach den ersten Testfahrten hatte er das Fahren in den halbelektrisch angetriebenen Autos als "Formel E auf Steroiden" verspottet. Zuletzt kokettierte der viermalige Weltmeister mit dem Ende seiner Formel-1-Karriere. Privat sei er "sehr glücklich", sagte Verstappen. Angesichts des straffen Programms von 22 Rennen in diesem Jahr stelle er sich aber die Frage: "Lohnt es sich? Oder genieße ich es mehr, zu Hause bei meiner Familie zu sein, meine Freunde öfter zu sehen?", sagte Verstappen nach einem enttäuschenden achten Platz beim vergangenen Rennen in Japan.

Quelle: ntv.de, mar

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