Japan und Schweden weiter

Niederländischer "Wahnsinnsstart" sichert Gruppensieg

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Brian Brobbey trifft nach einem Freistoß. (Foto: picture alliance / DeFodi Images)
26.06.2026 | 02:59 Uhr
Die Elftal gewinnt souverän gegen Tunesien und schnappt sich damit den Gruppensieg. Dahinter duellieren sich Japan und Schweden und ziehen durch ein Remis beide in die K.-o.-Runde ein

Oranje hebt ab: Die Niederlande haben sich bei der Fußball-WM ohne große Mühe den Gruppensieg gesichert. Beim Vorrundenabschluss in Kansas City gewann das Team von Bondscoach Ronald Koeman dank eines frühen Doppelschlags und trotz einer kleinen Schwächephase verdient mit 3:1 (2:0) gegen das zuvor bereits ausgeschiedene Tunesien.

Ein Eigentor des Frankfurters Ellyes Skhiri (3.) und Sturmtank Brian Brobbey (7.) sorgten früh für klare Verhältnisse. Jan Paul van Hecke (62.) legte nach, zuvor hatte Hazem Mastouri (54.) kurzzeitig für Spannung gesorgt. Die Elftal trifft im Sechzehntelfinale in der Nacht auf Dienstag (03 Uhr MESZ) nun im mexikanischen Monterrey auf Marokko, WM-Halbfinalist von 2022. Anschließend würde im Achtelfinale Co-Gastgeber Kanada oder Südafrika warten, ein möglicher Viertelfinalgegner ist Deutschland.

Für Tunesien und "Feuerwehrtrainer" Hervé Renard, der nach der deutlichen Auftaktniederlage gegen Schweden (1:5) für Sabri Lamouchi übernommen hatte, endete das XXL-Turnier mit einer weiteren Enttäuschung. Für die Nordafrikaner geht es bei der siebten WM-Teilnahme zum siebten Mal vorzeitig nach Hause.

Niederlande können sich schonen

Meteorologen hatten für den Donnerstagabend (Ortszeit) schwere Gewitter und Starkregen über dem offenen Arrowhead Stadium vorhergesagt. Der Fanmarsch am Vormittag war davon nicht betroffen, laut lokalen Medien zogen über 20.000 Oranje-Anhänger angeführt von den beiden legendären Partybussen stimmungsvoll durch die Innenstadt. Pünktlich eine Stunde vor dem Anpfiff war auch die Gewittergefahr vorüber.

Koeman nahm nach dem überzeugenden 5:1 gegen Schweden nur eine Änderung an seiner Startelf vor, brachte Nathan Aké anstelle des früheren Wolfsburgers Micky van de Ven. Sein Team wolle "das Turnier gewinnen", erst einmal ging es aber darum, als Gruppensieger im Sechzehntelfinale Brasilien aus dem Weg zu gehen.

Und daran ließ seine Mannschaft von Beginn an keine Zweifel. Nach etwas mehr als zwei Minuten stolperte Tunesiens Kapitän Skhiri eine scharfe Hereingabe von Denzel Dumfries ins eigene Tor, fünf Minuten später verlängerte Kapitän Virgil van Dijk einen Freistoß auf Brobbey, der zu seinem dritten Turniertreffer einschob. Ein "Wahnsinnsstart", schrieb De Telegraaf.

Von Tunesien um den Berliner Rani Khedira, der in die Startelf zurückgekehrt war, kam nicht viel. Aber auch der Favorit schaltete nach der frühen Führung mehrere Gänge zurück, Schiedsrichterin Katia García aus Mexiko erlebte bei ihrem WM-Debüt eine ruhige erste Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel hielt Tunesien deutlich besser dagegen - und kam per Kopf zum Anschluss. Doch van Hecke stellte den alten Abstand wieder her. Und Oranje sparte Kräfte für die K.-o.-Phase.

Japan holt zweiten Platz

Kein Sieger, doch Zufriedenheit auf beiden Seiten: Japan und Schweden sind nach einem erst in der zweiten Halbzeit unterhaltsamen Duell gemeinsam in die K.-o.-Runde der Fußball-WM eingezogen. Vor den Augen der deutschen Basketball-Legende Dirk Nowitzki, der das Spiel in seiner Heimatstadt im Schweden-Trikot verfolgte, genügte beiden Teams in Dallas ein 1:1 (0:0) für das erhoffte Weiterkommen. Daizen Maeda (56.) traf nach starkem Zuspiel des Frankfurters Ritsu Doan. Anthony Elanga (62.) sorgte für die schnelle Antwort Schwedens.

Auf die weiterhin ungeschlagenen "Blauen Samurai" wartet als Zweiter der Gruppe F in der ersten Runde der K.-o.-Phase ein schweres Los: Am Montag (19 Uhr MESZ) kommt es in Houston zum Aufeinandertreffen mit Rekordweltmeister Brasilien. Schweden ist als Gruppendritter ein potenzieller deutscher Gegner im Sechzehntelfinale.

Für Japan war die Ausgangslage komfortabel: Ein Sieg oder ein Remis garantierten den Verbleib im Turnier. Schweden stand nach dem Dämpfer gegen die Niederlande (1:5) unter Zugzwang und musste eigentlich auf Sieg spielen – und tat dies zunächst auch. Japan war zunächst defensiv gefordert. Schwedens Offensive um die Top-Stürmer Alexander Isak und Viktor Gyökeres war bemüht, scheiterte jedoch oft am letzten Pass. Der Abschluss von Holstein Kiels Alexander Bernhardsson (6.) war harmlos.

Japan versuchte, die schwedische Defensive mit hohen Bällen in die Schnittstellen und Flanken aus dem Halbfeld vor Probleme zu stellen. Chancen ergaben sich aus diesen Mitteln lange keine. Der auffällige Maeda (22.) war beim ersten nennenswerten Abschluss per Kopf zu sehr in Rücklage. Werder Bremens Yukinari Sugawara (40.) scheiterte aus der Distanz. Echte Gefahr strahlte die Mannschaft von Trainer Hajime Moriyasu einzig beim Schuss von Keito Nakamura (45.) aus. Auf der Gegenseite waren Isak und Gyökeres weitgehend abgemeldet.

Nach der Pause erhöhte sich der Unterhaltungswert für die Zuschauer um Edelfan Nowitzki, der mit der Schwedin Jessica Olsson verheiratet ist, deutlich. Japans Offensive drehte auf und jubelte, als Maeda eine sehenswerte Kombination erfolgreich abschloss. Elangas ansehnlicher Treffer zum Ausgleich kam überraschend, diente Schweden aber als Initialzündung. Isak (65.) sorgte beinahe für den Doppelschlag. In der Nachspielzeit rettete Japans Torwart Zion Suzuki gegen Elanga (90.+3) und Isak (90.+4).

Verwendete Quellen: ntv.de, lme/sid