Stundenlange Wartezeiten, fehlende Regeneration und psychischer Stress: Die iranischen Fußballer müssen ihre Spiele bei der Weltmeisterschaft unter schwierigsten Bedingungen absolvieren. "Da waren so viele unfaire Dinge", sagte Paulo Alexandre Araujo der "New York Times" in der Teamunterkunft im mexikanischen Tijuana. Aber: "Niemanden interessiert das. So behandelt man keine Sportler, wenn man von einem fairen Wettbewerb sprechen will", sagte Araujo, der als Physiotherapeut für das iranische Team arbeitet.
Laut Araujo sei die Mannschaft bei der Anreise zum ersten Gruppenspiel gegen Neuseeland (2:2) stundenlang am Flughafen kontrolliert und befragt worden, umringt von Beamten mit Maschinenpistolen. "Daran ist niemand hier gewohnt", sagte er. Aufgrund der Verzögerungen bei An- und Abreise seien auch normale medizinische Behandlungen und eine geordnete Vorbereitung unmöglich gewesen. Demnach habe er die Spieler beispielsweise nach der Abreise aus Kalifornien erst im Flugzeug und nicht in der Kabine behandeln können.
Irans Trainer und Spieler hatten sich nach dem Auftaktspiel bereits offiziell bei der FIFA darüber beschwert, noch am Abend zurück nach Mexiko reisen zu müssen. Auch künftig soll eine Einreise zwar am Tag vor dem Spiel möglich sein, die Rückreise muss jedoch weiterhin noch am Abend der Begegnung erfolgen. Das zweite WM-Match gegen Belgien findet am Sonntag ebenfalls in Inglewood statt. Das dritte Vorrundenspiel findet am 27. Juni in Seattle gegen Ägypten statt.
Beschwerden hatte es auch schon über fehlende Visa für Team-Mitglieder gegeben. So sei der Tross in den USA ohne die Pressesprecher, Spielanalysten und weitere Mitarbeiter unterwegs gewesen. Infolge des Krieges und der politischen Spannungen mit den USA hatte der Iran sein WM-Quartier aus Arizona nach Mexiko verlegt und kann nur unter strengen Auflagen teilnehmen.


