Joshua Kimmich hat in den vergangenen Jahren viele Rollen übernommen: Führungsspieler, Antreiber, Kapitän. Bei der EM 2024 kam noch eine weitere hinzu: Hobbygärtner. Während sich andere Teamkollegen in ihrer Freizeit mit Karten, Konsole oder Tischtennis beschäftigten, pflegte Kimmich im DFB-Quartier in Herzogenaurach hingebungsvoll einen Bonsai-Baum - und entwickelte eine besondere Beziehung zu einer Magnolie. Fast zwei Jahre später hat sich daran offenbar nichts geändert.
Die Magnolie hat ihren Stammplatz im Herzen
Bei der Pressekonferenz in Winston-Salem wurde Kimmich am Dienstag auf seine bekannte Pflanzen-Leidenschaft angesprochen. Ob er in den USA schon eine neue Lieblingspflanze entdeckt habe?
Die Antwort fiel eindeutig aus. Der DFB-Kapitän kam schnell auf die "immergrüne Magnolie" zu sprechen, die ihm schon während der Heim-EM besonders gefallen hatte. Vor allem die Exemplare in North Carolina haben es ihm angetan. "Also meiner im Garten, der blüht erstens nie. Und zweitens ist er nicht so groß", sagte Kimmich schmunzelnd.
Eine neue Pflanzenliebe scheint trotzdem nicht hinzugekommen zu sein. Die Magnolie bleibt die Nummer eins. Andere Gewächse dürften es also weiterhin schwer haben, in Kimmichs botanische Champions League vorzustoßen.

Vom Bonsai-Baum zum Internet-Hit
Die Geschichte begann während der Heim-EM 2024. Damals veröffentlichte der DFB regelmäßig Einblicke aus dem Basecamp in Herzogenaurach. In einem der Videos war zu sehen, wie Kimmich einen Bonsai-Baum mit einer Sprühflasche pflegte, die Blätter säuberte und sich auffällig fürsorglich um das kleine Gewächs kümmerte. Das Video verbreitete sich schnell in den sozialen Netzwerken und machte den Bayern-Profi kurzfristig zum bekanntesten Hobbygärtner des Turniers.
Rund um das Team kursierten damals zudem Geschichten, Kimmich nutze sogar eine Pflanzen-App, um seine Gewächse richtig zu versorgen. Das passte ins Bild eines Spielers, der seine Aufgaben gerne besonders gewissenhaft angeht.
Wenig später wurde aus der Pflanzenliebe mehr als nur ein Running Gag im Teamquartier. An einem freien Nachmittag zog es Kimmich gemeinsam mit einigen Mitspielern in eine fränkische Baumschule. Dort entdeckte er eine Magnolie, die es ihm besonders angetan hatte. Die Pflanze fand anschließend sogar ihren Weg ins DFB-Quartier, wo Kimmich beim Einpflanzen selbst mit anpackte.
Weder pflanzlicher noch tierischer Zuwachs
Nicht nur bei den Pflanzen fehlt Kimmich bislang eine neue große Liebe. Auch einen Nachfolger für Wellensittich Ringo hat das DFB-Team in den USA noch nicht gefunden. Der kleine Kanarienvogel war bei der Heim-EM 2024 von Kimmich, David Raum und Robert Andrich kurzerhand zum Glücksbringer gekürt worden und entwickelte sich schnell zu einem kuriosen Begleiter des Turniers.
Kimmich und Co. "betrinken" sich mit stillem Wasser

An Kandidaten mangelt es in Winston-Salem eigentlich nicht. Rund um das Teamhotel Graylyn Estate und den Campus der Wake Forest University, wo die Nationalmannschaft trainiert, flitzen zahlreiche Eichhörnchen durch die Grünanlagen. Raum hatte deshalb bereits scherzhaft angedeutet, dass eines von ihnen zum neuen DFB-Maskottchen werden könnte.
Doch daraus wird wohl nichts. "Am Schluss wird es schwer, so ein Eichhörnchen einzusperren", sagte Kimmich lachend. Außerdem habe die Tierwelt in North Carolina ihre Tücken. Erst kürzlich habe das Team eine Schlange entdeckt. "Da wurde uns gesagt, dass die giftig ist", berichtete der Kapitän. "Hier habe ich ein bisschen Respekt vor den Tieren."
Während die Suche nach einem neuen tierischen Glücksbringer also noch läuft, scheint die Sache bei den Pflanzen längst entschieden. Die Magnolie bleibt Kimmichs Favorit – in Herzogenaurach genauso wie in Winston-Salem.



