"Wie soll dieses Team ..."

Bellingham bettelt um Gnade - doch Englands Presse bellt schon wieder

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Bei Jude Bellingham und England lief gegen Ghana nichts. (Foto: IMAGO/Moritz Müller)
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24.06.2026 | 11:46 Uhr
Nach dem furiosen WM-Auftakt träumt England vom großen Coup. Nur ein Spiel später ist das Land wieder gewohnt verkatert. Superstar Jude Bellingham bittet die Presse um Nachsicht - doch die läuft (auch wie gewohnt) heiß.

Thomas Tuchel war genervt. "Verlässt Argentinien sich zu sehr auf Lionel Messi und Frankreich zu sehr auf Kylian Mbappé?", fragte der Deutsche in Diensten Englands, als ein Reporter wissen wollte, ob sich die Three Lions offensiv zu sehr auf Bayern-Star Harry Kane verlassen. Die Tor-Maschine hatte beim 0:0 gegen Ghana eine hundertprozentige Chance liegenlassen. Sinnbild für die Leistung des ganzen Teams. Dem furiosen 4:2 zum Start gegen Kroatien - inklusive Kane-Doppelpack - folgte die Nullnummer. Kane hatte den Pflichtsieg in der 86. Minute auf dem Fuß, ballerte einen Lattenabpraller von Nico O'Reiley aber aus fünf Metern drüber.

Hätte Kane getan, was er sonst tut, würden sie das Spiel auf der Insel wohl nüchtern zu den Akten legen. Sieg, drei Punkte, K.-o.-Runde, den Löwenmund abwischen und weiter zum großen Coup, dem ersehnten ersten Titel seit 1966. So aber ist England heute mal wieder verkatert und diskutiert über die schwache Leistung der Tuchel-Elf. Über Kane, der mickrige 19 Ballkontakte hatte. Über brotlose 79 Prozent Ballbesitz. Über den plötzlichen Schlafwagenfußball, der auf die Vollgas-Party des ersten Vorrundenspieltags gefolgt ist.

Harry Kane vergibt Mega-Chance gegen Ghana

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Statistisch gesehen war der Patzer erwartbar. Zum vierten Mal in Folge ließen die Engländer bei einem großen Turnier einem Auftaktsieg ein Remis folgen. "So eine Art Zweites-Spiel-Fieber", erkannte der einfallslose Mittelfeld-Regisseur Jude Bellingham nach seinem "frustrierenden" 50. Länderspiel: "Bei uns läuft es immer gleich."

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"Es ist nicht das Ende der Welt"

Der Star von Real Madrid gab sich hernach aber alle Mühe, das 0:0 herunterzuspielen. "Kein Stress, kein Drama", sagte Bellingham. In der Kabine herrsche Ruhe. Der ehemalige Dortmunder sandte einen regelrechten Appell in die Heimat, jetzt bloß keine schlechte Stimmung zu verbreiten. "Meine Botschaft an alle ist, positiv zu bleiben und die gute Euphorie weiter aufrechtzuerhalten. Es ist nicht das Ende der Welt. Wir haben vier Punkte und sind in einer guten Position."

Die englische Presse tat ihm diesen Gefallen freilich nicht - auch das war zu erwarten. Der "Guardian", noch milde, sah in dem Spiel nach all der Euphorie einen "Realitätscheck". Die "Daily Mail" sah eine "trübe" und "erschreckend flache" Leistung von Tuchels Mannen. "The Sun" titelte zu einem Bild von David Beckham, auf dem sich die Fußball-Legende an den Kopf langt, lapidar: "Beck in Anger" - "Wieder wütend". Damit, so das Yellow-Press-Blatt, stehe Beckham für "jeden England-Fan".

"Ich hoffe, die Fans verlieren den Glauben nicht. Es liegt noch ein langer Weg vor uns", appellierte auch Tuchel. Sein Team hat in Gruppe L nach wie vor beste Chancen auf den Sieg und das Weiterkommen. Und einen neuerlichen Anstieg des WM-Fieberthermometers in der eigenen Hand. Klingelt es im letzten Vorrundenspiel gegen Panama im Gehäuse des Außenseiters, sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Ach, wie schön ist Panama.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar