Verkauf von WM-Tickets

Deutsches Gericht erlässt Verfügung gegen die FIFA

Fussball-Herren-FIFA-World-Cup-2026-in-Mexiko-Kanada-und-USA-Spiel-in-New-York-New-Jersey-Gruppe-C-1-Spieltag-Brasilien-Marokko-Feature-Schriftzug-FIFA-Tickets-13-06
Die Tickets für die am Wochenende zu Ende gehende WM waren ein Quell des Ärgers. (Foto: picture alliance / Matthias Koch)
00:00 / 02:13
17.07.2026 | 11:10 Uhr
Horrende Preise, Intransparenz, Zeitdruck beim Kauf: Die Eintrittskarten für die Fußball-Weltmeisterschaft sorgen seit Monaten für Aufregung. Ein deutsches Gericht macht der FIFA nun Vorschriften.

Im Zusammenhang mit dem Verkauf von WM-Tickets hat das Landgericht Frankfurt eine einstweilige Verfügung gegen die FIFA erlassen. Der Beschluss gebe dem Fußball-Weltverband auf, "bestimmte Gestaltungen im Zusammenhang mit dem Ticketverkauf in der Bundesrepublik Deutschland gegenüber Verbrauchern zu unterlassen", teilte das Gericht mit. Gegen den Beschluss ist Widerspruch möglich.

Die Ticketverkaufsplattform Ticombo GmbH als Antragsstellerin wirft der FIFA manipulative Ticketvergabeverfahren vor. Dabei geht es unter anderem um Zeitdruck und die Gestaltung des Kaufablaufs sowie um mangelnde Transparenz auf der Wiederverkaufsplattform des Weltverbands.

Die FIFA steht seit Monaten wegen hoher Preise und ihrer Praktiken beim Ticketverkauf für das XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko in der Kritik. Die europäische Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) hatte im März gemeinsam mit der Verbraucherorganisation Euroconsumers bei der Europäischen Kommission eine formelle Beschwerde über die FIFA wegen "überhöhter Eintrittskartenpreise" eingereicht.

Auch die US-Justiz beschäftigte sich schon mit dem Thema. Durch ein dynamisches Preismodell schwanken die Beträge, die Fans für Eintrittskarten bezahlen müssen, stark.

Auf dem offiziellen Zweitmarkt reguliert die FIFA die Preise zudem nicht. So standen zwei Monate vor WM-Start auf der offiziellen Weiterverkaufsseite vier Eintrittskarten für das Endspiel im MetLife Stadium vor den Toren New Yorks zum Preis von jeweils 2.299.998,85 US-Dollar zum Verkauf - das entspricht knapp zwei Millionen Euro je Ticket. Der Original-Preis für die vier Tickets betrug jeweils 8.860 Dollar (rund 7.582 Euro). 

Zudem profitiert die FIFA bei Verkäufen gleich doppelt. Der Weltverband kassiert pro Ticket eine Gebühr von 15 Prozent vom Verkäufer und vom Käufer.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/dpa