Donald Trump liebt es, gelobt, umschmeichelt, beschenkt zu werden. Den Mann im Weißen Haus glücklich zu machen, gehört für die Staatschefs anderer Länder mittlerweile zum Geschäft internationaler Politik. Ein möglichst originelles Geschenk ist da ein beliebtes Instrument, um vor dem gefürchteten Egomanen in Washington einen Kotau zu machen.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz gehört zu den Schenkern. Eine Kopie der Geburtsurkunde von Trumps Großvater hatte er bei einem Besuch in Washington ebenso im Gepäck, wie einen speziellen Golfschläger. Am Rande des G7-Gipfels am Genfersee überreichte Merz dem US-Präsidenten jüngst ein Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit der Nummer 47, schließlich ist Trump der 47. Präsident der USA.
Trumps Trikot ist nicht ganz echt
Aber: Ganz echt ist das Trikot, das Trump bekommen hat, nicht. Wie die "Berliner Zeitung" berichtet, unterscheidet sich Trumps Nummer 47 von den Ziffern, die bei der WM auf auf den Rücken der deutschen Spielern prangen. Das Bundeskanzleramt teilte der Zeitung daraufhin mit, bei dem Dress handele es sich zwar um ein ein originales "Adidas Authentic Heimtrikot" des DFB für rund 150 Euro. Aber: Der "echte" Trikotflock sei vor Merz' Abreise im Adidas-Store von Berlin nicht mehr rechtzeitig umzusetzen gewesen. Daher habe man ein anderes Sportgeschäft mit dem außenpolitischen Auftrag betraut. Dieses habe eine identische Beflockung zugesichert.
Die spitzfindigen Kolleginnen und Kollegen der "Berliner Zeitung" haben allerdings gesehen, dass die Trump-Nummer nicht mit denen der DFB-Stars übereinstimmt. Zum einen fehlt beim Präsidenten ein in den Ziffern integriertes Logo des DFB. Zum anderen sind die weißen Striche innerhalb der schwarzen Ziffer anders angeordnet. Ein Eklat auf internationaler Bühne? Eher nicht, auch wenn "t-online" in Anspielung an die von Trump in jeder ihm missliebigen Nachricht erkannten "Fake News" sogleich von einem "Trikot mit Fake-Flock" berichtete, das der Kanzler verschenkt habe.

