Der belgische Fußball-Verband (RBFA) hat den Achtelfinal-Triumph über die USA in den sozialen Medien mit einer Spitze in Richtung Donald Trump gefeiert. Nach dem 4:1 postete der Verband bei X ein Bild von Torschütze Romelu Lukaku mit einer Hand am Ohr. Dazu hieß es: "Macht das mal rückgängig." Viele deuteten das als Anspielung auf US-Präsident Donald Trump, der mit einem Anruf bei FIFA-Präsident Gianni Infantino um eine Überprüfung der Rot-Sperre von Folarin Balogun gebeten hatte. Der Anruf und die daraufhin tatsächlich aufgehobene Sperre hatten für große Empörung gesorgt.
Lukaku und Co. hatten schon während des Spiels auf dem Platz mit einer kleinen Showeinlage den Takt vorgegeben. Nach dem 4:1 in der Nachspielzeit führten sie beim Torjubel einen Tanz auf, der nach dem berühmten "Trump-Dance" aussah und deshalb durchaus als Imitation des US-Präsidenten verstanden werden konnte. In den sozialen Medien verbreitete sich der Clip, teils mit Musik unterlegt, auf zahlreichen Kanälen. Zudem griffen etliche Internet-Memes den belgischen Sieg humorvoll auf.
Nach Trump-Skandal: USA von Belgien gedemütigt

Schon vor der Partie hatte es in sozialen Medien viele hämische Beiträge zum besagten Trump-Anruf bei Infantino gegeben. Besonders oft geteilt wurde dabei ein KI-Video, das Balogun im Streitgespräch mit einem Schiedsrichter zeigt, der ihn gerade über die Rote Karte informiert. "Nein, Bruder, ich habe die Trump-Karte - ich gewinne", antwortet Balogun im Video.
Versöhnliche Töne zwischen Balogun und Garcia
Nach dem Achtelfinale gab es aber auch versöhnliche Töne. Balogun unterhielt sich mit Belgiens Trainer Rudi Garcia über die Ausnahmesituation, die es in den 30 Stunden vor Anpfiff für beide Seiten zu bewältigen gab. "Er kam zu mir, das hat mir gefallen. Er ist nicht schuld. Er hat nichts falsch gemacht. Ich schätze ihn", sagte Garcia über die Unterredung auf dem Rasen.
Für die erstaunlichste all seiner Entscheidungen hatte Rudi Garcia eine einfache Erklärung - und nach dem beeindruckend souveränen 4:1 über die USA alle Argumente auf seiner Seite. "Wir haben Kevin nicht gebraucht. Wir haben Tore geschossen", sagte Belgiens Trainer in der Pressekonferenz auf die Frage, warum er den langjährigen Starspieler Kevin De Bruyne vollkommen unerwartet 90 Minuten auf der Bank gelassen habe.
Nachdem der Franzose im Sechzehntelfinale beim Stand von 0:2 gegen Senegal nur noch wenige Minuten von der Ablösung als Nationalcoach entfernt war, ist er nun auf Erfolgskurs. Und bei der reifen Leistung von Seattle ragten nicht die langjährigen Recken um De Bruyne und den erneut als Joker starken Lukaku heraus, sondern andere Protagonisten: Doppeltorschütze Charles de Ketelaere, Nicolas Raskin und Hans Vanaken.

