Nach Kritik an WM-PrämienPlötzlich will die FIFA doch über die Millionen reden

Die FIFA verspricht Gespräche über höhere Prämien, denn viele Verbände fühlen sich nicht ausreichend honoriert. Warum die Verteilung trotz Rekordsumme für Ärger sorgt. Dem DFB bereitet noch eine weitere Sache Unbehagen.
Nach Kritik aus Deutschland und von anderen WM-Teilnehmern hat die FIFA eine Erhöhung der Prämien für das XXL-Turnier im Sommer in Aussicht gestellt. Zwei Tage vor dem Kongress des Fußball-Weltverbandes am kommenden Donnerstag in Vancouver werde sich bereits das FIFA-Council mit der Thematik beschäftigen.
"Die FIFA bestätigt, dass sie mit Verbänden weltweit Gespräche führt, um die verfügbaren Einnahmen zu erhöhen", sagte ein FIFA-Sprecher der englischen Zeitung "The Guardian". "Dies umfasst eine vorgeschlagene Erhöhung der finanziellen Beiträge an alle qualifizierten Mannschaften für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 sowie der Entwicklungsgelder für alle 211 Mitgliedsverbände", hieß es von der FIFA weiter.
Kritik auch von DFB-Boss Rettig
Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte zuletzt die WM-Prämienregelungen als unzureichend kritisiert. Zwar bekommt der künftige Weltmeister für den Titelgewinn die Rekordsumme von 50 Millionen Dollar. Und auch der Gesamttopf ist mit 727 Millionen Dollar so prall gefüllt wie noch nie. Aber: Faktisch sinken die Auszahlungen für die meisten Teams, die nicht den goldenen WM-Pokal gewinnen.
"Es wird zwar immer suggeriert, dass es immer ein noch mehr und größer wird, was die Gesamtprämien angeht, aber man darf nicht vergessen, der Kuchen wird ja auch durch 48 geteilt", sagte DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig. Am Turnier in den USA, Mexiko und Kanada nehmen 16 Teams mehr teil als noch beim vergangenen Turnier 2022. Für die allermeisten Mannschaften wird es im Vergleich zur Katar-WM niedrigere Prämien geben.
Fix planen kann auch der DFB von der FIFA mit 1,5 Millionen Dollar für die Vorbereitungskosten und 9 Millionen Dollar Startgeld. Verschärft wird die Situation durch die Unsicherheit des schwankenden Dollarkurses und die unterschiedliche Besteuerung der Gewinne in verschiedenen US-Bundesstaaten. Diese bereite dem DFB "wirklich Unbehagen", sagte Rettig.